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Alles über Winterreifen

Heiß auf Eis und Schnee

Winterreifen, Driften, Schnee Foto: auto motor und sport 9 Bilder

Bei uns finden Sie alle Infos über das Wann und Warum Sie welchen Winterpneu auf Ihrem Auto fahren sollten. Sportler und Allradler sind Sonderfälle im Winter. Wer die wichtigsten Grundsätze beachtet, kommt bei jedem Wetter sicher durch.

31.10.2013 Thiemo Fleck

Wie der nächste Winter wird? Das wissen wir nicht. Sicher ist: Er kommt für Autofahrer stets zum ungünstigsten Zeitpunkt. Mit winterlichen Straßenverhältnissen sollte daher von O bis O, von Oktober bis Ostern, gerechnet werden. Während in vielen europäischen Ländern eine zeitlich definierte Winterreifenpflicht für Pkw gilt, hat sich der deutsche Gesetzgeber für eine situative Regelung entschieden. 

Reifen müssen an die Wetterverhältnisse angepasst sein

Das bedeutet: Bei Sonnenschein und trockener Bahn darf auch im Winter mit Sommerreifen gefahren werden. Gibt es Schnee oder Eis, ist zwingend "an die Wetterverhältnisse angepasste Ausrüstung" vorgeschrieben. Damit sind in erster Linie natürlich die Reifen gemeint, genauso aber auch ein Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage oder im Extremfall sogar Schneeketten.

Konkreter wird der Gesetzgeber bei den Sanktionen: Wer etwa mit Sommerreifen auf Schnee und Eis erwischt wird, zahlt 40 Euro, wer zudem andere durch Rutschen oder gar Querstehen behindert, zahlt das Doppelte und kassiert obendrein einen Punkt in Flensburg. Darüber hinaus können Versicherungen den Kasko-Schutz verweigern.

Schwammig wiederum bleibt der Gesetzgeber bei der Definition von Winterreifen. Wer sich heute auf das gute alte M+S-Logo auf der Reifenseitenwand verlässt, kommt im gesetzlichen Sinne der Ausrüstungspflicht nach. Eine Garantie für Top-Leistungen auf Eis und Schnee ist dieses Logo jedoch nicht. Es weist lediglich auf ein groberes Profil gegenüber "normalen Reifen" hin. Dazu ist es rechtlich nicht geschützt. Die Folge: Selbst Billig-Sommerreifen aus Fernost oder importierte Sommerreifen aus den USA können das M+S-Symbol auf der Seitenwand tragen.

Winterspezialisten sind am Schneeflocken-Logo zu erkennen

Einen Sonderstatus haben Allwetterreifen, die ebenso das M+S-Logo tragen und daher auf winterlichen Straßen gefahren werden dürfen. Doch weder im Sommer noch im Winter darf man von ihnen Top-Leistungen erwarten. Echte Winterspezialisten sind am Schneeflocken-Logo zu erkennen. Sie erfüllen Mindeststandards auf Schnee und Eis und haben dies im Vergleich mit einem amerikanischen Referenzreifen im Test bewiesen.

Doch was macht heute einen modernen Winterreifen aus? Zuerst natürlich ausgewogene Fahrdynamik und beste Traktion auf Schnee und Eis, dazu Reserven auf kalter, salznasser Fahrbahn sowie bei Aquaplaning und Schneematsch. Allerdings muss auch bei frühlingshaft warmen Außentemperaturen sicheres Bremsen noch gewährleistet sein. All das können Winterreifen von heute, sie sind die wahren Zehnkämpfer der Reifen-Riege.

Winterreifen haben längeren Bremsweg

Natürlich lassen sich Kompromisse nicht vermeiden. So sind der Bremsweg auf trockener Bahn gegenüber Sommerreifen etwas länger, der Rollwiderstand und damit der Spritverbrauch etwas höher, doch der Sicherheitsgewinn in der kalten Jahreszeit steigt mit Winterreifen um ein Vielfaches. Nicht mal auf Fahrkomfort und leises Abrollgeräusch muss man verzichten – eine intelligente Profilgestaltung und raffinierte Gummimischungen machen es möglich.

Über das offensichtliche Verzahnen des Profils mit dem Untergrund hinaus werden feinste, teils mikroskopische Unebenheiten in Schnee, Eis oder Asphalt vom auch bei tiefen Temperaturen weichen Gummi des Winterreifens umschlossen und zur Haftung genutzt. Hinzu kommen physikalische Anziehungskräfte zwischen Fahrbahn und Reifengummi.

Einen wesentlichen Anteil an der Schneetraktion haben Greifkanten, die als Profil- und Lamellenkanten hauptsächlich quer zur Fahrtrichtung in die Lauffläche eingeschnitten sind. Die wirksame Gesamtlänge dieser Lamellen kann bei 17-Zoll-Reifen schon mal um die 180 Meter betragen. Ausgeklügelte Bauformen wie etwa Goodyears 3D-Lamelle sorgen dafür, dass die Profilblöcke durch die Einschnitte nicht unnötig geschwächt werden.

Fachhandel hilft im Zweifel weiter

Welcher Winterreifen ist nun der richtige? Entscheidend ist zuerst die vom Fahrzeughersteller empfohlene Größe, die meist in der Bedienungsanleitung des Wagens steht. Im Zweifel hilft der Fachhandel weiter. Ebenso bei der Frage, ob auf der gewählten Größe Schneeketten gefahren werden dürfen und welches Reifenmodell konkret für den jeweiligen Fahrzeugtyp vom Fahrzeughersteller geprüft und empfohlen ist. Darüber hinaus bieten qualifizierte Reifentests von Organisationen und Fachzeitschriften wertvolle Entscheidungshilfen (siehe Winterreifentest).

Ein Satz Markenwinterreifen für einen Kleinwagen ist inklusive Montage schon ab 350 Euro zu haben, ein guter Reifensatz für die Mittelklasse startet bei rund 450 Euro. Die Investition lohnt sich, denn schon ohne die Verschleißersparnis bei den im Winter ungenutzten Sommerreifen macht das bei drei Jahren Nutzung nur 150 Euro pro Jahr.

Viel Sicherheit für wenig Geld verglichen mit dem, was schon ein harmloser Blechschaden kosten kann. Also: rechtzeitig ans Umrüsten denken und die Winterreifen bis Ostern montiert lassen. Dann beginnt die Zeit der Sommerreifen. Sie lieben, was Winterprofis hassen: heißen, trockenen Asphalt.

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