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Astra gegen Golf

Spitzen-Kampf

Foto: Schulte-Nextline 10 Bilder

Das wichtigste Duell der Kompaktklasse geht in die nächste Runde: Der Opel Astra eröffnet den Spitzen-Kampf bereits 2007 mit einem Facelift, der VW Golf folgt erst 2008 mit einer Runderneuerung.

10.10.2006

Wenn die Menschen auf der Straße etwas bewegt, dann sind es nicht die Volksparteien, sondern die echten Volkswagen. Golf und Astra verzeichneten 2005 in Deutschland ein Wählervotum von knapp über 50 Prozent in der Kompaktklasse, was im besten Politikerjargon als eindeutige Mehrheit gewertet werden darf.

Doch irgendwann ist es ein Kreuz mit dem Kreuz – und zwar immer dann, wenn die Wahlaussagen mit der Zeit verblassen. Es stehen also Neuwahlen in der Kompaktklasse an, wobei der Astra bereits ab Januar 2007 mit einem Facelift auf Stimmenfang geht, während die große Überarbeitung des Golf noch bis Sommer 2008 auf sich warten lässt.

Der Wechsel von Golf V zu Golf VI erfolgt dabei mit wesentlich geringerem technischen Aufwand als bei der vorangegangenen Generation, bei der eine aufwendige Mehrlenker-Hinterachse die einfachere Verbundbauweise ersetzte. Und trotzdem steht der Golf IV im Lastenheft des Neuen: als Benchmark für die Qualitätsanmutung im Innenraum. Früher war der Golf im auto motor und sport-Vergleichstest auf diesem Gebiet ein zuverlässiger Maximalpunkte-Kandidat, der Nachfolger ist es nicht mehr. Höherwertige Materialien und verbesserte Passungen sollen künftig vergessen lassen, dass hier einst an der falschen Stelle gespart wurde.

Blue Motion, R36 und neues Gesicht

Mehr Aufwand betreibt VW auch bei den Motoren: Zumindest für den Zweiliter-TDI mit 140 PS erfolgt hier die Umstellung auf Common-Rail-Einspritzung, was eine erhebliche Verbesserung der Laufkultur verspricht. Bei den alten 1,9-TDI-Motoren (90 und 105 PS) bleibt die lautstarke Pumpe-Düse-Technik dagegen vorläufig weiterhin im Einsatz. Für das immer bedeutender werdende Flottengeschäft ist ein günstiger Basismotor wichtig, weshalb der 1,4-Liter-Benziner (80 PS) mit konventioneller Saugrohreinspritzung im Programm bleibt. Darüber rangiert der 1.6 FSI mit 115 PS, gefolgt vom 1,4-Liter-Turbo-Kompressor, der mit 140 und 170 PS zu haben ist – und sich mit seinem verbrauchsarmen Downsizing- Konzept bereits einen Namen gemacht hat.

Auch die Bezeichnung Blue Motion steht in einem guten Ruf: Die entsprechende Polo-Variante wird so stark nachgefragt, dass sie Lieferzeiten bis Februar nächsten Jahres hat. Deshalb plant VW für 2007 eine entsprechende Passat- und für 2008 eine Golf-Variante. Den Golf Blue Motion mit 105-PS-TDI kennzeichnen eine optimierte Aerodynamik, geringere Bodenfreiheit, eine Front mit speziellem Grill und neuer Schürze, Leichtlaufreifen, geänderte Getriebe-Abstimmung und Alu-Felgen.

Doch nicht nur die Umweltfraktion soll auf ihre Kosten kommen, auch der Partei der Sportfreunde bleibt VW mit dem Modellwechsel treu: Ab 2009 soll es den langersehnten Golf R36 mit 280 PS geben.

Die breite Käuferschicht will VW indes vor allem mit einem deutlich modifizierten Design des bislang viel zu unscheinbaren Bestsellers anlocken. Dafür hat Designer Marc Lichte nicht einfach den Plaketten-Grill von Eos und Passat kopiert, sondern eine neue Interpretation mit stärkerer Trennung von Kühler und Schürze geschaffen. Für Glanz im Gesicht sorgt bei den teuren Ausstattungsvarianten kein Chrom, sondern matt gehaltenes Aluminium. Im Heckbereich verschwindet der hohe Schwarzanteil der Schürze, die künftig in Wagenfarbe lackiert ist. Besonders erhöht wird die Wertigkeit des Golf jedoch durch die aufwendiger geformten Bleche mit zwei deutlich herausgearbeiteten Kanten auf der Motorhaube und einer nach hinten ansteigenden Seitenlinie, die auch optisch mehr Schwung ins Geschäft bringen soll. Die Überarbeitung gilt zunächst nur für Zwei- und Viertürer. Der Golf Plus, der auf dem Pariser Autosalon in diesen Tagen erstmals in der Cross-Version gezeigt wird, rollt vorerst unverändert weiter, während sich der neue Golf Variant ab 2007 noch am aktuellen Golf-Look orientiert.

Opel Astra - die ewige Nummer zwei

Trotzdem wird es für den Astra schwer, sich aus seiner ewigen Rolle als Nummer zwei zu befreien. Der Opel bleibt bei der kostengünstigeren und platzsparenden Verbundlenker-Hinterachse, die sich gegen Aufpreis mit dem fahraktiven, elektronischen Dämpfersystem IDS Plus kombinieren lässt. Der immer gefragtere Allradantrieb ist aber nach wie vor im Gegensatz zum Golf nicht lieferbar.

Auch Opel setzt mit der Renovierung zunächst einmal auf eine Aufwertung des Innenraumes. Auf der Bologna Motorshow wird der neue Jahrgang in diesem Dezember mit frischeren Farben und neuen Oberflächen zu sehen sein. Wer mag, kann sein Interieur künftig auch in braun-roten Tönen gestalten. Das überzeugende Navigationssystem von Siemens VDO erwägt Opel zur Zeit noch durch eine Delphi-Anlage zu ersetzen – was auf den ersten Blick nach einer Verschlechterung klingt, zumal man den alten, bewährten Zulieferer dann Konkurrent VW für den Golf überlässt.

Auch beim Astra bleibt es bei einer preisgünstigen Basisversion mit 90-PS-Benziner. Die darüber rangierenden Twin-Port-Motoren werden in ihrer Leistung gesteigert: Der 1,6-Liter-Vierzylinder bringt es auf 115 statt 105 PS, der 1,8-Liter-Softturbo wird durch eine aufgeladene 1,6-Liter-Variante ersetzt, die 180 statt bisher 170 PS leistet. Die Dieselmotoren gibt es weiterhin in vier Leistungsstufen zwischen 90 und 150 PS. Sie haben gegenüber dem Golf schon heute den Vorteil einer besseren Laufkultur, weil sie längst über Common-Rail-Technik verfügen.

Stilistisch zeigt der Astra gegenüber dem Golf schon länger mehr Mut. Der dynamisch zugepfeilte Opel bekommt aber mit dem Facelift durch den größeren und weiter nach unten gezogenen Kühlergrill noch mehr Präsenz auf der Straße. Dazu trägt die Bügelfalte auf der Motorhaube bei, die schärfer herausgearbeitet wird. Chrom – ein wichtiges Stilmittel des Astra seit dem letzten Modellwechsel – soll den eleganten Auftritt unterstreichen, und so haben die Designer den Glanzeffekt verstärkt. Der mittlerweile unmoderne Milchglas-Stil der Rückleuchten entfällt zugunsten einer hellen Abdeckung, unter der sich je nach Ausstattung nun auch LED-Leuchten befinden – an der Strahlkraft soll es jedenfalls nicht fehlen, um den Golf künftig auszustechen.

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