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Alte Kadetten

Opels Kompaktklasse

Foto: Opel 78 Bilder

Pünktlich zum 100. Geburtstag der Konzernmutter - und zum Erscheinen des Konkurrenten Golf 6 – erinnert Opel daran, dass die Kompaktklasse von der Marke mit dem Blitz gegründet wurde.

18.09.2008 Kai Klauder Powered by

Kadett- statt Golf-Klasse - so müsste die Kompaktklasse eigentlich gerufen werden, ginge es nach Opel. Schon 1936 begründet der erste Opel Kadett diese fahrzeugklasse. Der günstige Preis von 2.100 Reichsmark macht ihn für viele erschwinglich. Mit seinem 1,1-Liter-Motor mit 23 PS und der selbsttragenden Karosserie, die vier Personen Platz bietet, zeigt er in die Zukunft. Vier Jahre später sind von dem in drei Karosserie-Varianten gebauten Rüsselsheimer 107.608 Exemplare vom Band gelaufen. Die Produktionsanlagen werden nach Kriegsende demontiert und in der UdSSR wieder aufgebaut. Von 1948 bis 1959 entstehen hier noch einmal 247.439 Exemplare, die den Namen Moskwitsch 400 tragen.

Neuanfang mit Kadett A

Es dauert bis 1962, ehe der nächste Kadett erscheint. Der A-Kadett folgt den Tugenden seines Vorgängers: bezahlbar (ab 2.590 Euro), mit großzügigem Innenraum - und zuverlässig. Um die 649.512 Kadett A produzieren zu können, entsteht in Bochum ein neues Werk und die Produktionsabläufe werden optimiert. So besteht die Karosserie aus nur zwölf Hauptteilen, die Seitenwände sind aus je einem Stück und die Vorderachse bildet mit der Lenkung eine Montageeinheit.

Zehn Karosserie-Varianten beim Kadett B

Mit dem Kadett B sprudeln die Kassen in Rüsselsheim. 2,6 Millionen Stück des Volks-Opels finden bis 1973 ihre Käufer. Die Vier-Meter-Marke in der Länge wird durchbrochen, zehn Karosserievarianten lassen kaum noch Wünsche offen. Erstmals wird der Kadett als Fünfsitzer eingestuft (außer den Coupés). Das Leistungsspektrum reicht von 45 bis 90 PS und jetzt ist auch eine Automatik-Version lieferbar. Der Grundpreis steigt im Vergleich zum Vormodell um moderate 100 Mark.

Der Sportliche: Kadett C

Mit 40 bis 115 PS, als Limousine, Coupé, Kombi, Fließheck oder Cabrio, als Zwei-, Drei- oder Viertürer – der C-Kadett ist der Universalist auf dem deutschen Markt. 18 Karosserie- und Motorvarianten sorgen für viele Kombinationsmöglichkeiten. Walter Röhrl sammelt sportliche Meriten am Steuer des GT/E mit 225 PS. Neu sind Dreipunktgurte, Einspritzung, Fünfgang-Getriebe und die Vierventiltechnik im Rallye-Kadett. Der C-Kadett wird in Bochum, Großbritannien, USA, Kanada, Australien, Argentinien und Brasilien produziert.

Erster mit Frontantrieb: D-Kadett

1979 zieht der Frontantrieb in die Kompaktklasse von Opel ein. Bei 12 Millimeter weniger Außenlänge wächst der Innenraum deutlich. Was bleibt, ist die Karosserie-Vielfalt. Zwar fällt das Cabrio und die klassische Limousine weg - statt ihr gibt es die Fließheck-Variante mit großer und kleiner Kofferraumklappe -, doch im Vergleich zum VW Golf gibt es deutlich mehr Auswahl.. Weit verbreitet ist der Kadett J - das günstigste Einsteigermodell ab 1982. Ein Diesel (1,6-Liter, 54 PS) bereicherte das Motorenangebot (von 53 bis 115 PS).

Aerodynamik-Weltmeister - Kadett E

1984 wird der neue Kadett E zum Auto des Jahres gewählt. Die Entwicklung zielt auf Effektivität. Der cW-Wert liegt bei 0,32 (der des GSi sogar bei 0,30), damit ist der Kadett die aerodynamischste Limousine der Welt. Den Titel ist er zwar bald wieder los, doch bleibt die Auszeichnung als Auto des Jahres 1984 und das Goldene Lenkrad, das ihm im selben Jahr verliehen wird. Sportlicher wird der Kadett zudem mit einem neuen Zweiliter-Vierzylinder, der bis zu 156 PS in der Serienversion leistet.

Im Renntrimm bei der DTM mobilisiert der Vierzylinder im GSi rund 270 PS und wird von Markus Oestreich, Peter Oberndorfer und Volker Strycek pilotiert. 1989 bekommt der GSi 16V erstmals ein ABS, im CS gehört es zur Serienausstattung. Mit rund 3,78 Millionen Fahrzeugen ist der Kadett D der bis dahin meistgebaute Opel. Etwa 500 Millionen Euro wurden in die Produktionsanlagen in Bochum investiert, mehr als 98 Prozent der Schweißpunkte werden automatisch gesetzt, mit neuen Klebeverfahren und der separaten Vormontage von Cockpit und Türen kann Zeit eingespart werden.

In English, please! – Astra statt Kadett

Der Kadett heißt ab 1991 Astra – wie sein englisches Pendant, der seit 1980 als Vauxhall Astra vom Band läuft. Mit 4,13 Millionen Fahrzeugen kann der Astra trotz – oder wegen - weniger Karosserievarianten den Erfolg seines Vorgängers toppen. Dass er die Traditionen des seit 55 Jahren Kadett genannten Kompaktwagens von Opel fortführen will, zeigt der Buchstabe F, den er intern verliehen bekommt. Mit Elektro- und CNG-Astra beweist Opel Innovationsgeist und Aufbruchstimmung. 1992 startet der E-Astra Impuls 2, 1993 sein Nachfolger Impuls 3. Die Versuchsträgerfahrzeuge legen bis 1997 mehr als 350.000 Kilometer zurück. Von dem Erdgasmodell Astra Caravan CNG entstehen 1996 rund 500 Exemplare. Ab 1992 wird der Astra auch im neuen Eisenacher Werk gefertigt.

Das G-Modell von Opel

Einen Design-Sprung nach vorne unternimmt Opel mit dem Astra G. Er trägt Ecken und Kanten, Sicken und ein eigenständiges Gesicht. Mit dem Kompaktvan Zafira stößt er zudem in neue Dimensionen vor. Die Karosserie ist nun vollverzinkt, der Radstand wächst um 10 Zentimeter, die im Innenraum vor allem dem Fondraum und dem Kofferraum zu gute kommen. Opel entwickelt neue Dieselmotoren (von 68 bis 125 PS) und steigt so voll ein in den Boom der aufgeladenen Selbstzünder. Der sparsamste Diesel ist der Eco 4, für den ein Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern angegeben wird. Mit dem Astra OPC wird auch den sportlichen Fahrern das richtige Fahrgerät geboten. Sein aufgeladener Benzinmotor leistet zunächst 160 PS, ab 2002 dann 200 PS.

Astra H - zurück zum Sport

Der aktuelle Astra (übrigens wird der Astra G immer noch als Classic in Polen gebaut) erscheint 2004. Motoren von 90 bis 240 PS (Diesel von 90 bis 150 PS) sorgen für Vortrieb, die erstmals in der Kompaktklasse eingesetzte elektronische Dämpferregelung für Komfort oder gute Straßenlage. Ein neues Fahr- und Raumgefühl kann man im Astra GTC mit Panoramascheibe genießen, die bis zur B-Säule reicht. Schon in den 1950er-Jahren bot Opel mit Panorama-Scheiben-Kapitän eine besonders gute Sicht. Ein Klappdachcoupé folgt dem Markttrend - bei geöffnetem Dach bleiben 205 Liter Stauraum, bei geschlossenem Verdeck sind es 440 Liter.

Ab 2009 kommt der Neue

Auf der IAA 2009 (17. bis 27. September) feiert der Astra I Premiere. Ende des Jahres soll er dann in den Showrooms stehen und die erfolgreiche Geschichte der Opel-Kompaktklasse fortschreiben – und Markanteile zurückerobern.

Stückzahlen:

  • Kadett (1936-38): 107.608 (als Moskwitsch 400 – 1948 bis 1959: 247.439)
  • Kadett A (1962-65): 649.512
  • Kadett B (1965-73): 2,6 Millionen
  • Kadett C (1973-79): 1,7 Millionen
  • Kadett D (1979-85): 2,1 Millionen
  • Kadett E (1984-91): 3,78 Millionen
  • Astra F (1991-97): 4,13 Millionen
  • Astra G (1998-2004): 3,95 Millionen (bis 2008 in Polen als Astra Classic gebaut)
  • Astra H (2004-2008): 2,2 Millionen
  • Astra I - ab 2009

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