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Karl Peglau ist tot

Ampelmännchen-Erfinder in Berlin gestorben

Ampelmännchen-Erfinder Karl Peglau Foto: dpa 17 Bilder

Der Erfinder des ostdeutschen Ampelmännchens, Karl Peglau, ist tot. Der 82-Jährige sei bereits am Sonntag (29.11.) in Berlin gestorben, bestätigte der Geschäftsführer der Ampelmann GmbH, Markus Heckhausen, am Dienstag einen Bericht der "Berliner Zeitung" vom selben Tag.

01.12.2009

Peglau sei bis zuletzt jede Woche ins Büro gekommen, habe Mitarbeiter beraten und Ideen zur Produktgestaltung beigetragen, hieß es.

Ostdeutsche Kultfigur wird seit 1996 vermarktet

"Für ihn war es wichtig, dass er eine Aufgabe hatte", sagte Heckhausen, der die Kultfigur seit 1996 vermarktet. 1961 hatte Peglau das Männchen in der DDR entworfen. Wegen seines flotteren Aussehens machte es nach der Wende auch im Westen Karriere und verdrängte von mancher Ampel das West-Männchen, das etwas dünner und statischer wirkt.    

Mitte der 90er Jahre trat das Ampelmännchen seinen Erfolgskurs auch als Figur auf T-Shirts, Taschen, Handtüchern, Tassen und Lampen an. Er habe Peglau in die Vermarktung des populären Männchens einbeziehen wollen, erinnert sich Designer Heckhausen. "Er fand es erst völlig komisch, dass ich aus einem verkehrstechnischen Produkt ein Designprodukt machen wollte."    

Es kostete ihn viel Überredungskunst, Peglau zu einem ersten Treffen zu bewegen, berichtete der Geschäftsführer weiter. Der Verkehrspsychologe sei gegenüber Westdeutschen sehr skeptisch gewesen. Bei einem Kaffee habe er die Befürchtungen von Peglau zerstreuen können: "Als er merkte, dass ich sein Männchen nicht verramschen wollte, war er überzeugt."    

1996 überließ er Heckhausen die Nutzungsrechte an seiner Figur. Inzwischen gibt es mehr als 400 Produkte rund um das Ampelmännchen. Als die Figur nach der Wende abgeschafft werden sollte, hagelte es Proteste. Die Fans hatten Erfolg: Peglaus Männchen blieb den Fußgängern im Osten erhalten und schaffte es auch an manche Westkreuzung, vor allem im früheren West-Berlin.    

Ampelmännchen als Souvenir für Berlin-Touristen

Heckhausens Produkte sind zum heiß begehrten Souvenir für Berlin-Touristen geworden. Peglaus Wunsch, dass sich sein Ampelmännchen in ganz Deutschland durchsetzt, hat sich allerdings nicht erfüllt. An seinem Männchen gefalle ihm seine dickliche Gemütlichkeit, hatte Peglau einmal in einem Interview gesagt.    

Der im sächsischen Bad Muskau geborene Peglau habe immer etwas ins Büro mitgebracht, erinnerte sich der Geschäftsführer. Mal einen Blumenstrauß, mal einen Kuchen, mal Obst für Heckhausens Kinder. "Er hatte noch diesen altdeutschen Standard." Jeden Mitarbeiter habe er persönlich begrüßt. "Das hatte etwas Niedliches, wir haben immer alle schmunzeln müssen." Für ihn sei Peglau eine Vaterfigur gewesen. Heckhausens Kinder nannten ihn liebevoll den "Ampel-Opa."

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