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Alter schützt vor Ärger nicht

Oldtimer und Recht Teil 2

Foto: Archiv

Wenn die Zeit der jugendlichen Hitzköpfigkeit überstanden ist, sollte eigentlich zunehmende Gelassenheit eintreten. Leider aber sind auch Klassikerfahrer vor Streit nicht gefeit. Ein paar Grundkenntnisse im Oldtimerrecht können helfen, viele Probleme bereits im Vorfeld zu vermeiden.

14.01.2007 Klaus Finkenburg Powered by

Aus Schaden wird man klug. Da mag der Volksmund, philosophisch betrachtet, ja durchaus Recht haben. Doch auch für sehr viel Klugheit kann man sich sehr wenig kaufen und macht, rein wirtschaftlich betrachtet, ganz leicht profane Minusgeschäfte.

Zum Beispiel dann, wenn sich ein teuer gekaufter Klassiker bereits nach kurzer Zeit als Groschengrab entpuppt, bei dem auf eine aufwendige Reparatur stets gleich die nächste folgt. Über derlei Ärger kann auch die nunmehr höhere Klugheit schwerlich hinwegtrösten.

Aber es gehört ja zum Wesen der Europäischen Union, möglichst viele Dinge möglichst umfassend zu regeln – was dazu führte, dass in Deutschland im Jahr 2002 entsprechende Richtlinien zur Verkäuferhaftung in Form neuer Gewährleistungsregelungen umgesetzt wurden.

Im beschriebenen Fall des rollenden Groschengrabs allerdings nur zur Freude des Käufers. Verkäufer werden durch die aktuellen Regelungen nämlich deutlich stärker in die Pflicht genommen als dies früher der Fall war. Der Handel mit Oldtimern ist, im Vergleich zu früher, ein Geschäft mit hohem Risiko geworden. Verständlich also, dass Anbieter versuchen, das neue Schuldrecht in ihrem Sinne zu „interpretieren“ – mit dem daraus zwangsläufig resultierenden Konfliktpotential.

Besonderheit: Kauf im Ausland

Eine Besonderheit stellt der Kauf von Klassikern im Ausland dar. Hier gelten, sofern nicht ausdrücklich anders vereinbart, die Gewährleistungsregelungen im Heimatland des Verkäufers. Auch wenn es sich dabei um einen EU-Mitgliedsstaat handelt, sollten sich potentielle Käufer vorab über das ententsprechende Landesrecht informieren.

Klar sein sollten sie sich aber darüber, dass die Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber ausländischen Verkäufern auf jeden Fall deutlich komplizierter und teurer werden kann als innerhalb Deutschlands. Völlig im Argen liegen die Dinge bei Kaufverträgen, die außerhalb der EU geschlossen wurden.

Ein hohes Konfliktpotential ergibt sich auch immer wieder, wenn in einer Werkstatt Reparatur- oder Wartungsarbeiten in Auftrag gegeben werden. Über den Preis können vor Absprachen getroffen werden. Dafür brechen hierher aber, wie bei modernen Gebrauchsfahrzeugen auch, Streits entweder wegen des Umfangs oder der Qualität der durchgeführten Arbeiten aus.

Spezielle Probleme bei Klassikern

Im Gegensatz zu neuen Fahrzeugen kommen bei Klassikern nun noch ein paar spezielle Probleme hinzu, etwa wenn bei Reparaturen der Originalzustand nicht angetastet werden darf. Letzteres kann insbesondere dann zum ernsthaften Problem anwachsen, wenn das Fahrzeug mit einem Oldtimer-Kennzeichen zugelassen ist, für dessen Erteilung weitestgehende Originalität die Voraussetzung war. Im schlimmsten Fall kann die Betriebserlaubnis erlöschen, wodurch auch der Versicherungsschutz in Frage gestellt wäre.

Die Frage der Zulassungsart ist für Oldtimerbesitzer ohnehin ein ganz spezielles Thema. H- oder 07er Kennzeichen haben unbestreitbare Vorteile, können jedoch entweder zu hohe Voraussetzungen stellen oder nur einen nur stark eingeschränkten Betrieb erlauben.

Je nach Fahrzeug und Nutzerprofil kann es sich daher durchaus auch als günstiger erweisen, eine normale Alltagszulassung zu wählen.

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