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Anhänger-ESP LEAS

Damit das nicht passiert!

Sicherheit zum Nachrüsten: Das Stabilisierungssystem LEAS hindert Anhänger daran, gefährlich ins Pendeln zu geraten – erfolgreich, wie der Test beweist.

04.05.2009 Powered by

Da kriegen selbst alte Gespannhasen feuchte Hände: Der Anhänger schlägt aus wie das Pendel einer Kuckucksuhr – gleich wird er wohl die ganze Fuhre ins Verderben reißen. Doch plötzlich ein Ruck, Auto und Trailer rollen wieder brav in der Spur. Was ist passiert? In unserem Fall hat LEAS (Lubs Elektronisches Anhängerstabilisierungssystem) eingegriffen. Der rettende Engel funktioniert ebenso simpel wie genial: Ein Sensor am Anhänger erkennt gefährliches Aufschaukeln und aktiviert daraufhin kurzzeitig dessen Bremse – schon beruhigt sich das Gespann, und die Gefahr ist vorüber. Klingt nach einer Art ESP wie beim Auto. Stimmt – wenn auch mit Einschränkungen: Das ESP des Zugwagens reagiert schon auf bloßes Unter- oder Übersteuern, greift auf Motor und Bremsen zu und regelt einzelne Räder gezielt ein. LEAS Stunde kommt erst, wenn der Anhänger hin und her pendelt: Dann werden alle Räder des Trailers gleichzeitig verzögert. Dies geschieht jedoch deutlich schwächer als beim Auto, der Gesetzgeber will es so: Die Auflaufbremsen haben kein ABS, sollen in kritischen Fahrsituationen aber auch nicht blockieren.Lohnt der Aufwand? Schließlich gibt es doch auch Reibkupplungen mit Antischlingereffekt. Außerdem bieten immer mehr Autohersteller bei ab Werk montierter Anhängerkupplung ein ESP mit Gespannstabilisierung an. Die Antwort lautet: Ja. Reibkupplungen verschieben nur die kritische Geschwindigkeit, ab der sich jedes Gespann aufschaukelt, nach oben. Die Situation bereinigen können sie aber nicht. Ein Auto-ESP, das auch das Fahrverhalten des Anhängers im Blick behält, schafft das zwar, muss dazu aber das ­gesamte Gespann – fast wie bei einer Vollbremsung – sehr stark verzögern. Ein Fahrdynamikexperte bei BMW betont deshalb zu Recht: „Am Auto können wir nur die Symptome bekämpfen. Besser ist es, das Übel an der Wurzel zu packen und den Hänger zu stoppen.“ LEAS schlägt übrigens blitzschnell zu: Vom Erkennen der Gefahr bis zum Verzögern des Anhängers vergeht weniger als eine Sekunde. Dann reißt eine per Elektromotor vorgespannte Feder so an Gestänge und Seilen, dass die Beläge mit der Wirkung einer angezogenen Handbremse eingreifen. Zuverlässig scheint LEAS auch zu sein. Erfinder Werner Lubs betont: „Ich habe seit 1992 schon mehrere Tausend dieser Systeme gebaut und verkauft, noch nie gab es damit Probleme.“ LEAS und die Konkurrenz Chassishersteller Al-Ko bietet seit 2008 ATC (Al-Ko Trailer Control), von Achsenspezialist BPW kommt iDC (intelligent Drive Control). Trotz technischer Unterschiede im Detail arbeiten sie ähnlich wie LEAS: kritisches Pendeln erkennen, Hänger durch kurzes Bremsen beruhigen. ATC und iDC sind allerdings nur für Achsen und Fahrwerke der jeweiligen Hersteller freigegeben. LEAS passt an jeden ein- oder zweiachsigen Anhänger mit Auflaufbremse. Preis: 640 Euro plus 60 Euro für den Kabelsatz, bestellbar bei BL-Trading, Auf dem Brand 10, 50996 Köln (www.bl-trading.de ).

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