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Aston Martin DB V8 Vantage Roadster

Fire and Iceland

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Wo Pierce Brosnan in seinem letzten Film als James Bond einen Vanquish-Dienstwagen zerstörte, belichtete René Staud die rote und offene Zukunft von Aston Martin - den DB V8 Vantage Roadster auf der Vulkaninsel Island.

15.01.2007

Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen: Ein Roadster, zumal ein britischer, ist etwas Anderes. Denn streng genommen hat er kein Faltdach, sondern nur eine Plane plus ein paar Zeltstangen. Wird er doch von Männern gemacht, die gern draußen übernachten - mit nur einem dünnen Fetzen Stoff zwischen sich und dem Regen. Soweit die Folklore.

Dass sich der jüngste offene Aston Martin trotzdem Roadster nennt, sollte man also am besten als Reminiszens an jene Zeiten verstehen, als offene Sportwagen noch gnadenlos waren und ihre Fahrer hartgesotten. Folglich heißt dieses Auto auch nicht Volante, denn dieser klangvolle Name bürgt bei Aston Martin traditionell für den kultivierten Cabriogenuss. Daher auch DB9 Volante, aber DB V8 Vantage Roadster. Was nicht bedeutet, dass man in den kleineren und preisgünstigeren Typ nur mit wasserfester Kleidung und Sturmhaube einsteigen sollte. Der DB V8 Vantage ist einfach nur fokussierter, mehr Sportwagen als Gran Turismo.

Auf die Errungenschaften der Cabriotechnik muss der Kunde indessen keineswegs verzichten: Das aufwendig gearbeitete Stoffdach verschwindet - ganz wie es sich heute gehört - auf Knopfdruck binnen 18 Sekunden hinter den Sitzen, wo es von einer festen Abdeckung geschützt wird. Das funktioniert sogar während der Fahrt, sofern der Tacho nicht mehr als 50 km/h anzeigt. Von wegen Roadster also. Immerhin erfreut am Aston Martin aber noch Stoff das Auge, und er kommt nicht mit einem klobigen Falthardtop aus Blech daher.

Cabrio veredelt das Coupé

Überhaupt ist die Verwandlung des Coupés in eine offene Variante optisch bestens gelungen, wozu man den Hersteller nur beglückwünschen kann. Schließlich gibt es genügend andere Beispiele, und das ob seiner Formschönheit zu Recht verehrte V8-Coupé stellt diesbezüglich besonders hohe Anforderungen. In diesem Fall ist der visuelle Reiz der Offenversion mindestens ebenso herzerweichend. Das Textiloberteil sitzt knapp wie eine Sportmütze. Legt man sie ab, erscheinen hinter den Kopfstützen zwei lederne Höcker im Blickfeld, die vom Interieur zum Exterieur fließen und Dynamik suggerieren.

Bei Aston Martin spricht man deshalb von "Speed Humps" - ein nicht ganz neuer stilistischer Kniff, der hier deshalb optimal gelingt, weil der DB V8 Vantage auf jedwede Art von Rücksitzen verzichtet. Mehr als zwei Personen und ein wenig Gepäck lassen sich in ihm nicht transportieren, zumal im Zuge der Verwandlung zum Roadster der Kofferraum von 239 Liter auf 145 Liter schrumpfte. Technisch gesehen gestaltete sich der Umbau vergleichsweise problemlos. Die Tatsache, dass sich die Karosserie auf einen separaten Aluminiumrahmen stützt, erleichtert die Sache.

Komfortable Fahrwerksabstimmung

Diverse Verstärkungen tragen dem Verzicht auf ein festes Dach Rechnung, sodass dieses Cabrio ein Vorbild an Verwindungssteifigkeit sein soll - lässt man mal außer Acht, dass das Coupé trotz allem noch 35 Prozent steifer ist. Zudem tragen die Maßnahmen inklusive Verdeck und versenkbarem Überrollschutz (von Volvo) nur wenig auf: Das Mehrgewicht beschränkt sich auf 70 Kilogramm. Daraus folgt, dass der Roadster-Pilot fahrdynamisch keine unliebsamen Überraschungen befürchten muss.

Die 385 PS des unverändert vom Coupé übernommenen 4,3-Liter-V8-Motors haben es mit einem Wagengewicht von 1.715 Kilogramm zu tun - ein Porsche 911 Cabrio mag deutlich weniger wiegen, aber heutzutage gelten auch 1,7 Tonnen nicht als übergewichtig. Immerhin ist es leicht genug, um den offenen DB V8 Vantage laut Werksangabe in fünf Sekunden auf Tempo 100 befördern zu können und (geschlossen) 280 km/h zu ermöglichen. Neu ist, dass man die sechs Gänge dabei wahlweise zur herkömmlichen Art mittels Schalthebel und Kupplung auch automatisiert über Paddel am Lenkrad wechseln kann.

Außerdem kommen die Kunden in den Genuss einer gegenüber dem Coupé etwas komfortableren Fahrwerksabstimmung. Was es für das Roadstervergnügen anzulegen gilt, bleibt unterdessen ein Geheimnis, das erst zur offiziellen Vorstellung des Autos Anfang Januar auf dem Autosalon in Los Angeles gelüftet werden soll. Schätzungen informierter Kreise lassen jedoch einen Roadster-Aufpreis von knapp zehn Prozent vermuten. Mit rund 117.000 Euro muss man also schon rechnen.

Da mögen Normalverbraucher nach Luft schnappen. Doch der Kenner weiß: So wohlfeil war es noch nie, einen offenen Aston Martin sein Eigen zu nennen.

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