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Alpen-Tour im Fiat Panda 4X4

Wie gut tanzt der Kleine Schneewalzer?

Fiat Panda 4X4, Heck, Sonnenuntergang Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Warum wir mit dem Fiat Panda 4x4 im Schnee tanzen? Weil er so günstig Allradspaß bietet, weil wir die Kiste ins Herz geschlossen haben - und weil er so charmant klar macht, dass Können nichts mit Größe zu tun hat.

02.03.2012 Powered by

Nicht jeder Held braucht ein Kostüm, manche huschen auch unscheinbar durch die Welt. Der Fiat Panda 4x4 ist so einer. Bereits ab 13.490 Euro scharrt er eifrig mit allen Vieren, was ihn bis zu seiner Modellablösung im Herbst zum günstigsten Allradler adelt - abgesehen vom russischen Urvieh Niva. Doch im Gegensatz zum hohen Lada sieht man dem Panda 4x4 sein Talent nicht an.

Ivan kann es jedenfalls nicht erkennen. Lässig schwingt sich der 32-Jährige aus seinem XL-Radlader, prüft die daumendicken Schneeketten und schaut spöttisch auf die kleine Kiste: "Den solltet ihr mal schnell an die Ketten legen, sonst bleibt der noch stecken." So, so. Ivan scheint neu in den Alpen zu sein: "Wie lange arbeitest du hier?" "Erste Saison." Er befreit die Straßen von Schnee und Eis, erzählt er. Auch die kleinen Versorgungswege, die zu den entlegenen Hütten führen. "Der hat wirklich Allradantrieb?", fragt er neugierig, wischt über das verschneite 4x4 am Heck und schüttelt den Kopf. "Wozu braucht denn ein Einkaufswagen Allrad?" Okay! Das ist zu viel. Das hat der Panda nicht verdient.

Schafft er nicht! Schafft er nicht!

Wir schlagen Ivan eine Wette vor. 20 Euro, wenn es der kurze Fiat Panda 4x4 zur entferntesten Berghütte schafft! "Schafft er nicht! Schafft er nicht!", ruft Ivan und freut sich über das vermeintlich sichere Taschengeld. Abwarten. Er zeigt uns den Weg, wir ihm vier Schneeketten - das einzig erlaubte Hilfsmittel. Die fünf Kilometer Serpentinenstrecke zur Graukopf-Hütte hat Ivan vorgestern das letzte Mal geschoben, seitdem sind rund 15 Zentimeter Schnee liegen geblieben. "Seid aber bitte nicht sauer, wenns nicht klappt. Ich zieh euch den Einkaufswagen auch kostenlos aus der Schneewehe ...", ruft er und winkt freundlich. Abwarten, Freundchen.

Der schnurrende 70-PS-Diesel schiebt den Fiat Panda 4x4 entschlossen voran, selbst als der weiche Schnee zum ersten Mal gegen die vordere Stoßstange drückt. Bbrrrrrrr. Mit jedem Meter verkleinert sich jetzt die gesalzene Hauptstraße im Rückspiegel, verliert die Welt alle Grün- und Brauntöne. Nach der dritten Kehre nimmt die Steigung deutlich zu, kahle Bäume sind hier oben die einzigen Zuschauer. Als immer mehr Schnee am Unterboden kratzt, geht dem 1,3-Liter-Herz die Puste im zweiten Gang aus. Keine Panik! Jetzt heißt es gefühlvoll runterschalten, ein paar Gasstöße platzieren und den Fiat Panda 4x4 in Bewegung halten. Der tänzelt leichtfüßig von rechts nach links und wieder zurück. Gegen die beschlagenen Scheiben pustet das Heizgebläse längst in dritter Stufe, denn es wäre die Höchststrafe, den Weg nicht mehr zu erkennen und in einer Schneewehe zu landen. Stellen Sie sich Ivans Siegerlächeln vor!

Fiat Panda 4x4 kriecht wie eine Schnecke durch Flokati

Nicht vom Weg abzukommen – hier oben gar nicht so einfach. Vor dem Motorhäubchen breitet sich ein weißer, weicher Teppich aus, gesäumt von roten Markierungsstangen vor riesigen Schneeleitplanken. Der Fiat Panda 4x4 fährt nicht mehr, er kriecht wie eine Schnecke durch den Flokati. Bis zur elften Kehre schlägt er sich dennoch tapfer, dann geht ihm der Schwung aus. Endstation? Mit Fäustlingen, Mützen und roten Nasen umstapfen wir den eingeschneiten Fiat: Wie ein großer Pflug hat er eine kleine Schneewand vor sich aufgehäuft. Zudem stecken seine 14-Zoll-Rädchen bis zur Hälfte im Schnee, kämpfen die Scheibenwischer gegen tischtennisballgroße Flocken. Hätten wir Ivan doch bloß eine Schaufel abgeluchst. Ach was, das geht auch mit den Händen. Eine Viertelstunde später sind die Räder befreit, und wir schlottern. Hilft alles nichts, jetzt müssen noch die Ketten drauf, sonst steht in der nächsten Kehre dieselbe Prozedur an. Und das will ja keiner ...

Mit Schneeketten ist's wie mit Staubsaugerbeuteln

Mit Schneeketten verhält es sich wie mit Staubsaugerbeuteln – 100 Mal gemacht, und jedes Mal aufs Neue hat man den Trick vergessen. Also dauert das Gefummel bei der ersten Kette doppelt so lang. Über den Reifen stülpen, zurechtrücken, Kette einfädeln, spannen, fertig. Oder so. Nach einer Viertelstunde fliegt die Tür ins Schloss, steht der Fiat Panda 4x4 auf Ketten und ist bereit für die letzten anderthalb Kilometer. Und wie er das ist. Die Eisen verleihen ihm magische Kräfte, mit aktivierter Differenzialsperre fräst er sich jetzt durch den Schneeteppich. Im ersten Gang – versteht sich. Das einzige Problem des kleinen Bären ist und bleibt seine minimale Bodenfreiheit (16 Zentimeter), immer wieder wird der Unterboden vom Schnee gebremst. Was ihn allerdings auch nicht wirklich aufhalten kann: Nach exakt einer Stunde und zwölf Minuten schnurrt der Fiat Panda 4x4 im Leerlauf vor der Graukopf-Hütte.

Als Ivan eine halbe Stunde später mit dem großen Radlader um die Ecke biegt, steht sein Mund sperrangelweit offen. Und das bleibt er auch nach dem Aussteigen. Ungläubig läuft er um den Fiat Panda 4x4 und stammelt: "Dieser Fiat ist ein kleiner Held!"

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