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Assistenzsysteme von Audi

Oh Helferlein kommet

Audi Assistenzsysteme, Stauassistent Foto: Audi 28 Bilder

Audi arbeitet derzeit an einer Vielzahl neuer Technologien. Im Fokus stehen unter anderem neue Assistenzsysteme, die Vernetzung von Fahrzeugen und die Entwicklung neuer Lichttechnologien.

19.12.2011 Thomas Gerhardt

Vorsprung durch Technik - Dieser Slogan prangte erstmals im Jahre 1971 unter einer Werbeanzeige des NSU Ro 80. Die Limousine der oberen Mittelklasse war damals in Sachen Design und Motortechnik ihrer Zeit tatsächlich weit voraus. Ein großer Erfolg wurde der NSU Ro 80 aufgrund seines anfälligen Wankelmotors zwar nicht, doch der Werbeslogan ist bis heute geblieben.

Einen Vorsprung möchte Audi vor allem bei der Entwicklung von neuen Assistenzsystemen erreichen. Das selbsternannte Ziel lautet: Das Auto in Zukunft so intelligent zu machen, dass Unfälle komplett vermieden werden können. Vieles ist noch reine Zukunftsmusik, andere Systeme bauen auf den bereits erhältlichen Assistenten auf und könnten schon bald in Serie gehen.

Stauassistent nimmt dem Fahrer das Lenken ab

So wird zum Beispiel die automatische Abstandsregelung mit dem Namen adaptive cruise control in Zukunft mit einem Stauassistenten erweitert. Das System hält bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h einen konstanten Abstand zum Vordermann und soll dem Fahrer sogar das Lenken abnehmen. Es führt das Auto hinter dem Vorausfahrenden her und wäre somit in der Lage, Hindernisse zu umfahren oder eine Rettungsgasse zu bilden. Können sich Audi-Fahrer im Stau künftig also zurücklehnen und Zeitung lesen? Theoretisch wäre das möglich, denn falls doch mal eine Kollision droht, gibt es ja die automatische Vollverzögerung.

Spaß beiseite, auch diese Funktion wird bei Audi derzeit weiter entwickelt: Pre Sense City nennt sich das neue Assistenzsystem, das den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 65 km/h mit einem kurzen Bremsimpuls vor einer drohenden Kollision warnt. Wenn der Fahrer dann nicht reagiert, soll das Fahrzeug etwa eine Sekunde vor einer Kollision mit voller Kraft automatisch abgebremst werden. Der maximal mögliche Geschwindigkeitsabbau beträgt dabei 30 km/h. Das System kann nach Angaben von Audi auch Fußgänger auf eine Entfernung von 25 Metern erkennen und einen großen Beitrag zu ihrem Schutz leisten.

Für eine automatische Vollbremsung bei Geschwindigkeiten oberhalb von 65 km/h steht noch eine weitere Ausbaustufe des Pre Sense-Systems in den Startlöchern. Dabei scannt ein Laser den vorderen und seitlichen Bereich des Fahrzeugs. Auf diese Weise soll das System erkennen können, ob der Fahrer einem vorausliegenden Hindernis überhaupt noch ausweichen kann. Ist dies nicht mehr möglich, zum Beispiel wegen einer Bebauung am Straßenrand, leitet das System im Notfall eine Vollbremsung ein.

Autos sollen in Zukunft miteinander kommunizieren können

Kommt es doch mal zu einem Unfall, sind gute Sicherheitsgurte besonders wertvoll. Schon bald könnten auch im Fond eines Audi aktive Gurtschlösser zum Einsatz kommen, die von kleinen Elektromotoren bewegt und bei einer drohenden Kollision automatisch gestrafft werden. Die E-Motoren sollen dabei noch enger mit den neuen Assistenzsystemen vernetzt werden, um frühzeitig auf drohende Unfälle reagieren zu können.

Die Vernetzung des ganzen Fahrzeugs mit anderen Verkehrsteilnehmern oder der Infrastruktur rückt ebenfalls immer weiter in den Vordergrund. Mit der Car-to-X-Technologie, sollen Autos in Zukunft über Funk miteinander kommunizieren können und somit das Fahren noch sicherer machen. Ein Beispiel: Wenn ein Fahrzeug am Stauende nachfolgende Fahrzeuge per Funksignal warnt oder die Warnung vor Straßenglätte von einem Auto zum nächsten weitergegeben wird, erhöht das die Verkehrssicherheit entscheidend. Auch die Kommunikation mit einem fest installierten Modem an einer Kreuzung oder einer Ampel wäre denkbar.

An Kreuzungen und Einmündungen könnte schon bald der Kreuzungsassistent für mehr Sicherheit sorgen. Zwei Radarsensoren und eine Weitwinkel-Kamera beobachten den vorderen und seitlichen Bereich des Wagens und sollen den Fahrer frühzeitig vor herrannahenden Fahrzeugen informieren. Als Erweiterung dieses Systems könnte die Car-to-X-Kommunikation zum Tragen kommen, die das System mittels Funkkontakt mit anderen Fahrzeugen auch dann mit Informationen versorgt wenn die Sicht der Sensoren verdeckt ist.

Welcher Hersteller bei der Entwicklung dieser Vernetzungs-Technik derzeit die Nase vorn hat, spielt keine Rolle, denn die Vernetzung von Fahrzeugen kann nur dann wirklich funktionieren, wenn alle Hersteller an einem Strang ziehen.

Automatisches Einparken mit dem Parkpilot

Neben den Sicherheitssystemen arbeitet Audi auch an neuen Komfortassistenten, wie zum Beispiel dem Parkpiloten. Der Fahrer soll sein Fahrzeug in Zukunft schon vor der Garage verlassen und über eine Fernsteuerung oder einem Smartphone den Befehl zum Einparken geben können. Mittels Ultraschallsensoren wird das Auto nach Angaben der Entwickler Hindernisse erkennen und sich auf diese Weise selbsständig in eine Parklücke einfädeln. Der Fahrer müsste den Vorgang nicht einmal beobachten: Wenn das Fahrzeug seine Endposition erreicht hat, wird automatisch der Motor abgestellt, die Türen verriegelt und eine Bestätigungs-Nachricht an den Fahrer gesendet.

Auch die Sensoren des Spurwechsel-Assistenten könnten schon bald neue Aufgaben bekommen. Ihre Verwendung ist zum Beispiel beim rückwärtigen Ausparken oder vor dem Türöffnen beim Ausstieg besonders nützlich, da sie den Raum neben und hinter dem Auto überprüfen und somit heranfahrende Fahrzeuge oder Radfahrer erkennen können.

Mehr elektronische Unterstützung sollen in Zukunft auch Fahrer genießen, die öfter mal mit einem Anhänger unterwegs sind. Der Anhängerrangierassistent überprüft mit einem Sensor in der Anhängerkupplung beim rückwärtigen Rangieren den Knickwinkel zwischen Zugfahrzeug und Anhänger und führt gegebenfalls Lenkbewegungen durch, um diesen Winkel stabil zu halten und ein Berühren der beiden zu verhindern.

Für mehr Sicherheit und Komfort im Straßenverkehr bietet Audi momentan diese Assistenzsystemen an:

Adaptive Cruise Control - die automatische Abstandsregelung

Die automatische Abstandsregelung arbeitet in einem Geschwindigkeitsbereich von null bis 250 km/h und regelt den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug mit selbsttätigem Gasgeben und Bremsen. Mit der Stop & Go-Funktion verzögert das Fahrzeug wenn nötig sogar bis zum Stillstand und rollt automatisch wieder an. Zwei Radarsensoren, eine Kamera, die Ultraschallsensoren der Einparkhilfe und weitere Fahrassistenssysteme beliefern die Abstandsregelung mit den notwendigen Informationen.

Active Lane Assist - der Spurhalteassistent

Der Spurhalteassistent erfasst ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h die Markierungen auf der Fahrbahn und hält das Fahrzeug mit gezielten Lenkeingriffen in der Spur. Das System nutzt dazu die Bilder einer Kamera, die vor dem Innenspiegel sitzt. Der Fahrer kann während der Fahrt festlegen, wie früh der Spurhalteassistent eingreifen soll.

Active Side Assist - Der Spurwechselassistent

Zwei Radarsensoren im Heck beobachten das Geschen hinter dem Auto und warnen den Fahrer über eine gelbe LED-Anzeige im Aussenspiegel vor anderen Verkehrsteilnehmern, die schnell herannahen oder im Toten Winkel fahren.

Der Nachtsichtassistent

Der Nachtsichtassistent wertet die Bilder einer Wärmebildkamera aus und konzentriert sich dabei vor allem auf die Erfassung von Fußgängern. Bis zu 300 Meter weit kann die Kamera vorausblicken, die Bildverarbeitungssoftware erkennt Personen ab einer Entfernung von 100 Metern. Wird ein Fußgänger erfasst, warnt das System den Fahrer über eine Markierung im Display, einem Warnton und gegebenfalls über das optionale Head-up-Display.

Der Parkassistent

Möchte der Fahrer rückwärts in eine parallel oder quer zur Fahrbahn liegende Parkbucht einparken, führt der Parkassistent alle nötigen Lenkbewegungen für den Vorgang durch. Der Fahrer muss nur noch Gas geben oder bremsen. Zuvor kann das System eine Parklücken beim Vorbeifahren sogar vermessen und entscheiden ob sie groß genug ist. Die Informationen liefern Ultraschallsensoren, akustische und optische Signale sowie die Rückfahr- und Umgebungskamera.

Die Tempolimitanzeige

Die Tempolimitanzeige weist den Fahrer im Kombiinstrument oder im optionalen Head-up-Display auf die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit hin. Die Informationen bekommt das System über eine Kamera hinter dem Rückspiegel, die nicht nur konventionelle Straßenschilder, sondern auch digitale oder Piktogramm-basierte Geschwindigkeitsanzeigen.

Das Sicherheitssystem Pre Sense

Vorausschauende Sicherheit, dafür steht das Sicherheitssystem Pre Sense. Das Technikpaket ist in drei Ausbaustufen - Pre Sense Front, Pre Sense Rear und Pre Sense Plus erhältlich. Alle Versionen arbeiten eng mit dem Abstandsregler sowie dem Spurwechselassistenten zusammen und nutzen zudem die Informationen der ESP-Sensoren. Droht eine Kollision, unterstützt Pre Sense Front den Fahrer in vier Stufen.

In der ersten Stufe löst das System ein Warnsignal aus, in der zweiten Stufe einen kurzen Bremsimpuls. Sollte der Fahrer dann nicht reagieren, folgt in der dritten Stufe eine Teilbremsung. Außerdem werden automatisch alle Fenster geschlossen, die Gurte gestrafft und die Warnblinkanlage aktiviert. Ist eine Kollision nicht mehr zu vermeiden leitet das System Pre Sense Plus in der vierten Stufe eine Vollbremsung ein. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit vor einem Unfall um bis zu 40 km/h reduziert werden.

Das Sicherheitssystem Pre Sense Rear nutzt die Sensoren des Spurwechselassistenten und mindert die Folgen eines Heckaufpralls indem es ebenfalls alle Fenster schließt, die Gurte strafft und die optionalen Memory-Sitze in eine aufrechte Position bringt.

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