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Angeblicher Breschnew-Mercedes versteigert

Foto: Finanzamt Potsdam

Die Versteigerung eines mehr als 40 Jahre alten Mercedes 600 aus dem Fuhrpark des früheren Kreml-Herrschers Leonid Breschnew hat 103.600 Euro erbracht. Den Zuschlag erhielt am Freitagmorgen (1.2.) ein Bieter aus Deutschland, teilte das Brandenburger Finanzministerium mit.

01.02.2008

Über den Erlös freut sich das Finanzamt Potsdam, das den 1966 gebauten Wagen vor einigen Jahren gepfändet hatte. Die Bieter hätten sich in den letzten Minuten vor Auktionsende noch eine wahre Gebotsschlacht geliefert, hieß es. Der Höchstbietende hat jetzt zehn Tage Zeit für Bezahlung und Abholung.

Staatskarosse im guten Zustand

Laut Gutachten ist die Staatskarosse in einem mehr als guten Zustand, der Lack - schwarz-metallic - ist einwandfrei, er wurde 1992 erneuert. Der V-8-Motor mit 6,3 Liter Hubraum leistet rund 250 PS. Der Tacho zeigt 90.000 Kilometer. Weißwandreifen, Schiebedach, graue Ledersitze und Automatik runden das Bild ab.

Von wem der Luxusschlitten stammt, darf der Ministeriumssprecher nicht sagen. Auch sonst liegt manches im Dunkeln. Dem Fahrzeugpass zufolge wurde das Auto 1966 von der Sowjetverwaltung in Moskau als Regierungswagen angemeldet. Wie das Auto in die Sowjetunion gelangte, ist unbekannt. Bekannt ist, dass das Modell, von dem zwischen 1964 und 1981 rund 2.200 gebaut wurden, viele Fans hatte. Dazu gehörten Mao, Tito, John Lennon oder Elvis Presley.

Auf den Geheimdienst KGB in Moskau zugelassen

Es sei nicht nachweisbar, dass Breschnew das Auto selbst benutzt habe, räumte ein Sprecher des Finanzministeriums ein. Der Wagen sei aber auf den Geheimdienst KGB in Moskau zugelassen gewesen. So ein Auto sei sicherlich nicht von KGB-Leuten aus der zweiten Reihe gefahren worden. Wie der Mercedes am 18. Juli 1991 nach Deutschland zurückkam, ist nicht geklärt.

Politisch galt er als Mann der Stagnation, privat liebte er die schnelle und luxuriöse Fortbewegung: Kreml- Herrscher Leonid Breschnew (1906-1982) hatte diverse teure Autos in seinem Fuhrpark. Unter ihnen war auch ein Mercedes W100 – besser bekannt als der legendäre "600er", früher der Wagen der Staatsmänner, der Schönen und der Reichen.

Bei dem Wagen handelt es sich allerdings um die kurze Version, also nur etwa fünfeinhalb Meter lang. Dafür gibt es eine Mini-Bar mit genügend Platz für Wodka, Eiswürfel und Gläser. Der Wagen sei in einem sehr guten Zustand, betonte auch das Finanzministerium, dem an einem guten Erlös gelegen sein muss. Einziger Wermutstropfen ist der in den Zeiten des Klimawandels nicht mehr ganz zeitgemäße Verbrauch: Rund 25 Liter auf 100 Kilometer.

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