Aston Martin One-77 auf dem Autosalon Genf 2009

James Bonds nächster Dienstwagen?

Aston Martin One-77

Auf dem Genfer Automobilsalon stellt Aston Martin den One-77 vor. Eine limitierte Fahrmaschine, für die die aktuellen DTM-Autos Pate standen.

Gestatten: 77. One-77. Der wohl kompromissloseste Aston Martin, den es je gab. Er ist das Resultat einer ebenso klaren wie folgenschweren Ansage der Aston Martin-Chefabeteilung an die Entwickler im britischen Gaydon: Baut eine Fahrmaschine, die alles in den Schatten stellt. Geld spielt keine Rolle.

Über 700 PS

Darauf schienen die Aston Martin-Ingenieure nur gewartet zu haben. Um den "definitiven Sportwagen" zu erschaffen, nahmen die Techniker die Rennfahrzeuge aus der DTM genau unter die Lupe und übertrugen ihre Erkenntnisse auf das Projekt One-77. Der limitierte Über-Aston sollte die Eigenschaften eines Rennwagens mit Straßenzulassung bieten und selbst alle bisherigen Aston-Modelle in den Schatten stellen.

Konsequenterweise verfügt der One-77 genau wie die DTM-Renner von Mercedes und Audi über ein ebenso leichtes wie steifes Kohlefaser-Monocoque sowie Doppelquerlenker mit Pushrod-Anlenkung. Dadurch lassen sich die ungefederten Massen reduzieren. Die Dämpfer sind komplett einstellbar und werden bei der Auslieferung an die jeweiligen Wünsche des neuen Besitzers individuell angepasst.

Im Falle von James Bond, dem Agenten Ihrer Majestät, sollte demnach die Feder-Dämpfer-Abstimmung nicht allzu straff ausfallen, damit Verfolgungsjagden auf öffentlichen Straßen kein peinliches Ende nehmen. Ob der One-77 in einem der nächsten Bond-Filme eine Hauptrolle spielen wird, ist bislang noch Spekulation. Aber welches Fahrzeug wäre geeigneter als der exklusivste aller Aston Martin?

Schließlich wäre James in diesem Fall mit reichlich motorischer Potenz ausgestattet. Der V12-Saugmotor basiert auf dem aus dem Aston Martin DBS, DB9 und dem neuen V12-Vantage bekannten Sechsliter-Triebwerk. Für den One-77 operierte Spezialist Cosworth noch einmal am offenen Herzen und erweiterte den Hubraum auf sieben Liter. Die Leistung des Siebenliter-V12 beziffert man bei Aston Martin vage mit "700 PS Plus". Gleichzeitig konnte das Gewicht des Frontmittelmotors um 25 Prozent gesenkt werden. Zudem sorgt eine Trockensumpfschmierung dafür, dass Bond auch bei ausfälliger Fahrweise nicht mit Motorschaden strandet.

Weiterer Vorteil: Der Motor konnte dank des neuen Trockensumpf-Systems 100 Millimeter tiefer eingebaut werden, als dies jemals in einem Aston Martin mit V12-Triebwerk der Fall war. Die dadurch erzielte Absenkung des Schwerpunktes soll in einem nochmals verbesserten Fahrverhalten resultieren.

Ebenfalls neu ist das speziell für den One-77 entwickelte sequenzielle Sechsganggetriebe, welches sich über Schaltpaddel hinter dem Lenkrad bedienen lässt.

Keramikstopper serienmäßig

Der One-77 rollt auf üppigen, 20-Zoll großen Pirelli P Zero Corsa-Sportreifen. An der Vorderachse halten 255er Pneus den Kontakt zur Fahrbahn. An der hinteren Antriebsachse verbeißen sich 335er Walzen in den Asphalt.

Die lediglich 1.500 Kilogramm Leergewicht sollen dank modifizierter Keramikbremsen binnen kürzester Zeit zum Stehen kommen. Die Höchstgeschwindigkeit wird laut Aston Martin jenseits der 320 km/h-Marke liegen. Nach nur 3,5 Sekunden soll die Tachonadel die 100er-Marke passieren.

Das Design des neuen Supersportlers lehnt sich stark an die Linienführung des DBS an. Die seitlichen Kiemen erinnern entfernt an den Mercedes SLR McLaren, während die zusätzlichen Kühlluftöffnungen in der Front und auf der Motorhaube auf den gestiegenen Kühlluftbedarf des V12 hinweisen.

Geld spielt keine Rolle

Vom One-77 sollen lediglich 77 Exemplare enstehen. Man munkelt von einem Preis jenseits der 1,4 Millionen Euro. Geld spielt in manchen Kreisen eben keine Rolle. Das Fahrzeug mit der Chassis-Nummer Eins wird in Genf zu bewundern sein. Kurz danach steht dem One-77 ein hartes Testprogramm mit Ausdauer- und Belastungstests bevor. Denn schließlich könnte es ja doch sein, dass sich demnächst wieder einmal ein Aston Martin im Auftrag Ihrer Majestät beweisen darf.

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Manuel Dohr

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