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Assistenzsysteme im Überblick

Elektronische Helfer können Leben retten

Foto: Daimler, Continental 21 Bilder

Moderne Fahrerassistenzsysteme können nach einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) über 70 Prozent aller schweren Verkehrsunfälle vermeiden, denn ESP & Co. entlasten den Fahrer und helfen ihm so, komplexe oder kritische Verkehrssituationen zu meistern.

04.03.2010 Uli Baumann

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden waren in Deutschland gar über 90 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2008 auf Fehlverhalten der Fahrzeugführer zurückzuführen. Assistenzsysteme hätten eine Vielzahl der Unfälle vermeiden oder die Unfallfolgen deutlich reduzieren können.

Im heutigen Straßenverkehr müssen von den Autofahrern enorme Koordinations- und Wahrnehmungsleistungen vollbracht werden. Versagt der Faktor Mensch, so kommt es oft unweigerlich zu einem Unfall. Genau hier greifen moderne Assistenzsysteme ein. Sie geben dem Fahrer Feedback und Ratschläge, ergreifen notfalls Maßnahmen und helfen dabei, die Übersicht und Kontrolle in jeder Fahrsituation zu bewahren. Vor allem im Ernstfall tragen sie dazu bei, das Leben von Fahrer und Insassen zu schützen, ohne den Fahrer dabei aus der Verantwortung zu entlassen.

Die größte Verbreitung haben mittlerweile elektronische Stabilitätsprogramme erreicht. Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2008 eine ESP-Ausrüstungssteigerung um 81 Prozent bei den Neuzulassungen in Deutschland. Dennoch fahren Kleinwagen oft noch ohne diesen Schleuderschutz. Teilweise ist ESP hier nicht verfügbar, oder es ist den Käufern gemessen am Gesamtfahrzeugpreis einfach zu teuer.

Elektronische Stabilitätskontrolle

Der elektronische Schleuderschutz  korrigiert automatisch Unter- und Übersteuern, wenn etwa eine Kurve zu schnell angefahren wurde oder das Fahrzeug droht, bei einem Ausweichmanöver außer Kontrolle zu geraten. Es hilft, das Fahrzeug auf der Straße zu halten, indem es die gewünschte Fahrtrichtung mit der aktuellen Richtung vergleicht. Werden Abweichungen festgestellt, so bremst das System einzelne Räder gezielt ab, die Motorleistung wird gedrosselt und der Wagen so wieder auf Kurs gebracht. Weil ESP derzeit als wichtigstes aktives Sicherheitssystem gilt, schreibt die EU für neue Fahrzeugtypen ab dem 1. November 2011 ESP vor. Für Neuzulassungen wird ESP ab dem 1. November 2014 Pflicht.

Toter Winkel-Assistent

Bei der Überwachung des sogenannten Toten Winkels erhält der Fahrer zunehmend Unterstützung durch Tote Winkel-Assistenten, die Unfälle beim Spurwechsel vermeiden sollen. Dabei überwachen Radarsensoren oder Kameras den Raum hinter und neben dem Fahrzeug. Wird ein sich bewegendes Objekt entdeckt, so schlägt das System Alarm.

Verkehrszeichenerkennung

Der Schilderwald am Straßenrand wird immer unüberschaubarer. Schnell hat man da mal ein Tempolimit übersehen. Hier greift die Verkehrszeichenerkennung dem Fahrer unter die Arme. Kamerabasiert sichtet das System Tempolimit-Schilder am Straßenrand und blendet die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Fahrersichtfeld ein. Manche Systeme kooperieren dabei mit einem Navigationssystem.

Notbremsassistent

Im dichten Stadtverkehr sind Autofahrer besonders gefordert. Nach Untersuchungen passieren rund drei Viertel alls Unfälle mit Verletzten im Stadtverkehr bei Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h, wobei in vielen Fällen garnicht oder nur unzureichend gebremst wurde. Hier wird der Notbremsassistent (Fahrer-Assistenzsysteme im Test) aktiv. Sensoren überwachen den vorausfahrenden Verkehr. Verkürzt sich der Abstand so schnell, dass ein Auffahrunfall droht, werden gleichzeitig die Bremsanlage in Alarmbereitschaft versetzt und zum Beispiel die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Erkennt das System keine Fahrerreaktion, wird eine Notbremsung eingeleitet.

Spurhalteassistent

Eine kleine Ablenkung, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit oder Sekundenschlaf und schon ist es passiert: Der Fahrer verlässt unbeabsichtigt die Spur und es kommt zum Unfall. Auch hier eilt ein Kamera-basiertes System dem Fahrer zu Hilfe. Hierbei werden die Fahrbahnmarkierungen überwacht. Droht das Fahrzeug die Markierungen unbeabsichtigt zu überfahren, wird der Fahrer gewarnt.

Intelligenter Tempomat

Der Tempomat als Komfortfeature hat sich schon lange etabliert. Mit zunehmender Verkehrsdichte ist der Tempomat mit seiner konstanten Geschwindigkeitsregelung aber nur noch selten nutzbar. Der intelligente Tempomat, der sich auf ein Radarsystem stützt, versucht dagegen die voreingestellte Geschwindigkeit zu halten, ohne dabei den notwendigen Sicherheitsabstand zu vernachlässigen. So folgt der Wagen auf Wunsch selbstätig dem aktuellen Verkehrsfluss, auch im Stop-and-Go-Bereich.

Intelligente Lichtsysteme

Entlastung und zusätzliche Sicherheit für den Fahrer bringen auch intelligente Lichtsysteme ( Adaptive Xenon-Lichtsysteme im Test). Gestützt auf eine Videokamera und eine Steuereinheit stellen die Lichtsysteme bei Dunkelheit immer die optimale Leuchtweite und Ausleuchtung der Fahrbahn zur Verfügung, ohne dabei den Gegenverkehr zu blenden. Bei der stufenlosen Anpassung verschwinden die Grenzen zwischen Fernlicht und Abblendlicht.

Noch sind viele dieser Systeme nur in Fahrzeugen der gehobenen Preisklasse zu finden, nach Angaben von System-Herstellern wie beispielsweise Continental ist die Technik aber bereits reif für den Einsatz in allen Fahrzeugkategorien bis hinunter zum Kleinwagen. Eine Einschränkung beim Fahren hat der Fahrzeugführer nicht zu fürchten, denn die Assistenten arbeiten stets unauffällig im Verborgenen. Auch entbinden Fahrerassistenzsysteme den Fahrer niemals von der Verantwortung für sich und andere, mit voller Konzentration zu fahren.

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