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Anschlussgarantien für Neuwagen

Was die Garantieversprechen bringen

Fahrzeuggarantie 49 Bilder

Mit langen Garantieversprechen sollen Kunden gelockt werden. Was ist bei den so genannten Anschlussgarantien genau zu beachten und wo liegen die Fallstricke?

09.08.2009 Henning Busse

Beim Autokauf werden gern Anschlussgarantien verkauft, die Schutz bis zu sieben Jahren versprechen. Vorsicht: Selten sind sie so umfangreich wie die Werksgarantie. Mit dem Schutzbedürfnis der Deutschen lässt sich viel Geld verdienen. Das haben nicht nur die Versicherungen erkannt. Auch die Autoherstel­ler profitieren von dieser Er­kenntnis - gerade wenn es um die Garantie geht.

Nach zwei Jahren gilt die Garantie nur noch teilweise

Um Kunden zu binden, erwei­tern einige Marken kostenlos ihre Garantieversprechen. So hat Kia bei den Modellen Kia Cee’d und Sportage die Schutzzusage auf sieben Jahre erhöht, bei Chrysler und Opel gibt es für einige Modelle immerhin sechs Jahre. Diese Angebote hören sich verlockend an. Doch häufig sind die Zusagen an Rabattak­tionen gekoppelt, die nur eine gewisse Zeit laufen. Darüber hinaus darf man eine volle Absicherung nicht während der gesamten Vertragszeit erwarten. Nur innerhalb der zwei bis drei Jahre dauernden Neuwagengarantie werden alle Mängel komplett behoben, danach wird die Mängelbeseitigung oft nur noch anteilig übernommen.

Die Anschlussgarantien sind je nach Hersteller unterschiedlich

Wie hoch die Zuzahlungen ausfallen, hängt von Fahr­zeugalter und Laufleistung ab. Bei Opel zum Beispiel liegt die Grenze für die volle Kostenübernahme beim Material bei 50.000 Kilometern. Die Lohn­kosten dagegen sind von der Police voll gedeckt. Ähnlich sieht das Prozedere auch bei anderen Herstellern aus, die Anschlussgarantien anbieten. Allerdings oft mit leichten Abweichungen: So bieten die Policen von Ford, VW oder Mercedes eine kom­plette Kostenübernahme bis zu 100.000 Kilometer.

Bei einer Anschlussversicherung lohnt sich der Blick auf den freien Markt

Für solch eine lange Schutzzusage müssen die Kunden aber bisweilen viel bezahlen. Ford zum Beispiel verlangt beim Fo­cus für den "Protect Garantie-Schutzbrief plus" über zwei Jahre fast 900 Euro - inklusive der Mobilitätsgarantie. Bei solchen Preisen kann ein Blick zu freien Anbietern am Markt lohnen. Viele Versiche­rungen bieten mittlerweile auch Anschlussgarantien kos­tengünstig an. Die Rekoga et­wa offeriert Policen in Zusam­menarbeit mit der Europa-Versicherung schon ab 79 Euro.

Anschlussgarantien versichern oft nur bestimmt Ersatzteile

Bevor Kunden allerdings zu diesen Schnäppchen greifen, sind die Bedingungen genau zu studieren. Denn die Leistun­gen variieren - was schon da­mit beginnen kann, dass in manchen Verträgen nicht nur die Material-, sondern auch die Lohnkosten vom Kunden an­teilig zu tragen sind. Zudem sind die Verträge oft nur auf bestimmte Fahrzeug­teile beschränkt, so dass sich zu vergleichen lohnt, wofür kein Schutz besteht. Auch Tu­ning oder mangelnde Wartung können zu Ärger führen.

Die Größe des Autos spielt für die Anschlussgarantie eine Rolle

Obendrein spielt die Fahrzeuggröße eine Rolle: Manche Unterneh­men versichern keine Autos mit Sechszylinder-Motoren oder mehr als 150 kW (204 PS) Leistung, und auch SUV bekommen gelegentlich keine Police. Und noch etwas: Wer sich für eine Anschlussgarantie inter­essiert, sollte sich auf jeden Fall Zeit für Vergleiche nehmen und nicht drängen lassen. In der Regel sind die Verträge auch noch Monate nach dem Neuwagenkauf abschließbar. So laufen die Kunden nicht Ge­fahr, dass sie ein Produkt kau­fen, das einen bei der Behe­bung eines Fahrzeugmangels im Stich lässt.

Nur Anschlussgarantien mit guten Leistungen bringen Schutz

Auf jeden Fall bietet eine mit guten Leistungen versehene Garantie rechtlich mehr Schutz als die gesetzliche Sachman­gelhaftung. Hier genießen die Kunden nur in den ersten sechs Monaten einen guten Schutz. Innerhalb dieser Zeit gilt die so genannte Beweislastumkehr. Das heißt: Der Händler muss nachweisen, dass der Mangel nicht schon beim Kauf vorlag, was ihm in der Regel schwerfällt. Danach liegt die Beweislast beim Kun­den, und Schwierigkeiten sind oft vorprogrammiert. Denn dann geht es meist um die Frage, ob der Fehler am Auto ein Sachmangel oder eine so genannte natürliche Ver­schleißerscheinung ist, die dem Alter und der Laufleistung des Fahrzeugs entspricht. Häu­fig müssen die Gerichte in Deutschland die Antwort lie­fern, und das sind in der Regel Fallentscheidungen. Bisher gibt es keine offizielle und verbindliche Übersicht, die Fahrzeugteile in die Gruppe Verschleiß oder Mangel einsortiert. Zu viele Faktoren spielen für die Juristen eine Rolle. Eine Garantie kann hier für Klarheit sorgen - aber auch nur jene Verträge mit guten Leistungen.

Die Tabelle zeigt, dass die Erstattungshöhe von der Laufleistung oder dem Fahrzeugalter abhängt.

Erstattungssatz in ProzentLaufleistung in km
100bis 50.000
90bis 60.000
80bis 70.000
70bi 80.000
60bis 90.000
50bis 100.000
40über 100.000
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