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A7 Sportback, 5er GT, CLS Shooting Brake im Vergleich

Die stillen Stars im Straßenverkehr

Audi A7 Sportback, BMW Fünfer GT, Mercedes CLS Shooting Brake, Heckklappe Foto: Wolfgang Groeger-Meier 41 Bilder

Mercedes CLS Shooting Brake, BMW 5er GT und Audi A7 Sportback sind Villen auf Rädern. Wir haben uns die drei im Konzeptvergleich genauer angeschaut.

19.11.2012 Birgit Priemer

Boxenstopp an der Raststätte. Der weiße Mercedes CLS Shooting Brake rollt in eine Parklücke und erregt sofort öffentliches Aufsehen: "Da ist er ja endlich", kommentiert ein Ehepaar Mitte Fünfzig, das auf einer Bank einträchtig ein Zigarettchen raucht. "Wir sind total gespannt auf dieses Auto." Der kurze Dialog ergibt, dass es sich hier um CLS-Besitzer der ersten Stunde handelt: Kurz nach der Markteinführung 2004 bestellten sie sich den neuen Beau, mittlerweile hat ihr Traumauto 235.000 Kilometer auf dem Buckel. "Jetzt muss was Neues her – und zwar der."

Mercedes dürfte sich über diese schnelle Entscheidung freuen – wobei damit noch kein neuer Kunde erobert worden wäre. Der nächste Neugierige, ein Audi A5 Sportback-Fahrer, bleibt nämlich unentschlossen: "Darf ich bitte nur einmal hinten hineinschauen? Ich will wissen, wie groß der Laderaum ist." Der Herr lässt dann offen, ob er sich vom Mercedes CLS Shooting Brake verführen lassen wird. Sicher ist: Es hat schon lange kein Auto mehr gegeben, das so viel Aufsehen erregt und vom Pizzabäcker-Fahrer im Nissan Micra bis hin zu kleinen Jungen am Straßenrand mit so viel Sympathiebekundungen begleitet wurde.

BMW 5er GT in Sachen Praktikabilität vorn

Dabei stößt der kombiähnliche, 4,96 Meter lange Mercedes CLS Shooting Brake auf ein Segment, das in der Premiumklasse bereits mit zwei Konkurrenten besetzt ist: den Audi A7, nur einen Zentimeter länger und von ähnlich coupéhafter Eleganz, sowie den BMW 5er GT, der auf fünf Meter Länge zwar auch viel Platz bietet, aber seine Rolle ganz anders interpretiert. Weil er 14 Zentimeter höher ist als der A7, bietet er viel Kopffreiheit, eine erhöhte Sitzposition und vor allem für die Fondpassagiere viel Beinfreiheit. Aber man fühlt sich in dem Auto mit schwarzem Cockpit, etwas derb anmutenden Materialien und schwarzem Dachhimmel eher wie ein Cowboy, der zum Rodeo will, und zu diesem Zweck seinen eigenen Sattel im 590 Liter großen Kofferraum (maximal 1.700 Liter) unterbringen möchte.

Weder beim Audi A7 Sportback noch beim Mercedes CLS Shooting Brake käme man auf solche Ideen. Ihnen fehlt die Luftigkeit um den Kopf herum und auch das üppige Platzangebot im Fond. Aber dafür bringen sie mehr Eleganz und filigrane Details bis in das letzte Chromrädchen mit. In puncto Kofferraumvolumen müssen sie sich hinter dem BMW nicht verstecken, wobei der CLS (590/1.550 Liter Volumen) noch etwas mehr Platz bietet – na, sagen wir mal für Champagnerkisten, denn die würde man hier am liebsten transportieren – als der Audi A7 (535/1.390 Liter).

Einstieg in Mercedes CLS Shooting Brake ist Übungssache

Alle drei geben ihre Gepäckräume über weit nach oben schwingende Heckklappen frei, die das Einladen erleichtern. Ehrlich: Im ersten Moment ist man überrascht, dass es sich in allen drei Fällen um Raumversprechen handelt, die eingehalten werden. Nicht allein schöner Schein also, sondern echtes Sein. Der BMW 5er GT bietet als optionaler Viersitzer (1.950 Euro Aufpreis) noch die Möglichkeit der längs verstellbaren Rückbank (100 Millimeter). Audi hat den A7 Sportback ohne Aufpreis auch als Viersitzer im Programm, den Mercedes CLS Shooting Brake gibt es nur als Fünfsitzer. Es muss also nicht immer ein klassischer Kombi oder ein SUV sein, wenn man Platz braucht.

Der langgestreckte Mercedes CLS Shooting Brake dehnt die coupéartige Interpretation jedoch am längsten und flachsten bis zur weit nach hinten versetzten C-Säule. Diese bananenartige Biegetechnik hat Folgen: Der Ein- und Ausstieg will geübt sein, denn hier stoßen selbst mittelgroße Personen schnell an. Der A7 Sportback krankt daran viel weniger, beim 5er GT kann man gar erhobenen Hauptes ein- und aussteigen, was sich allerdings auch in der Stirnfläche bemerkbar macht: Sie liegt beim 5er GT bei 2,57 Quadratmetern, die geduckteren Karosserien von Audi (2,29) und Mercedes (2,30 Quadratmeter) bleiben deutlich darunter.

Die Motorenprogramme sind sich ähnlicher: Der Audi A7 Sportback ist mit 204 bis 420 PS lieferbar, der BMW 5er GT mit 184 bis 450 PS, und den Mercedes CLS Shooting Brake gibt es zwischen 204 und 557 PS als 63 AMG.

A7 und Shooting Brake sind die Sympathieträger

Dabei bietet BMW den preisgünstigsten Start in diese Welt der etwas anderen Raumkonzepte: 48.400 Euro kostet der 520d (184 PS), 79.800 Euro sind für das Spitzenmodell 550i x-Drive (450 PS) zu berappen. Der günstigste A7 Sportback ist dabei für 49.400 Euro (2.8 FSI) zu haben, die Skala endet bei 79.900 Euro für den S7 (420 PS). Mercedes lässt sich seine elegante Linie am teuersten bezahlen. Unter 61.761 Euro für den Mercedes CLS Shooting Brake 250 CDI (204 PS) geht nichts. Wer den 63 AMG (557 PS) möchte, darf schon einmal 128.639 Euro bereithalten.

Billig geht anders, aber darum geht‘s hier auch nicht. Besonders Audi A7 Sportback und Mercedes CLS Shooting Brake erweisen sich als echte Sympathieträger. Sie provozieren mit ihren Formen nicht und brechen keine Sozialneid- oder Umweltdiskussion vom Zaun. Sie sind die stillen Stars im Straßenverkehr. Der BMW 5er GT unterscheidet sich durch seine robuste Seele – und eckt mit seinem Heck stärker an.

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