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Audi, BMW, Mercedes

Dreikampf in der Mittelklasse

Foto: Schulte-Nextline 16 Bilder

Saubere Bilanzen sind bei Audi, BMW und Mercedes mehr denn je gefragt - vor allem in puncto Umwelt. Neue Ideen reichen von Kleinwagen bis zu Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse. Doch wer hat die beste Strategie?

20.05.2008 Birgit Priemer

Zahlen lügen nicht. Aber sie sagen auch nicht immer die ganze Wahrheit. Denn wenn Mercedes zurzeit die deutsche Verkaufsstatistik vor Audi und BMW anführt, heißt das noch lange nicht, dass die Marke Sieger in allen Disziplinen ist. In der Punktewertung des auto motor und sport-Vergleichstests rangiert im vorliegenden Heft jedenfalls Audi vor der Konkurrenz. Und im Vergleich umweltfreundlicher Technologien führt BMW das deutsche Dreigestirn an. Wem gebührt also die Krone des erfolgreichsten Autoherstellers?

Neue E-Klasse, 5er und A6 Facelift

In der Tat hat Mercedes vorläufig gute Chancen, in der Bestsellerliste seinen Nummer-eins-Status zu verteidigen. Schließlich rollt schon im Frühjahr 2009 die neue E-Klasse an - knapp zwei Jahre vor den Nachfolgern von BMW 5er und Audi A6. Dabei soll sich die Positionierung im Vergleich zu den Verfolgern deutlich unterscheiden. Mercedes besinnt sich wie schon bei der C-Klasse auf die gut situierten "Best Ager", die keinen Sportwagen im Limousinendress suchen, und lockt diese Klientel mit traditionellen Werten wie Komfort und Sicherheit. Nachtsichtgerät, Müdigkeitssensor, Spurhalteassistent mit Lenkeingriff und Toter-Winkel-Überwachung mit Warnhinweis im Außenspiegel zählen zu den elektronischen Helfern, die im nächsten Jahr zunächst in die E- und in der Folge im Rahmen von Modellpflegemaßnahmen auch in die S-Klasse einziehen werden.

Doch was gegen Mercedes spricht: Technisch bietet die neue E-Klasse ab 2009 in mancher Hinsicht weniger als heute schon der aktuelle BMW 5er: Benzindirekteinspritzung gibt es zunächst nur in Form des E 350 CGI. Und die bei BMW bereits serienmäßige Start-Stopp-Automatik, die bis zu 15 Prozent Verbrauch spart, weil der Motor bei Ampelstopps automatisch ausgeht, ist bei Mercedes nicht vor 2010 im Programm. Immerhin: Im gleichen Jahr erfolgt der Verkaufsstart des E 300 Bluetec Hybrid. Nach dem S 400 (ab 2009) der zweite Mercedes, bei dem der Verbrennungsmotor mit einem E-Antrieb kombiniert wird. Fortschrittliche Technik verbindet der auto motor und sport-Leser so auch schon lange nicht mehr mit der Marke Mercedes, wie die Image-Analyse im Rahmen der Wahl "Die besten Autos" gezeigt hat - in diesem Kapitel haben BMW und Audi die Nase vorn.

Achtstufenautomaten und Direktschaltgetriebe in 5er und A6

Wer sich also Zeit lässt und auf 5er und A6 wartet, kann auch modernere Getriebe wählen. Beide bieten Achtstufenautomaten und Direktschaltgetriebe an, flächendeckend kombiniert mit Benzindirekteinspritzern der zweiten Generation. Während Mercedes auf diesem Gebiet noch auf der Suche nach einem Kooperationspartner ist, hat der VW-Konzern davon bereits über eine Million Einheiten verkauft, 200.000 davon bei Audi für A3 und TT mit Quermotor. Und wenn der A6 nach A5 und A4 auf die längsmodulare Plattform mit weit nach vorne gerückter Vorderachse umgestellt wird, ist auch er reif für diese Technik, die gerade im A4 startet. Während die Rückgewinnung von Energie durch Bremsrekuperation bereits in diesem Herbst im Rahmen eines leichten Facelifts zusammen mit LED-Tagfahrlicht und dem neuen Dreiliter-TFSI-Motor in den A6 einzieht, lässt die Start-Stopp-Automatik noch bis 2010 auf sich warten.

Wie bei Mercedes starten dann auch die neuen Dieselmotoren mit Bluetec-Technologie, die über einen Denox-Kat und Harnstoffeinspritzung zur Reduzierung von Stickoxiden verfügen. Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme befindet sich Audi mit automatischer Einparkhilfe, Spurhaltesystem, Rückfahrkamera und Active Cruise Control auf Augenhöhe zur Konkurrenz. 

Da hier das Thema Fahrdynamik aber eine weit wichtigere Rolle spielt als bei der E-Klasse, steht zusätzlich das so genannte Drive-Select-System zur Wahl: Fahrwerk, Lenkung, Automatik und Motorelektronik können zugunsten einer sportlicheren Abstimmung beeinflusst werden. Und die wurde auch bei der Auslegung des Torsen-Allradantriebs mit einer Standardverteilung von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse und einer variablen Kraftverteilung zwischen den Rädern der Hinterachse gewählt.

A6 mit dezenten Modifikationen

Stilistisch fallen die Änderungen beim A6 im Vergleich zur E-Klasse dezenter aus. Die technischen Veränderungen gehen jedoch viel weiter: Dazu zählt nicht nur die neue Plattform mit Fünflenker-Vorderachse und Trapezlenker-Hinterachse sowie der hohe Alueinsatz bei Fahrwerk und Karosserie. Auch im Multimediabereich strebt Audi die Führerschaft an. Das tief überarbeitete MMI-System mit 40-Gigabyte- Festplatte und zwölf GB Aufnahmekapazität stammt im Wesentlichen vom neuen Q5 und soll einen höheren Bedienkomfort bieten als die Konzepte bei Mercedes und BMW.

Dem 5er fällt es in diesem deutschen Trio künftig schwer, Größe zu zeigen - mit einem Längenzuwachs von nur zwei Zentimeter auf 4,86 Meter bleibt er neben A6 und E-Klasse zumindest in dieser Hinsicht der Kleinste. Dafür zählt er mit seinen durchgängig aufgeladenen Vier- und Sechszylindermotoren mit Efficient Dynamics, das bis dahin auch für die Automatikversionen angeboten werden soll, zu den sparsamsten Vertretern seiner Art. BMW verzichtet in dieser Baureihe übrigens vorläufig auf den Einsatz eines Vollhybrids und belässt es bei den Mildhybriden.

Bei den Fahrerassistenzsystemen profitiert diese Baureihe von der Markteinführung des 7er in diesem Herbst und übernimmt von ihm alle Bausteine vom neuen Zehn-Zoll-Bildschirm, Spurhaltesystem mit Lenkeingriff bis hin zum Nachtsichtgerät von Autoliv als Head-up-Display. Ein weiterentwickeltes Dynamic Drive mit verstellbaren Stabilisatoren, eine Aktivlenkung der zweiten Generation sowie ein neues Hinterachsdifferenzial mit radselektiver Kraftverteilung sollen hier wie beim A6 für hohe Fahrdynamik sorgen.

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