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Neuer Audi A8 (2017)

Alle Infos zu Daten, Technik und Design des D5

Audi A8 Foto: ams 28 Bilder

Der neue Audi A8 (D5) wird ab Ende 2017 zu den Händlern rollen. Die vierte Generation des Luxusliners kommt mit einer neuen Designsprache, elektrifizierten Antrieben und autonomen Fahrfunktionen.

11.07.2017 Holger Wittich, Patrick Lang, Uli Baumann 79 Kommentare

Mit dem neuen Audi A8 wollen die Ingolstädter das Versprechen aus ihrem Markenclaim „Vorsprung durch Technik“ wieder voll einlösen. Entsprechend wurde das Flaggschiff mit viel neuer Technik gespickt. Aber auch beim Design soll es einen großen Schritt vorangehen. Der neuen Audi A8 ist das erste Modell, das komplett aus der Feder von Marc Lichte stammt und sich stark an der Studie Prologue anlehnt. Besonders markant sind die LED-Beleuchtungselemente. HD Matrix-LED-Scheinwerfer mit Laserlicht an der Front sowie OLED-Heckleuchten, die mit einem LED-Leuchtenband kombiniert werden.

Audi A8 mit neuen Linien und Proportionen

Audi A8 Foto: Audi
Der neue Audi A8 trägt einen mächtigen Singelframe-Grill.

Der Singleframe-Kühlergrill wurde abermals breiter, steht steiler im Fahrtwind. Markant ausgeformte Radläufe sollen den Quattro-Antrieb optisch betonen, die Heckpartie steht leicht schräg. Der Dachbogen wurde coupéhafter. Insgesamt wurde der neue Audi A8 37 mm länger als der Vorgänger und kommt nun auf 5.172 mm. Die Langversion streckt sich entsprechend auf 5.302 mm. Die Breite wurde um 4 mm reduziert, dafür legte die Höhe um 13 mm (A8 L: 17 mm) zu. Der Radstand wuchs jeweils um 6 mm. Insgesamt fallen die Proportionen damit stimmiger aus. An den Seiten ziert den neuen A8 die sogenannte „Tornadolinie“, eine scharfe Kante in der Karosserie. „Zum Glück ist es uns gelungen, eine so feine Kante in Aluminium zu formen. Sonst hätten sich die Designer nochmal an die Arbeit machen müssen“, zeigt sich Leichtbauzentrum-Leiter Mlekusch zufrieden.

Auf ein neues Niveau will Audi auch den Innenraum gebracht haben. Mit 32 mm mehr Innenraumlänge reklamiert Audi einen neuen Klassenbestwert. Des Weiteren sollen klare Formen und eine ruhige Oberflächengestaltung im Innenraum stilbildend sein. Der 10,1 Zoll große Touchscreen wurde nahtlos in die Armaturentafel integriert, die Zahl der zusätzlichen Bedientasten wurde auf ein Minimum reduziert. Ein zweites Touch-Display sitzt auf der Mittelkonsole. Die Luftausströmer werden von elektrischen Blenden bei Nichtgebrauch verdeckt. Nicht fehlen darf eine LED-Ambientebeleuchtung, die mit ihrer Klaviatur an Einstellmöglichkeiten jederzeit eine Wohlfühlstimmung an Bord erzeugen können soll. Dazu gibt es beleuchtete Sitzkonturen und LED-Leseleuchten. Wer mehr auf Tageslicht steht, kann in der Langversion des neuen Audi A8 ein zweiteiliges Panorama-Glasdach ordern. Die trägt auf Wunsch auch einen vielseitig einstellbaren Ruhesitz inklusive Fußablage mit Heiz- und Massagefunktion und natürlich im Fond ein eigenes Bedienfeld. Beim Ladevolumen bietet der neue Audi A8 einheitlich 505 Liter.

48 Volt Bordnetz im A8

Die Komponenten erlauben im Geschwindigkeitsbereich von 55 bis 160 km/h 40 Sekunden mit komplett ausgeschaltetem Motor emissionsfrei zu segeln. Auch wird der neue A8 vorausschauend fahren. Dazu werden Streckendaten und aktuelle Informationen zusammengeführt und so entschieden, wo gesegelt und wo rekuperiert wird. Unter dem Strich soll der Mild-Hybrid-Antrieb den Verbrauch im Realbetrieb um bis zu 0,7 Liter pro 100 Kilometer senken können.

Zum Marktstart tritt der neue Audi A8 zunächst mit zwei V6-Turbomotoren an. Der 3.0 TDI leistet 286 PS und 600 Nm, der 3.0 TFSI-Benziner kommt auf 340 PS und 500 Nm. 2018 werden noch zwei Achtzylinder und der W12 nachgeschoben. Die V8-Motoren mit vier Liter Hubraum kommen als Diesel auf 435 PS und als Benziner auf 460 PS. Top-Aggregat wird der Zwölfzylinder mit 585 PS und 800 Nm. Auch einen echten Hybridantrieb wird es im neuen Audi A8 geben. Im Audi A8 L E-Tron, der einen Dreiliter-V6-Benziner mit einem E-Motor kombiniert, stehen 449 PS und 700 Nm Systemleistung und 50 km rein elektrische Reichweite zur Verfügung. Die Lithium-Ionen-Batterie unter dem Gepäckraumboden speichert 14,1 kWh und lässt sich serienmäßig induktiv laden. Kombiniert werden alle Aggregate im Audi A8 mit einer Achtgangautomatik und Quattro-Antrieb.

Neuer A8 mit aufwändigem Space Frame

Die D5-Baureihe des Audi Flaggschiffs A8 steht erstmals auf einer Karosseriestruktur, die sich aus vier Materialien zusammensetzt. Aluminium bleibt jedoch der am häufigsten eingesetzte Werkstoff: Zu 58 Prozent besteht das weiterentwickelte Space Frame aus dem leichten Metall. Dazu kommt ein Rahmen um den Fahrgastraum, genannt Sicherheitszelle, der aus Alu, konventionellem und warmverformtem Stahl besteht. Die Fond-Rückwand besteht aus Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und die Domstrebe im neuen A8 ist fortan aus Magnesium. Allein diese vordere Strebe ist um 28 Prozent leichter, als ihr Aluminium-Vorgänger. Warum also wird die Leichtbau-Limousine trotzdem schwerer?

Das liegt an den gesteigerten Anforderungen in Sachen Sicherheit, Technik und Antriebsvielfalt. 282 Kilogramm bringt die Rohkarosserie auf die Waage, beim Vorgänger waren es noch 231 Kilo. Doch die Karosserie muss in jeder Evolutionsstufe mehr leisten können. So wird sie etwa darauf ausgelegt, Batterien zur Antriebselektrifizierung in unterschiedlicher Größe aufzunehmen und im Falle eines Crashes ausreichend zu sichern. Auch Fahrer und Passagiere müssen nach immer höheren Standards gesichert werden, was die Aufteilung der Lastpfade durch die Karosserie anspruchsvoller gestaltet und mit der Materialbeschaffenheit und -auswahl kompensiert wird. Dazu kommt, dass das automobile Grundgerüst immer mehr Sensorik und Elektronik tragen und unterbringen muss, und wenn der Inhalt anwächst, dann müssen sich bei Audi eben die Werkstoffe anpassen.

Leichterer Einstieg und bessere Rundumsicht

Audi A8 2017 Spaceframe Alu Leichtbau Karosserie Foto: Audi
Dünnere Säulen vergrößern den Einstiegsbereich vorne und hinten. Das gelingt, weil die Fertigungstechnik die Materialien nun platzsparender zusammenbringen kann.

Insgesamt ist der neue A8 um 24 Prozent torsionssteifer als sein Vorgänger, was laut Hersteller entscheidend für präzises Handling und akustischen Komfort ist. Ein Wert, der sich aus mehreren Teilelementen zusammensetzt: So haben die Audi-Ingenieure etwa eine neue Legierung der Aluguss-Teile entwickelt, die durch eine vierstufige Wärmebehandlung 50 Prozent an Festigkeit gewinnt, und damit in bis zu 15 Prozent dünnerem Ausmaß verbaut werden kann. Ähnliches gilt für die Alubleche, die gut ein Drittel an Stabilität gewonnen haben. Dabei soll an jeder Stelle der Karosserie nur so viel Material verbaut werden, wie für die jeweilige Aufgabenerfüllung nötig. Diese Grundidee erklärt auch, warum einzelne Teile unterschiedlich dicke Querschnitte aufweisen. Da an manchen Stellen keine Materialstärke von zwei Millimetern erforderlich ist, werden beispielsweise Stahlteile aus mehreren Platinen unterschiedlicher Stärke zusammengeschweißt.

„Nicht nur die einzelnen Werkstoffe, sondern auch die Gefügetechnologie haben wir weiterentwickelt, weil es wichtig ist, die unterschiedlichen Materialien optimal zu verbinden“, erklärt Bernd Mlekusch, Leiter des Audi Leichtbauzentrums. Ein Beispiel: Die Flansche an den A-, B- und C-Säulen. Hier werden Aluminium und Stahl so gefalzt, dass die Säulen dünner sind, wodurch sich die Türeinstiegsöffnung um 16 Millimeter vergrößert und der Sichtwinkel um fünf Grad verbessert wird.

Revolutionäre Fahrwerkstechnik

Der luxuriöse Ingolstädter soll laut Hersteller ein besonders sicheres Auto sein. Nicht zuletzt deshalb verfügt er über ein vollaktives Luftfederfahrwerk, das die Passagiere in der Tat aktiv beschützen kann. Es wird mit dem zentralen Steuergerät der Assistenz-Sensoren verknüpft und erkennt beispielsweise einen drohenden Seitenaufprall. Keine halbe Sekunde benötigt das elektromechanisch betätigte Federungssystem, um die Aufprallseite um bis zu 80 Millimeter anzuheben. Wozu? Das konzentriert die Kollision auf diejenigen Teile des Chassis, die besonders hohen Belastungen Stand halten, sprich die Seitenschweller und die Bodenstruktur.

Audi A8
So funktioniert der Mild-Hybrid mit Aktivfahrwerk 2:42 Min.

Das neue Fahrwerk hängt am 48-Volt-Hauptbordnetz und verfügt pro Rad – verbaut werden 17 bis 21 Zoll große Leichtmetallräder – über einen Elektromotor, ein Getriebe, ein Drehrohr und einen Hebel mit Koppelstange. So aufgebaut kann jedes Rad einzeln angesteuert werden. Warum das nun wieder? Weil der Audi A8 die Straße „liest“. Die Frontkamera erzeugt laut Hersteller 18 Mal pro Sekunde Informationen über die Beschaffenheit der Fahrbahn und erfasst so Unebenheiten entsprechend frühzeitig. Durch diesen Input wird das Aktivfahrwerk vorausschauend angesteuert. Damit justieren die Aktoren innerhalb weniger Millisekunden den richtigen Stellweg zum richtigen Zeitpunkt. Am Ende soll das dazu führen, dass sich der Audi auf schlechten Straßen komfortabel und auf gutem Asphalt satt und sportlich fahren lässt. Zudem beeinflusst das Aktivfahrwerk Neigungsbewegungen in jede Richtung, also sowohl in den Kurven, als auch beim Bremsen oder Beschleunigen. Zudem sind vier Höhenniveaus einstellbar.

Kleiner Wendekreis dank neuer Lenkung

Audi A8 Allradlenkung
So funktioniert die Allrad-Lenkung 2:56 Min.

Kleines Fun Fact: Der Wendekreis des neuen Audi A8 ist laut Hersteller kleiner als beim Konzerngeschwisterchen A4. Verantwortlich zeichnet sich dafür eine neue kombinierte Lösung für die Lenkung. Die Ingolstädter fassen die Dynamik- und die Allradlenkung zu – Überraschung – optionalen Dynamik-Allradlenkung zusammen. Laut eigenen Angaben soll sie so über eine breite Spreizung von rückmeldungsintensiv bis komfortabel arbeiten.

Der neue Audi A8 soll darüber hinaus als erstes Serienauto der Welt für hochautomatisiertes Fahren entwickelt worden sein. Ab 2018 bringt Audi pilotierte Fahrfunktionen wie Parkpilot, Garagenpilot und Staupilot sukzessive in Serie. Zusammengefasst werden die neuen Technologien unter dem Kürzel Audi AI. Der Staupilot kann auf Autobahnen und Bundesstraßen mit baulicher Trennung im zähfließenden Verkehr bis 60 km/h auf Knopfdruck die Fahraufgabe übernehmen. In Deutschland auf den Markt kommen wird der Staupilot allerdings erst 2019, noch fehlt es an den notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen. Die neuen Parksysteme lassen den A8 automatisch in Parklücken und Garagen ein- und ausparken. Dabei muss der Fahrer nicht im Auto sitzen. Bei den Fahrerassistenzsystemen bietet der neue A8 bis zu 41 Bausteine an. Er kann quasi vor allem und jedem warnen. Per Sensoren, Kameras und Laserscanner hat er seine Umgebung permanent im Blick. Ein Head-up-Display bringt viele Anzeigen optional auch auf die Windschutzscheibe, ansonsten erscheinen die im serienmäßigen Virtual Cockpit. Das vollvernetzte Infotainmentsystem arbeitet mit zwei Touchscreens, haptischer und akustischer Rückmeldung, Handschrifteingabe und Sprachsteuerung. Die wesentlichen Funktionen sind aber auch über das Lenkrad bedienbar. Optional gibt es Internetzugang.

Marktstart und Preise

Der neue Audi A8 und der A8 L starten im Spätherbst 2017 auf dem deutschen Markt. Der Grundpreis für den A8 beträgt 90.600 Euro, der A8 L startet bei 94.100 Euro. Der Vorgänger war als 3.0 TDI ab rund 83.000 Euro zu haben.

Sitzprobe Audi A8 (D5) 2017

Beim persönlichen Erstkontakt bietet der A8, zumindest von vorne, nicht den ganz neuartigen Anblick. Er erinnert an den kleinen Bruder A4, trägt den obligatorischen Single Frame Grill und strahlt uns mit LED-Scheinwerfern entgegen. Das Heck dagegen überrascht mit einem durchgehenden LED-Leuchtband á la Porsche 911 und OLED-Elementen, die beim Öffnen der Luxus-Limousine einen animierten Lichter-Tanz vollführen. Die wirklichen Neuerungen befinden sich aber auch nicht außen, sondern innen. Dort hat man sich vom MMI-Dreh-Drück-Regler verabschiedet. An seine Stelle tritt ein zusätzliches touchsensitives Display unter dem Haupt-Display. Eingebettet in eine schwarze Klavierlack-Front, sind die Displays im inaktiven Zustand kaum zu erkennen und das mutet sehr schick an. Das neue am Extra-Bildschirm: Etwa die Navi-Bedienung. Das Display kann vollformatig mit dem Finger beschrieben werden. Und selbst wenn die Buchstaben übereinander gekritzelt werden, erkennt das System die Eingabe, ohne die Striche für in abstraktes Kunstwerk zu halten. Zudem verfügen die Touchscreens nun über kleine Motoren, die bei Betätigung für ein haptisches Feedback sorgen. Quasi die Digitalisierung des berühmten Audi-Klicks.

Audi A8 Sitzprobe
Wir erklären das neue Flaggschiff 6:23 Min.

Ein weiteres Highlight im Cockpit sind die Lüftungsdüsen, die per Fingerslide aus den Dekorblenden herausklappen. Eine schöne Spielerei, die den hochwertigen Eindruck im Innenraum unterstreicht. Dass der Fahrer auch auf die volldigitalen Instrumente blickt, versteht sich ja quasi von selbst. Sollte man einen Audi A8 besitzen, ohne der Fahrer zu sein – was ja durchaus im Bereich des Möglichen liegt – dann nimmt man im Fond Platz. Und Platz hat es dort. Wobei die Langversion doch noch ein entscheidendes Quäntchen mehr Raum und Komfort bietet. Ein Display gibt es hinten natürlich auch, und das lässt sich sogar herausnehmen. Es handelt sich dabei um ein Device auf Android-Basis, das auch als Telefon funktioniert. Ansonsten lässt sich darüber beispielsweise die Sitzbelüftung steuern oder der Kegel der Leselampe per Fingerwisch im Fond positionieren. Bei aller Verarbeitungsqualität, durchdachter Informationsstruktur und Instrumenten-Positionierung will aber eines nicht so richtig ins Bild passen. Die inneren Türgriffe sind derart unglücklich angebracht, dass man sich regelrecht verrenken muss, um sie zu betätigen. Zumal man nur von unten reingreifen kann. Immerhin, sie sind aus fein gebürstetem Aluminium. Trotzdem ist da ein Chauffeur angenehmer, der einem dann die Tür von außen öffnet.

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Neuester Kommentar

Geht es hier eigentlich um Kommentare zum Auto?...manche Zeilen hier lassen den Verdacht von Komplexvertuschung des eigenen Privatlebens aufkeimen.... immer die gleichen Kollegen.... oh Mann.... :-( .
Zusammenfassend: Schöner Innenraum, langweiliges Äußeres.

MB-atz 30. Juli 2017, 23:38 Uhr
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