Audi Allroad-Vergleich: Audi A6 3.0 TDI gegen Audi A4 3.0 TDI

Audi A4 gegen Audi A6

Mit den Allroad-Modelle hält Audi  höhergelegte Kombis mit softer Offroad-Attitude bereit. Aber welches Modell hat mehr zu bieten, der Audi A6 Allroad 3.0 TDI oder der Audi A4 Allroad 3.0 TDI?

Von spitzem Geröll blockierte Wege und schlammig-braunes Wasser, das den Hang abwärts stürzt – das Kleinstadt-Leben kann durchaus Herausforderungen bereithalten, auch in Deutschland. Zumindest wenn die Heimatgemeinde beschlossen hat, die Kanalisation vor der Haustür zu erneuern und zu diesem Zweck gleich einen Teil der Straße entfernt hat.

Jetzt können die Allroad-Modelle von Audi zeigen, was sie drauf – oder besser drunter – haben. Beide sind mit dem Quattro-Antrieb ausgerüstet, der A6 trumpft zudem mit einem Luftfahrwerk auf, das bis zu 185 Millimeter Bodenfreiheit erlaubt. Mit seinen konventionellen Federbeinen bringt es der kleine Bruder A4 allerdings auch auf 180 Millimeter.

Das ESP wurde für die Allroad-Modelle neu abgestimmt

Technisch unterscheiden sich beide Kombis dagegen kaum von den Modellen ohne Unterholz-Maskerade. Einzig die modifizierte ESP-Abstimmung, die mehr Schlupf beim Beschleunigen und Abbremsen auf losem Untergrund zulässt, ist eine Allroad-Spezialität. In den Genuss des Doppelkupplungs-Getriebes mit sieben Gängen kommt hingegen ausschließlich der A4 Allroad, im Avant wird es erst mit der Modellpflege Ende 2011 nachgereicht. Die damit verbundenen ultrakurzen Schaltzeiten sind nur ein Teil im Fahrdynamik-Puzzle, das den kleineren der beiden Abseits-Audi auszeichnet.

Der Audi A4 Allroad agiert deutlich dynamischer

In beiden Modellen knurrt der kräftige Dreiliter-TDI der neuesten Generation mit 240 PS und einem maximalen Drehmoment von 500 Newtonmeter unter der Haube, trifft im A4 allerdings auf 121 Kilogramm weniger Gewicht – das mit über 1,8 Tonnen ohnehin reichlich üppig ausfällt. Die unmittelbaren Folgen: Ein um 0,3 Liter günstigerer Verbrauch und die mit 7,2 um 0,8 Sekunden schnellere Beschleunigung von null auf 100 km/h. Darüber hinaus lässt sich der A4 mit seiner etwas direkteren Lenkung auf befestigten Straßen gerne in Kurven werfen. Dabei kommt ihm seine gegenüber dem Avant zwei Zentimeter breitere Spur zugute.

Der A4 Allroad glänzt mit mehr Komfort

Der A6 Allroad kann mit seinem Bruder selbst dann nicht mithalten, wenn das Fahrwerk in die Dynamik-Stellung gezwungen wurde. Beim Komfort macht das aufwendige Fahrwerk des A6 ebenfalls keinen Boden gut, da auch im Comfort-Modus kurze Bodenwellen mitunter bis ins Lenkrad durchdringen. Mit seinem elektronikfreien Fahrwerk federt der kleine Allroad dagegen wie ein A4 Avant mit leichtem Rheuma – er rollt etwas steif ab. Wirklich unkomfortabel geht es hier wie dort nicht zu, doch ohne Allroad-Paket parieren die Audi Unebenheiten klar souveräner. Daher müssen die bequemen, leider optionalen Sportsitze, mit denen beide Testwagen ausgerüstet waren, etwas mehr schlucken.

Der A6 bietet mehr Platz

Dass der A6 aufgrund seiner Größe mehr Platz für alle Passagiere bereithält, liegt auf der Hand. Solange man aber nicht täglich seine Freunde aus der Basketball- Mannschaft spazieren fährt, bietet der A4 vier normal gewachsenen Insassen genügend Platz. Das Gleiche gilt für den Kofferraum, der in beiden Fällen gut belad- und nutzbar ist. In den Aufpreislisten finden sich zudem die identischen Gimmicks, um allerlei Ladegut an seinem Platz zu fixieren, auch wenn die Audi über Stock und Stein staksen.

Am Ende hat der Audi A4 Allroad die Nase vorn

Zusammen mit dem moderneren Getriebe und dem Preisvorteil von 6.450 Euro reicht das für den Sieg des kleineren Allradlers – für die eingangs erwähnten Herausforderungen des deutschen Kleinstadt-Lebens sowieso.

Groß gegen Klein - Familien-Duelle bei Audi, BMW und VW
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Jens Dralle

Autor:

auto motor und sport, Heft 16 / 2009

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