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Audi, BMW, Mercedes

Das bringt die Zukunft

Foto: Audi 12 Bilder

Es darf nicht etwas mehr sein, es muss mehr sein: Audi, BMW und Mercedes wollen die Stückzahlen in den nächsten Jahren nach oben treiben. Fragt sich nur: Wer macht es am besten - und mit welchen neuen Modellen?

11.04.2006

Nicht nur Namen sind Schall und Rauch - bisweilen sind es auch die Zahlen. Wenn die deutschen Premiumhersteller sich im Wettlauf um die größte Modelloffensive mit der Ankündigung neuer Produkte zu übertrumpfen versuchen, heißt das zunächst einmal alles und gar nichts.

30 neue Modelle, 20 davon alleine in diesem Jahr, stellt Mercedes-Chef Dieter Zetsche der geneigten Kundschaft in Aussicht. Audi-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn will von 22 auf 40 Modelle wachsen, während BMW-Chef Helmut Panke seit Jahren gerade einmal zwei neue Baureihen auf dann insgesamt zwölf für 2008 ankündigt. Das klingt nicht gut für die Zukunft der Bayerischen Motoren-Werke, die trotzdem aus dem Trio als die Nummer eins in 2005 hervorgehen: 3,3 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern verbucht man hier gegenüber 1,3 Milliarden Euro bei Audi und einem Verlust von rund 500 Millionen Euro bei Mercedes.

Audi A5 und BMW-Motoren-Feuerwerk

Natürlich ist die Audi-Aufholjagd der letzten Jahre beeindruckend. Doch bei Lichte betrachtet: Hier gibt es auch die meisten weißen Flecken im Modellprogramm. Mini-, X3-, CLS- oder CLK-Konkurrenten? Bislang Fehlanzeige bei Audi. Deshalb wird aufgestockt: Ende 2007 läuft die neue Baureihe A5 an - ein zweitüriges Coupé der 4,55-Meter-Liga, dem ein Jahr später die Cabrioversion folgt.

Gleichwohl: BMW wird schon früher in diesem Geschäft mitmischen. Noch in diesem Jahr debütieren das neue 3er Coupé und im Frühjahr 2007 die davon abgeleitete offene Version - Letztere erstmals in Form eines Blechdachcabrios. Würde BMW übrigens auch Motorvarianten mitzählen - es käme eine ganze Flut dabei heraus. Noch nie war das Programm für ein Coupé so umfassend: Der Verkauf startet im September als 325i (218 PS) und 335i (306 PS), drei Monate später folgen der 330i (272 PS) und die Diesel 330d (231 PS) und 335d (286 PS). Den 330d wird es dabei sogar in Kombination mit dem Allradsystem x-Drive geben, der damit das erste 4x4-Coupé in diesem Segment darstellt. Es folgen Ende 2007 der 325 xi, 330 xi und 335xi. Und für die Leistungsfanatiker: 400-PS-Achtzylinder im M3 Coupé ab Herbst 2007, im Coupé-Cabriolet ab Sommer 2008. Erst dann kommen beide auch als 320d (177 PS).

Nur eins hat BMW in diesem Segment nicht mehr zu bieten: ein schönes, klassisches Stoffdach. Da schlägt die Stunde von Audi und Mercedes: Sowohl die offene Version des A5 als auch den CLK (neu ab 2008) wird es mit Stoffmütze geben. Wichtig sind beide Modelle für ihre Hersteller, weil sie auf einer neuen Produktionsphilosophie beruhen. Der A5 ist wie der nächste A4 (ab 2008) Teil des neuen Audi-Baukastens bis hoch zum A8, der eine möglichst hohe Vereinheitlichung im Bereich von Klimaanlage, Multimedia sowie der Fahrwerke von den Achsen bis hin zur Fahrdynamik-Elektronik sucht. Dass in diesem Zuge durchaus A8-Technik im A4/A5 zum Einsatz kommt, macht die Mittelklasse-Autos nicht teurer - im Gegenteil: Die höheren Stückzahlen, die so erzielt werden können, senken den Preis.

Audi A2 Shooting Brake contra Mini

Der Weg von Mercedes geht in eine ähnliche, aber nicht gleiche Richtung: Für den neuen CLK gilt wie für die nächste C-Klasse (ab Frühjahr 2007) und den C-SUV (ab 2008) eine enge Verwandtschaft mit den E-Klasse-Achsen. Das hilft, die Produktionskosten um über 30 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus sieht es aber mau aus in puncto Synergien. Die nächste A-Klasse-Generation (2010) soll zwar C-Klasse-Vierzylindermotoren tragen, nicht aber die gleichen Achsen. Statt des teuren doppelten Bodens mit geneigt montierten Triebwerken ist man zurzeit gerade auf der Suche nach einem anderen Plattformspender, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von Chrysler kommen wird.

Probleme, die BMW zumindest in dieser Form nicht hat. Dort forscht man seit Jahren nach Berührungspunkten zwischen den einzelnen Modellen und entscheidet bei jedem Generationswechsel neu, ob zum Beispiel ein X3 näher an einen aktuellen 3er oder den X5 gerückt wird. Fit für die Zukunft macht die Marke nicht nur die hohe Auslastung der Werke - Panke: "Wir haben immer etwas weniger Kapazität als wir brauchen“ -, sondern auch die Flexibilität, verschiedene Baureihen innerhalb eines Werkes je nach Nachfrage zu fertigen. Ein neues Crossover-Modell mit vier Türen, erhöhter Sitzposition und einer Bodenfreiheit von über 200 Millimetern wird ab 2008 zusammen mit dem X5 in Spartanburg gebaut, da sich die beiden die Allradplattform teilen und rund 35 Prozent des X-Coupés auch in den USA abgesetzt werden sollen.

In Deutschland wird dagegen das neue "raumfunktionale Konzept“ gefertigt, das intern mittlerweile den Arbeitstitel Luxury Sports Cruiser trägt und sich in den Dimensionen und im Preis auf dem Niveau eines vergleichbaren BMW 5er Touring einordnen lässt. Sein Konkurrent: die neue Mercedes R-Klasse, auch wenn BMW davon nichts wissen möchte.

Vielleicht auch, weil der Start des neuen Mercedes bislang wenig verheißungsvoll war. US-Amerikaner verbinden mit diesem Modell schlicht und ergreifend einen Minivan, der ihnen für ein Auto dieser Kategorie zu teuer ist und zu wenig Platz bietet. Um die Kosten zu reduzieren, soll der Allradantrieb künftig nur noch optional angeboten werden, eine Sitzbank mit drei Plätzen in der Mitte die Praktikabilität steigern. Trotzdem zeichnet sich bereits ab: Über eine Laufzeit von sechs Jahren dürfte die R-Klasse kaum hinauskommen. Dieses Schicksal hat den Smart Forfour schon ereilt. Im Zuge der Neuorientierung der Marke wird man sich wohl komplett auf den Fortwo konzentrieren, der im April 2007 mit Mitsubishi-Motoren neu auf den Markt kommt.

Chancen, jemals an die Mini-Absatzzahlen anzuknüpfen, dürfte es so aber kaum geben. Wenn künftig die Kombiversion Traveller das Programm ergänzt, erreicht die BMW-Einsteigermarke Stückzahlen von bis zu 240.000 Einheiten pro Jahr. Ein Segment, das natürlich auch Audi-Mann Winterkorn reizt. Den neuen A2 Shooting Brake, der die preiswerte Verbundlenker-Hinterachse des Golf IV erhalten soll, will er gegen den Mini platzieren. Und gegen den Mercedes CLS setzt Audi den A7 als viertüriges Coupé zwischen A6 und A8, das auf der Los Angeles Motor Show im November als Studie gezeigt wird. Trotz dieser beeindruckenden Modelloffensive glauben die Analysten der Winterkorn-Prognose, bis 2015 1,4 Millionen Autos zu verkaufen, noch nicht ganz. Am steilsten zeigt die Absatz-Kurve bei BMW nach oben.

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