Audi-Chef Stadler: Wir sind Marktführer vor BMW und Daimler

Rupert Stadler

Audi plant nach Angaben von Vorstandschef Rupert Stadler trotz geringerer Absatzzahlen keine Preissenkungen und rechnet schon bald wieder mit einer stärkeren Nachfrage auch im Premiumsegment.

Die Einbrüche seien speziell in Deutschland aufgrund der Umweltprämie groß, sagt Audi-Chef Stadler im Gespräch mit auto motor und sport.

Audi-Chef sieht Entspannung im Premiummarkt

"Der Gesamtmarkt wächst um 20 Prozent, das Premiumsegment verliert 20 Prozent. Studien zeigen aber, dass der Premiumanspruch vieler Autokäufer kontinuierlich steigt, übrigens auch in der Krise", so Stadler. "Im Jahr 2010 oder 2011 wird sich die Situation deutlich entkrampfen." Er rücke deshalb von den ehrgeizigen Absatzzielen für Audi nicht ab. "Ich sehe keinen Grund, warum wir die nicht erreichen sollten. Wir gehen weiter in Richtung 1,5 Millionen Einheiten pro Jahr", bekräftigt Stadler. "In unserer Branche wird es auch wieder Wachstum geben. In China etwa erwarten wir schon für 2009 einen Markt von sechs Millionen Fahrzeugen. Vor einem halben Jahr lagen die Prognosen noch bei 5,1 Millionen." Mit Rabatten oder reduzierten Grundpreisen werde Audi deshalb keine Marktanteile gewinnen. "Preisreduktion ist keine Antwort, sondern ein Schritt in die falsche Richtung. Die inneren Werte der Marke werden damit geschwächt und natürlich auch die Restwerte."

Audi in Westeuropa Marktführer vor Mercedes und BMW

Inzwischen sieht sich Audi in Westeuropa sogar als Marktführer in der Premiumklasse, vor BMW und Daimler. "In den ersten drei Monaten haben wir mit starken Marktanteilszuwächsen in Westeuropa die Führerschaft im Premiumsegment übernommen", bekräftigt der Audi-Chef. "Auch in den USA legen wir deutlich zu. Und im ersten Quartal haben wir einen Profit von rund 360 Millionen Euro erwirtschaftet. Wir machen also in Summe einen guten Job. Durch unseren Erfolg werden wir vom Jäger zum Gejagten."

Audi bringt den A1 und den R8 mit E-Motor

Indirekt bestätigt hat Stadler Informationen von auto motor und sport, dass Audi auf der IAA 2009 den Sportwagen R8 mit Elektroantrieb präsentieren wird. "Es stimmt, dass wir den R8 Spyder zeigen werden. Und wir wollen eine Brücke schlagen zwischen dem Antrieb von heute und dem, den wir uns in Zukunft vorstellen können", so Stadler. "Wir werden das für die IAA spannend inszenieren, so viel kann ich Ihnen heute verraten."

Große Hoffnungen setzt Audi auf den neuen Kleinwagen A1. "40 Prozent der Weltbevölkerung leben in einigen Jahren in Mega-Citys. Deshalb haben wir die Entscheidung für den A1 getroffen - lange vor der Krise", so Stadler. "Mit einem coupéhaften Zweitürer wollen wir mit sportlichem Flair und einer Qualität, die es bislang dort nicht gibt, dieses Segment bewegen und neu definieren." Schon zum Start erwartet Stadler einen Absatz von "etwa 80.000 Autos pro Jahr. Wobei ich gute Chancen sehe, dass wir über diese Stückzahl deutlich hinausgehen. Dass sich Audi auch unterhalb des A3 in Position bringt, ist wohldurchdacht. Wir sehen dort ein wachsendes Feld von kaufstarken Kunden. Und für diese Klientel bringen wir mit dem coupéhaften SUV Q3 ein weiteres superschickes, sportliches Auto."

- Audi auf der IAA 2009
- Die Stars der IAA 2009

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Bernd Ostmann

Autor:

auto motor und sport, Heft 12 / 2009

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