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Audi

Der Masterplan

Foto: Schulte-Nextline 8 Bilder

Audi will ganz oben auf dem Treppchen stehen. Darum erweitern die Ingolstädter ihr Modellprogramm - die Übersicht reicht vom A4 Avant über den A6-Nachfolger bis hin zu einem Stadtauto auf VW Up-Plattform.

27.02.2008 Eberhard Kittler

Läuft und läuft und läuft, tönte einst die Käfer-Werbung. Bei der edlen Volkswagen-Tochter mit dem Vier-Ringe-Logo gilt inzwischen: Und wächst und wächst und wächst. Ab 2015, so das ehrgeizige Ziel von Audi-Chef Rupert Stadler, sollen jährlich 1,5 Millionen Autos gebaut werden, heute sind es bereits eine Million. Kaum eine Nische wird unbesetzt bleiben, da innerhalb der nächsten vier Jahre zahlreiche neue, emotionale Ableitungen bestehender und völlig neuer Modellreihen hinzukommen.

Den Anfang macht der A4 Avant, der auf dem Genfer Autosalon Anfang März seine Premiere haben wird. Bei gleichen Abmessungen wie die der Limousine (4,70 × 1,83 × 1,43 Meter) bietet er etwas weniger Gepäckraum als das Stufenheck-Modell (460 statt 480 Liter), bei dachhoher Beladung mit umgeklappten Sitzen steigt das Volumen auf 1.400 Liter. Damit fährt Audi eine andere Philosophie als Mercedes beim neuen T-Modell der C-Klasse, in dessen steiler stehendes Kombiheck immerhin 1.500 Liter passen.

Gegenüber dem alten A4 Avant (4,59 × 1,77 × 1,45 Meter; 442 bis 1.184 Liter) legt der Nachfolger in puncto Größe, Ausstattung und Technik mächtig zu. Er bekommt ein neues Antriebslayout mit nach hinten versetztem Motor sowie eine günstigere Gewichtsverteilung und eine optimierte Lenkung zur Verbesserung der Fahrdynamik.

Modulare Plattform spart Kosten

Zudem spart Audi dank der so genannten modularen Längsplattform pro Baureihe bis zu 20 Prozent Entwicklungskosten. Chefentwickler Michael Dick erklärt den technischen Hintergrund folgendermaßen: "Wir haben ein definiertes Maß, das die Einbaulage der Aggregate und Antriebswellen festlegt - egal, ob es sich um Vier-, Sechs- oder gar Achtzylinder handelt. Differenzieren müssen wir dann nur noch bei Radstand und Spurweite." Den Anfang machen Vier- und Sechszylinder-Benziner mit Direkteinspritzung (1.8 TFSI mit Turboaufladung, 3.2 FSI mit der vollvariablen Ventilsteuerung Valvelift). In Vorbereitung sind Vierzylinder, die ebenfalls mit dem Valvelift- System ausgerüstet sind. Als Diesel kommen zunächst ein Zweiliter, ein 2,7-Liter und ein Dreiliter zum Einsatz (noch in diesem Jahr je nach Einsatzmarkt mit SCR-Katalysator und Ad-Blue-Einspritzung).

Neue Spar-Pakete

Noch im Laufe dieses Jahres werden weitere Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung eingeführt - zunächst die Bremsenergie-Rückgewinnung und dazu längere Antriebsübersetzungen für weniger sportlich positionierte Fahrzeugtypen.

Eigenständige e-Modelle soll es nicht mehr geben. 2009 beginnt der breit angelegte Serieneinsatz spritsparender Systeme. Dann kommen auch Start-Stopp-Technik (dank Extra-Ölkreislauf und elektrisch betriebener Pumpe künftig auch für Automatik-Versionen), bedarfsgesteuerte Nebenaggregate und weitere Mildhybrid-Elemente.

Neuer A6 mit Alukarosse

Das Erfolgsmodell A6 erhält im Herbst ein großes Facelift und stärkere, aber sparsamere Motoren. Anfang 2011 steht dann der Nachfolger in den Startlöchern. Gegenüber dem heutigen Modell (4,92 Meter Außenlänge) soll er nur wenig wachsen, aber trotz weiter verbesserter Sicherheits-, Fahrerassistenz- und Komfort-Ausstattung nicht schwerer werden. Hier kommt, anders als beim TT, keine Mischbauweise zum Einsatz - sondern wie beim A8 eine Vollalu-Karosserie. Das Fahrwerk wird ebenfalls einen hohen Leichtmetall-Anteil aufweisen. So lässt sich Gewicht senken und die Achslastverteilung optimieren.

Michael Dick glaubt an die Zukunft von Vollalu-Karosserien, die einen Gewichtsvorteil von rund 100 Kilogramm bringen - nur bei den kompakten Audi-Modellen lässt sich dies aus Kostengründen nicht realisieren.

Der nächste A6 bekommt zudem erstmals die modulare Längsplattform, die den Einsatz ganz neuer Technikbausteine
ermöglicht. Dazu zählen die radselektive Kraftverteilung an der Hinterachse der Quattro-Modelle (Sport-Differenzial), die Servolenkung mit Überlagerungsfunktion (Dynamic-Lenkung), das neue Achtstufen-Automatikgetriebe von ZF (was sich schon im nächsten A8 und im BMW 7er finden wird), das ab 2008 im VW-Werk Kassel produzierte Doppelkupplungsgetriebe
(S-Tronic längs) sowie ein Vollhybridsystem (Parallelhybrid) mit neu entwickelter Lithium-Ionen-Batterietechnik.

Q5 ab 2008

Die gleiche Plattform nutzt auch der Q5, der schon im September 2008 in Serie geht – ein enger Verwandter des A4 im strengen Offroad-Look. Der neue Geländekraxler ist der erste Audi mit Längsmotor, der das neue Doppelkupplungsgetriebe erhält.

Weitere Ableitungen von A4/A5 sind der A4 Allroad und der coupéhafte A5 Sportback. Dazu gesellen sich S- und RS-Varianten. Designchef Stefan Sielaff kennt natürlich den Vorwurf, dass sich die Autos von Audi zu ähnlich sähen, und strebt eine stärkere Differenzierung an: "Wir unterscheiden künftig  stärker bei Kühlergrill und Leuchten. Q-Modelle erhalten vertikal betonte Single-Frame-Grills, bei Sportwagen wie dem TT oder dem R8 gehen wir damit mehr in die Breite." Die Formgestalter agieren dabei aber sehr behutsam, wie man bei den kommenden TT-Varianten TT S, TT RS und TT TDI erleben wird.

Expansion nach unten

Auch unterhalb von TT und A3 sieht Audi Handlungsbedarf. Zum einen wird Anfang 2010 der A1 debütieren, ein schicker Kleiner, der auch als Viertürer und anschließend sogar in einer Roadster-Variante denkbar ist. Darunter positioniert werden soll der ultrakompakte Audi City auf der technischen Basis des VW Up, dessen Entwicklungsaufwand derzeit in Ingolstadt durchgerechnet wird. Das 3,45 Meter kurze, zweitürige Auto mit großer Heckklappe wäre dann ein weiteres Mitglied der "New Small Family", zu der bereits VW, Skoda und Seat gehören. Dank der vanhaften Auslegung lassen sich bis zu vier Erwachsen  in einem solchen Auto unterbringen. Für den Antrieb soll ein maximal 75 PS starker Einliter-Dreizylinder sorgen.

Audis Kleinster wird kein billiges Einstiegsauto, sondern soll hippen Großstädtern als feiner Cityflitzer dienen. Seine Technik weist bereits weit in die Zukunft. Denn davon wird es, genau wie vom A1, reinrassige Elektroversionen mit Plug-in-Technik geben Vorsprung durch Weitblick - das könnte der neue Slogan von Audi werden.

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