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Weitere Betrugssoftware bei Audi entdeckt

Klage wegen Getriebesoftware mit Prüfstandserkennung

Audi A8 3.0 TDI Clean Diesel, Mittelkonsole Foto: Hans-Dieter Seufert

Kalifornische Prüfer haben bei Audi eine weitere Betrugssoftware entdeckt, die den CO2-Ausstoß auf dem Prüfstand reduziert: Wird das Lenkrad um mehr als 15 Grad gedreht, steigt der Verbrauch. Jetzt wurde eine erste Sammelklage eigereicht.

10.11.2016 Andreas Of 3 Kommentare

Eine US-Anwaltskanzlei hat am Mittwoch (9.11.2016) eine erste Sammelklage im Namen von Autobesitzern wegen angeblicher Manipulation von Emissionswerten bei Benzinern mit 3,0-Liter-Motoren eingereicht. Betroffen seien die Modelle A6, A8, Q5 sowie wahrscheinlich auch Q7 und möglicherweise noch weitere Audi mit Automatikgetriebe.

Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet, dass Ingenieure der kalifornischen Umweltbehörde CARB die Manipulation im Sommer entdeckt hätten. Sie betrifft Audi-Modelle mit dem Automatikgetriebe AL 551, laut Bericht der Wochenzeitung wurde das Getriebe in mehrere 100.000 Fahrzeuge eingebaut – bis Mai 2016 inklusive Schummel-Software.

Ein Dreh am Lenkrad steigert den Verbrauch

Aufgeflogen ist die Manipulation, als während des Prüfstandslaufs eines Audi mit V6-Motors jemand am Lenkrad drehte: Die Messwerte seinen darauf hin dramatisch gestiegen, berichtet die Zeitung. Die Software starte zunächst in einem „Warm-up“ mit niedriger Schaltdrehzahl, spart so Kraftstoff und CO2. Sobald das Lenkrad um mehr als 15 Grad gedreht wird – was auf dem Prüfstand normalerweise nicht vorkommt, im Straßenverkehr hingegen völlig normal ist – schaltet die Software um. Damit soll bei Messwerten des schädlichen Klimagases CO2 getrickst worden sein – auch bei Benzinern. Das würde bedeuten, dass der Skandal, bei dem es bislang um den Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid bei Dieselwagen ging, eine neue Dimension erhalten würde.

Der Betrug ist besonders heikel, weil sich Audi zur Zeit wegen des Abgasskandals in Verhandlungen mit der US-Justiz befindet. In Deutschland richtet sich außerdem die Kfz-Steuer nach dem CO2-Ausstoß, ebenso die NoVa in Österreich. Dem Kraftfahrt Bundesamt (KBA) hatte Audi noch vor einigen Monaten erzählt, gar keine Prüfstandserkennung zu verwenden.

„Zyklusoptimiertes Schaltprogramm“

Die „Bild am Sonntag“ zitiert aus dem Abschlussprotokoll einer Sommerfahrt in Südafrika, laut dem Axel Eiser, der damalige Leiter Antrieb fragt: „Wann wird es das zyklusoptimierte Schaltprogramm geben?“ Das „Schaltprogramm soll so ausgelegt werden, dass es auf der Rolle zu 100 % aktiv ist, beim Kunden aber nur in 0,01 %.“ Axel Eiser leite inzwischen die Aggregateentwicklung des Volkswagen-Konzerns, so die BamS weiter.

Neuester Kommentar

Das schlimme an der Sache ist, dass die Inkompetenz der Ingenieure ein gesetzkonformes Auto zu entwickeln durch die schiere Dummheit der Aussagen der Beteiligten noch übertroffen wurde. Wäre man z.B. in der amerikanischen Öffentlichkeit nach dem ersten Bekanntwerden der Betrugssoftware sofort tätig geworden und hätte auch etwas Reue gezeigt, wäre der Fall nicht so weit eskaliert. Erst die unglaubliche Arroganz der höchsten Instanzen des VW Imperiums, und deren abfällige Aussagen am Rande, haben die Behörden dort (zu Recht, finde ich) besonders aufgebracht. Und daher sind diese höchsten Instanzen nun auch im vollen Umfang für die Krise verantwortlich, auch persönlich finanziell. Alle involvierten VW/Audi Top Manager sollten ihr bezogenes Gehalt - inkl. Boni - für mehrere Jahre komplett zurückbezahlen müssen. Wie sonst kann man "Verantwortung übernehmen", wenn man sie nicht anschliessend auch "trägt"? Die vielen VW/Audi Mitarbeiter am Band, die nun Aufgrund der notwendigen Einsparungen Ihren Job nach Mexico verlieren, die "tragen" ja auch ihren Teil der Verantwortung, obwohl sie gar nichts für die Krise können.

jpnyc 8. November 2016, 15:23 Uhr
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