Audi, BMW, Mercedes: Audi, BMW, Mercedes: Dreikampf in der Mittelklasse

Schaut man sich die Imagewerte von BMW im Vergleich zu Mercedes in puncto "Design", "baut umweltfreundliche Autos" und "fortschrittliche Technik" an, hat die Marke vordergründig gute Chancen, dem Konkurrenten aus Stuttgart den Rang abzulaufen.

Doch es gibt Gründe, warum Konzernchef Norbert Reithofer nicht so optimistisch in die Zukunft schaut, wie man es erwarten könnte. Bei der Kleinwagenstrategie hat sich Mercedes mit den einst ungeliebten Modellreihen Smart und A/B-Klasse einen großen Vorsprung aufgebaut. Da die CO2-Diskussion in Europa anhalten dürfte, kommt den Nachfolgegenerationen eine hohe Bedeutung zu. Schließlich benötigen die Konzerne auch mit Blick auf Kalifornien so genannte Zero-Emission-Autos, die abgasfrei fahren.

Und da lässt Mercedes nach dem Großversuch mit dem E-Smart in London ein zweites Großprojekt folgen, das in Paris stattfinden soll. Reithofer liebäugelt mit dieser Technik und verhandelt seit vielen Monaten mit Kollege Dieter Zetsche, um sich die teure Eigeninvestition zu sparen. Doch obwohl sich die Konzernchefs nahe zu sein scheinen, ist die Kluft zwischen den Ingenieuren groß. So ist nach wie vor offen, ob das BMW-Citycar auf Mini-Basis unter dem Namen einer vierten Marke positioniert wird oder eine zugekaufte Plattform nutzt.

BMW und Mercedes unter Druck

Druck entsteht für BMW und Mercedes, weil Audi sich aus dem Regal des VW-Konzerns bedienen kann. Dadurch ergeben sich nicht nur technische Vorteile wie bei einer schnellen Übernahme des DSG-Getriebes. Es schafft vor allem riesiges Einsparpotenzial im Einkauf. Um dem entgegenzuwirken, scheinen BMW und Mercedes zumindest in dieser Hinsicht handelseinig zu werden: Künftig sollen Bauteile wie Sitzgestelle, Nebenaggregate, oder Klimamodule gemeinsam geordert werden, um Kosten zu reduzieren. Und auch im Kleinwagensegment muss sich Audi keine großen Sorgen machen: Der ab 2010 in Brüssel gefertigte A1 basiert kostengünstig auf dem VW Polo. Bei der Entwicklung eines E-Autos hinkt Audi allerdings hinter Mercedes her, denn die in Tokio gezeigte A1-Studie mit Lithium-Ionen- Batterie schafft die im Pressetext angegebene Reichweite von 100 Kilometern allenfalls auf dem Papier.

Modellpolitisch weist aber besonders das BMW-Programm die größten Lücken auf, denn es fehlen nicht nur im Kleinwagensegment Schlüsselentscheidungen: Auch der umfangreichen Sportwagenstrategie von Mercedes bis hin zum Flügeltürer im Stil des legendären SL (ab 2010) hat die Marke nur den CS oberhalb des 7er entgegenzusetzen. Dabei verkaufen sich diese renditeträchtigen Luxusmodelle besonders gut in den Boomländern Asiens. Apropos: Unangefochtener Marktführer im chinesischen Premiumsegment ist Audi - klingt künftig nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit Mercedes.

Kommentare
Bild vergrößern
Birgit Priemer

Autor:

Anzeige
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...