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Audi-Accessoires

Design-Zubehör aus Karbon

Audi-Accessoires, Rennrad Foto: Audi 17 Bilder

Karbon ist ein wichtiger Werkstoff, wenn es im Münchner Audi-Designstudio an die Arbeit geht – jetzt auch bei ungewöhnlichen Accessoires. Wir statteten der Designschmiede einen Besuch ab.

10.01.2011 Bernd Ostmann

Eine Hinterhof-Adresse mitten in Schwabing, es gibt noch nicht einmal ein Firmenlogo. Das Kreativcenter ist gut getarnt. Früher war es die Königliche Hofwagnerei, später mal eine Opel-Werkstatt. 1984 haben Ferdinand Piëch und Hartmut Warkuß hier eine zweite Audi-Designaußenstation eingerichtet. Damals war es als Konkurrenz zur Designabteilung in Ingolstadt gedacht, heute ist das "Experiment München" für Wolfgang Egger, den Leiter des Audi-Konzerndesigns, "unser Kreativ-Pool". Hier gibt es bewusst keine eingefahrenen Prozesse, Designer und Modelleure sitzen dicht beisammen.

Lang Lang spielt auf dem Audi-Flügel

Der Großteil der Hochschulkontakte läuft über München. Dabei geht es auch um die Frage: Wie entsteht Kreativität? Vielleicht werden deshalb hier in der Designschmiede von Audi neben Autodesign auch Accessoires kreiert. Und man beschäftigt sich, zusammen mit externen Experten, mit Handarbeit, mit Leder, Holz und auch Karbon. Besonders wichtig sind ihm so genannte "Leuchtturmprojekte" (Egger) – Einzelstücke, bei denen man dazulernen will, ohne Geld verdienen zu müssen.

Beispielsweise designte die Audi-Kreativtruppe mit dem renommierten Wiener Klavierbauer Bösendorfer einen Flügel. Dass er funktionierte, bewies Top-Pianist Lang Lang beim 100-jährigen Audi-Jubiläum. Interessant waren dabei neben den Anforderungen an einen Flügel die handwerklichen Prozesse. "Vor allem die spezielle Auswahl, Trocknung, Lagerung und spätere Verarbeitung der Hölzer", erklärt Carsten Monnerjan, Leiter des Konzept Designs in München. Den Handlungsrahmen für diese Leuchtturmprojekte hat Egger klar vorgegeben: "Sport, Musik, Kultur und Zuhause" – womit er "Fine Dining" meint, edles Speisen.

Audi-Designer wollen Kohlefaser emotional aufladen

Gelegentlich gibt es sogar direkte Zusammenhänge zum Autodesign, wie zwischen der Audi Quattro-Studie Concept, die auf dem letzten Pariser Autosalon Premiere feierte, und einer speziellen Uhr, die zusammen mit Chronoswiss entstand. Bei beiden spielt kohlefaserverstärkter Kunststoff eine entscheidende Rolle. Der Audi Quattro hat viele solcher Karbon-Teile, bei der Uhr sind Gehäusering und Armband aus diesem Material gefertigt. Kohlefaserverstärkter Kunststoff beschäftigt die Designer in München auf besondere Art. "Er ist leicht, hochbelastbar und mit seiner speziellen Maserung einfach faszinierend", so Egger. "Wir laden ihn nun auch emotional auf."

Audi-Designer kreieren Ski aus Karbon

Deshalb arbeitet das Team an verschiedenen Karbon-Projekten, seit drei Jahren beispielsweise an einem Ski. Dieses Projekt beschäftigt das Team bereits "länger, als wir für manches Show-Car brauchen" (Egger). In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skiverband und der Skifirma Head entstand jetzt ein Produkt, das die Bedingungen für ein Leuchtturmprojekt erfüllt: "Wichtig ist, dass es eine technische Innovation mit sich bringt und sich die Audi-Gene widerspiegeln."

Der Audi-Ski hat wie die Le Mans-Rennautos ein Karbon-Monocoque. Gefertigt wird bei Gerg in Hohenthann bei München, wo auch die Le Mans-Chassis und Karosserieteile entstehen. Wie bei den Rennern spielen kohlefaserverstärkter Kunststoff und Aluminium eine Rolle. Die Skischaufel wird beispielsweise durch die Audi-Ringe aus Alu durchbrochen. Hinten hat der Ski einen Alu-Abschluss. Besonderes technisches Highlight ist die Bindung aus Aluminium, die vorn beweglich gelagert ist. Schwingungen und Stöße werden von einem kleinen verstellbaren Hydraulikdämpfer abgefangen. Wie ein Renn-Monocoque wurde der Audi-Ski am Computer berechnet und konstruiert – "ein Novum in der Skibranche", erklärt Audi-Konzerndesignchef Egger.

10.000 Euro teurer Audi-Ski feiert im Januar Premiere

Ohne Bindung bringt der Karbon-Ski 1,3 Kilogramm auf die Waage, mit Bindung kommt er auf drei Kilogramm. Aber er soll nicht nur leicht sein: Das Monocoque, in einem achtstündigen Prozess bei 180 Grad Celsius im Autoklaven gebacken, verwindet sich praktisch nur in Längsrichtung. Seitlich ist der Audi-Ski ausgesprochen steif – eine Rennmaschine, die ohne Rutscher ihre Schwünge zieht, allerdings auch mit einem ordentlichen Kraftaufwand beherrscht werden will. 

Bei der Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel Mitte Januar soll der Audi-Ski der Öffentlichkeit präsentiert werden. Weil der Superski aber zwischen 8.000 und 10.000 Euro kosten müsste, wird er ein Solitär bleiben. Für ambitionierte Skifahrer haben Head und Audi indes eine Normalvariante konzipiert, die zur Saison 2011/2012 in den Handel kommen soll: ein Ski mit Holzkern und Karbon-Deckblatt. Dazu gibt es eine Head-Bindung, die nicht verstellbar ist, sondern auf den Fahrer fix eingestellt wird.

Karbon-Rennrad und Nudeln sind bei Audi in Arbeit

Zum Ski passend soll es spezielle Skistöcke, Helme und einen schicken Skisack geben. Der Preis für den auf 1.000 Stück limitierten Audi-Head-Ski: zwischen 1.400 und 1.800 Euro. Für Egger und seinen Kreativ-Pool ist das Projekt Ski abgeschlossen, aber an den nächsten Herausforderungen wird bereits gearbeitet: ein Karbon-Rennrad, das zusammen mit Experten der Firma Cube entsteht und ebenso kompromisslos ausfallen soll. So werden beispielsweise die vorderen Bremsen in der Gabel integriert.

Oder ein EBike, das bei Audi in Zusammenarbeit mit Brose entsteht. Dazu kommt ein neues Projekt: "Fine Dining" – mit neu gestalteten Tellern und Tischtüchern bis hin zur Pasta, die Egger in einer speziellen "Verpackungswelt" anbieten möchte. Und wenn Egger mit seinem Chef Walter de Silva über feines Essen nachdenkt, dann darf am Ende der Espresso nicht fehlen. Aus der eigenen Maschine, versteht sich. 

Bevor dieses Projekt im Münchner Zentrum angegangen wird, möchte Egger aber sein letztes Auto-Projekt, den Audi Quattro Concept, in Serie gehen sehen. In Paris gab es bereits Ovationen, nun steht das Audi-Showcar auf der Auto Show in Los Angeles. Sehen auch die Amerikaner das Projekt positiv, dann besteht die Chance, dass zumindest eine Kleinserie aufgelegt wird. Und wenn alles perfekt läuft, gibt es zum Audi Quattro gleich die Quattro-Chronoswiss.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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