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Alternative Kraftstoffe

Viermal Ford Focus

Foto: Hans-Dieter Seufert 11 Bilder

Spritkosten und Umweltbewusstsein steigen im Gleichschritt. Das lässt viele Autofahrer nach Alternativen suchen. auto motor und sport verglich den Ford Focus in vier Kraftstoff-Varianten. Welche ist am günstigsten?

01.09.2008 Klaus-Ulrich Blumenstock

Es gibt noch Pioniererlebnisse, selbst im 21. Jahrhundert und mit dem Auto: Dann nämlich, wenn man sich vom Erdöl abnabeln und einen Alternativsprit tanken will. So zum Beispiel bei Ethanol, ein aus Biomasse gewonnener Alkoholkraftstoff, der hierzulande meist als E85, einem Verschnitt aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Superbenzin, verkauft wird. Wenn er denn verkauft wird. Denn Internet-Tankstellenverzeichnisse weisen mitunter Karteileichen aus, ein vorheriger Anruf erscheint also ratsam. "Führen wir nicht mehr, hat sich nicht gelohnt", so die Auskunft zweier Zapfstellen im Raum Stuttgart.

Erst gut 50 km weiter wurden wir fündig. Kein wirklich ermutigendes Zeichen für einen Kraftstoff, der vor allem in Schweden als Zukunftsalternative schlechthin zu erdölbasiertem Sprit und als Ausweg aus der Klima-Zwickmühle gilt. Nur rund 190 Tankstellen können derzeit in Deutschland den grünen Kraftstoff anbieten. Größere Fahrten müssen also vorbereitet und geplant werden. Allerdings dürfte kein E85-Fahrer in echte Not geraten, denn das gute Dutzend Fahrzeuge, das Hersteller in Europa anbieten, sind Flexifuel-Autos. Das heißt, sie können auch mit Benzin oder jeder beliebigen Mischung beider Kraftstoffe gefahren werden.

In Sachen Tankstellendichte ist es mit den umweltfreundlichen Gas-Alternativen einfacher. Inzwischen gibt es Erdgas (CNG, Compressed Natural Gas) an über 800 Zapfstellen, und eine der 4.000 Tankstellen, die Autogas, so genanntes LPG (Liquified Petroleum Gas), führen, lässt sich nahezu problemlos finden. Nicht allein die Sorge ums Klima, sondern vor allem explodierende Energiekosten machen solche Alternativen interessant. Zwar haben sich auch die Gas-Kraftstoffe verteuert, doch weil die Besteuerung bis 2018 auf den EU-Mindeststeuersatz festgeschrieben ist, können Autofahrer mittelfristig mit einem soliden Preisvorteil kalkulieren. Doch wie schlagen sich die Alternativen in der Praxis?

Vier Sparvarianten im Vergleich


Das Modellprogramm des Ford Focus bietet die Möglichkeit zum direkten Vergleich der Varianten mit CNG-, LPG- und einem Flexifuel-Konzept, dazu den Diesel in einer verbrauchsoptimierten Econetic-Version. Bislang rüstete die fordeigene CNG-Technik GmbH rund 300 CNG- und 200 LPG-Modelle des Focus pro Jahr um. Die steigende Nachfrage lässt Ford künftig die Gas-Ausrüstung direkt ans Band im Werk Saarlouis verlagern, um Aufwand und Lieferzeiten zu verkürzen. Damit soll eine Modifikation der LPG-Varianten einhergehen, die einen um rund zwölf Prozent geringeren Verbrauch verspricht - eine Maßnahme, die im aktuellen Testwagen noch nicht griff.

Beschränkungen des Gepäckraums lassen sich mit der Nachrüstung auf Gasbetrieb nicht ganz vermeiden. Denn für den CNG-Betrieb verteilt Ford das zusätzliche Tankvolumen von 107 Liter - das entspricht beim üblichen Fülldruck von 200 bar 18 Kilogramm Erdgas - auf fünf Behälter: einen in Unterfluranordnung und vier unter dem Gepäckraumboden, wodurch das Ladevolumen um 140 Liter schrumpft. Besser haben es Autogas-Interessenten. Im Focus Turnier konnte der 53-Liter-Flüssiggas-Tank ohne Einschränkung in der Reserverad-Mulde untergebracht werden. Nur bei den Limousinen musste der Gepäckraumboden um rund zehn Zentimeter angehoben werden. Mit der Umrüstung und damit der Möglichkeit, von Benzin- auf Gasbetrieb umzuschalten, geht in beiden Fällen eine gewisse Leistungseinbuße einher.

Im Autogas-Betrieb sinkt die Leistung des Zweiliter-Duratec-Motors um fünf auf 140 PS, mit Erdgas sogar auf 126 PS. Im Alltag macht sich das allerdings kaum bemerkbar, Unterschiede offenbart mitunter erst der Blick auf die Messwerte. Lediglich im CNG-Betrieb spricht der Focus etwas unwilliger an. Ähnlich verhält sich vor allem bei hohen Außentemperaturen auch der Flexifuel, wenn er mit dem - derzeit noch nicht genormten - E85 gefüttert wird. Den geringeren Energie-Inhalt gleicht die Motorsteuerung aber so aus, dass es subjektiv keinen Unterschied macht, ob Benzin oder E85 im Tank ist. Lediglich der Verbrauch steigt spürbar. Trotz eines vergleichsweise günstigen Literpreises relativiert sich damit der vermeintliche Kostenvorteil.

Ethanol: Finanziell interessanteste Alternative

Bei der auto motor und sport-Verbrauchsfahrt lag der E85-Focus mit reinen Spritkosten von 9,61 Euro/100 km sogar am Ende der Tabelle. Dennoch erweist sich Ethanol vor allem finanziell als interessantester Alternativantrieb. Denn der geringste Aufpreis unter allen Focus-Alternativen (250 Euro) ist nach gut 33.000 Kilometern hereingefahren. Das dauert bei den Gas-Varianten deutlich länger. Mehr als 74.000 Kilometer muss der CNG-Nutzer fahren, bis er sich in der Gewinnzone bewegt.

Da nutzt es auch wenig, dass die reinen Kraftstoffkosten bei Erdgas die geringsten im Vergleich sind. Denn für den Einstieg in den Erdgas-Club sind erst einmal 3.410 Euro an Nachrüstungskosten zu berappen. Die liegen zwar bei der LPG-Nachrüstung (2.600 Euro) niedriger, doch der deutlich höhere Verbrauch macht die Alternative Autogas trotz des günstigen Literpreises wenig attraktiv. Auch die angekündigte Verbrauchssenkung dürfte da keine entscheidende Wende bringen.

Interessant ist die Sache mit dem Diesel: Durch die 500 Euro teure Econetic-Kur verspricht Ford eine Verbesserung um 0,2 Liter/100 km - theoretisch. Denn die Verbrauchsrunde absolvierte der "normale" Focus TDCi sogar mit fast einem halben Liter weniger. Somit würde sich die Investition in der Praxis nicht amortisieren. Mit dem TDCi ist man nach wie vor besonders günstig bedient, nur der Focus CNG bewegt sich bei den Betriebskosten auf ähnlichem Niveau. Lediglich mit wesentlich günstigeren Neuwagenpreisen könnten die Alternativen dem Diesel den Rang ablaufen.

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