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Alle Amphi-Cars - Vom Reisebus bis zum VW Typ 166

Wenn Autos richtig baden gehen

Amphicoach Foto: Amphicoach 28 Bilder

Endlich, der Sommer naht und die Parkplätze der Badeseen sind schon bald wieder voll. Aber warum sollte man sein Auto stehen lassen, wenn man damit seinen Spaß auch im Wasser haben kann? Alle Amphi-Cars von 1939 bis zum schwimmenden Luxus-Reisebus von heute.

26.03.2009

Jüngstes Mitglied der Amphibien-Familie ist der Amphicoach, ein schwimmender Luxus-Reisebus aus Schottland, der auf Malta gefertigt wird. Zum Preis von rund 300.000 Euro können 50 Passagiere die Stadt- und die Hafenrundfahrt genießen ohne umzusteigen. Den Antieb übernimmt ein Iveco-Diesel mit 250 oder 300 PS. Zu Lande sollen damit 100 km/h möglich sein, auf ruhiger See werden per Jet-Drive-Antrieb acht Knoten erreicht.  Optional ist auch ein Elektroantrieb für die Wasserfahrt zu haben. Im täglichen Einsatz ist der Amphicoach bereits in La Valletta auf Malta zu bewundern. Aber auch eine militärische Variante mit Panzerung und zehn Tonnen Nutzlast ist zu haben.

Ein weiterer Gigant unter den Amphibien kommt aus den USA. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schien es dem Ehepaar Giljam keine abwegige Idee, ein Wohnmobil mit einer Yacht zu kreuzen. Herausgekommen ist der Terra Wind, der an Luxus und Leistung keine Wünsche mehr offen lässt. Schon auf der Straße fällt einem dieses Monstrum ins Auge. Doch auf dem Wasser zieht es erst recht alle Blicke auf sich.

Angetrieben von einem 330 PS starken 7,2 Liter Caterpillar Turbodiesel erreicht das Amphi-Car bis zu 90 km/h auf der Straße und 15 km/h im Wasser. Damit den Passagieren dabei nicht langweilig wird, enthält der Terra Wind zwei Plasmafernseher, ein 600 Watt Soundsystem und einen Whirlpool.

Genügt beim Terra Wind ein einziger Knopfdruck, um den riesigen Amerikaner schwimmfertig zu machen, so musste man früher die Amphi-Cars noch kompliziert auf ihren Kontakt mit dem nassen Element vorbereiten.

Dabei ist die Idee eines Fahrzeuges für Wasser und Land beinahe ebenso alt wie die Erfindung des Automobils. Dennoch sollte es bis kurz vor Kriegsbeginn 1939 dauern, bis der erste Prototyp eines Schwimmwagens fertig gestellt war.

Die Vorreiterrolle übernahmen dabei die Holländer, deren Wasserstraßen an Länge beinahe ihre asphaltierte Konkurrenz übertreffen. So gab das holländische Militär beim Lkw-Hersteller DAF einen Prototyp in Auftrag. Dessen Konstrukteure stellten ein wundersames Fahrzeug auf die Räder, das mit beinahe allen Traditionen im Automobilbau brach.

Zwei Lenkräder, deren Fahrer Rücken an Rücken saßen, ein permanenter Allradantrieb - 40 Jahre vor dem Audi quattro - und eine ungeheure Steigfähigkeit von 60 Prozent zeichneten den DAF 139 aus.

Das bekannteste Schwimmfahrzeug des Krieges war jedoch der von Ferdinand Porsche konstruierte VW Typ 166. Im Gegensatz zu seinen holländischen Kollegen vertraute der deutsche Konstrukteur auf die bewährte Serientechnik des Käfer. Dessen luftgekühlter 25 PS-Boxermotor ließ den Schwimmwagen auch im Wasser flott vorankommen.

Mit dem Amphicar auch für Zivilisten interessant

Nach dem Krieg gerieten die seltsamen Fahrzeuge in Vergessenheit. Bis der Deutsche Hanns Trippel im Jahr 1961 das erste zivile Amphibienfahrzeug auf den Markt brachte. Obwohl sein Amphicar 770 neben zwei Kunststoffschrauben auch zwei modische Heckflossen sein eigen nennen konnte, fiel es bei den Kunden in Ungnade. In sieben Jahren fanden nur 3.000 Amphibienfahrzeuge einen Besitzer.

In den 80er Jahren versuchte sich der Amphi Ranger auf dem Markt. Trotz der im Vergleich zum Amphicar verbesserten Karosserie und dem leistungsstarken Sechszylinder-Motor interessierten sich lediglich Behörden für den Exoten.

Ob der Terra Wind den Amphi-Cars zum Durchbruch auf dem Markt verhilft, darf angezweifelt werden. Schließlich kostet das schwimmende Luxusmobil bereits in der Grundversion 710.000 Euro. Aus diesem Grund werden Sie wahrscheinlich noch etwas warten müssen, bis ihr Strandnachbar mit seinem Wohnmobil baden geht.

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