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Audi

Der Designchef im Gespräch

Audi Design Foto: Hersteller 7 Bilder

Sind sich die Audi-Modelle inzwischen zu ähnlich? Klare Antwort von Designchef Wolfgang Egger: nein. So viel vorweg: Wer den Single-Frame-Grill bei Audi nicht mag, ist bei Wolfgang Egger an der falschen Stelle.
 

27.01.2009 Birgit Priemer

Denn obwohl es Kritiker gibt, denen dieses Stilelement in den Audi-Gesichtern zu dominant und mittlerweile auch zu einheitlich vorkommt, bekennt sich der Audi Group-Designchef ohne Wenn und Aber zu dem großen Kühlergrill: "Das ist unsere Ikone - und unser ganzer Stolz."

Familien-Grill

Unter Leitung seines Vorgängers Walter de Silva, mittlerweile VW-Konzern-Designchef, ist aus Eggers Sicht damit "eine richtige Audi-Familie" geschaffen worden. Trotzdem geht die Reise jetzt weiter: "Das Portfolio wird immer größer. Da müssen wir daran arbeiten, die einzelnen Baureihen stärker zu unterscheiden." Die Designphilosophie des Hauses zielt dabei zunächst darauf ab, Unterscheidungsmerkmale zwischen den Limousinen, den Geländewagen und den Sportwagen herauszuarbeiten.

Audi Sportback Concept 20 Sek.

Maskulin und feminin

"Der R8 hat einen flachen, tief nach unten gezogenen Grill, der sich auch stark in die Breite zieht“, erläutert Egger, der früher gemeinsam mit de Silva Designer bei Alfa Romeo gewesen ist. "Der TT ist höher und wirkt eher als sportliches Freizeitauto denn als Leistungssportwagen. Der R8 ist eher maskulin, der TT mehr feminin. Das passt perfekt."

Dabei stört es ihn nicht, dass manch einer den Audi-Supersportwagen als zu aggressiv empfindet - solange es mit Sportlichkeit in Verbindung gebracht wird: "Ein Athlet, der sich konzentriert, lacht auch nicht, sondern sammelt alle Kräfte, um sie im richtigen Moment freizugeben. Wichtig ist, die Bewegungsästhetik darzustellen. Ein Schwimmer hat eine elegante Bewegung nach vorne. Die schaffen wir beim R8 durch einen kurzen Überhang hinten und einen längeren vorne."

Der Q7 zählt zwar unter den Geländewagen - trotz seiner opulenten Abmessungen - ebenfalls zu den Sportskanonen, doch das muss er optisch nicht unbedingt in Form bringen. Sein Gesicht, fast um ein Drittel größer als beim R8, ziert mehr Chrom und ein viel höher ausgerichteter Grill. Zudem verschaffen ihm die großen Außenspiegel zusätzliche Markanz im Rückspiegel des Vorausfahrenden. Im Sinne des bei Audi jahrelang gepflegten Bauhaus-Stils will Egger schnörkellos bleiben, aber die Dreidimensionalität stärken, um die Autos wertvoller wirken zu lassen.

Materialien sollen Unterschied deutlich machen

Bei den Modellen vom A1 bis zum A8 helfen ihm künftig unterschiedliche Materialien, um die einzelnen Familienmitglieder stärker zu differenzieren. "Gebürstetes Aluminium, hochwertige metallische Effekte - da wird es in den nächsten Jahren viele Neuheiten geben", prognostiziert der Audi- Designer. Bei den Limousinen variiert der Grill in Länge und Höhe, allen gemeinsam ist ein kleiner Anschnitt rechts und links oben im Single Frame. Und die LED-Leuchten als Ausdruck des technischen Charakters sowie die Scheinwerfer- Ausschnitte dürfen bei allen Modellen etwas variieren. Aber kann man so auch den Ökologie-Gedanken beispielsweise eines A1 sichtbar machen? "Unsere Aufgabe als Designer ist es, neue Wege zu finden und Umweltfreundlichkeit auch mit Lifestyle und Ästhetik zu verbinden", philosophiert Egger.

Hinten ist wichtiger als vorne

"Ich kann mir schwer vorstellen, dass man bei einem E-Auto ein Kabel zum Laden herauszieht. Da muss uns etwas anderes einfallen." Benzin, das ja ebenfalls über eine Leitung zugeführt wird, hat für ihn eine ganz andere Bedeutung: "Da stecken Feuer, Explosion und Urkräfte dahinter." Bleibt die Suche nach einem guten Schluss. Egger: "Giugiaro hat gesagt, das Heck ist wichtiger als die Front. Und eine schöne Frau drückt beim Gehen von hinten betrachtet aus, was sie von vorne verspricht. Das muss ein Auto auch tun." Ende gut, alles gut - auch für die, die keinen Single Frame mögen.
 

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