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Audi E-Tron Spyder-Entwicklung

So entstand das Hybrid-Showcar für Paris

Audi E-Tron Spyder, Designskizze Foto: Audi 32 Bilder

Der Audi E-Tron Spyder feierte auf dem Pariser Autosalon 2010 seine Weltpremiere. Doch bevor der Schleier fiel, flossen viel Schweiß und Herzblut in das Projekt E-Tron Spyder. Wir zeigen, wie aus dem Designentwurf Wirklichkeit wurde.

20.10.2010

Das Ziel für den Pariser Autosalon 2010 war klar: Auf dem Audi-Stand sollte ein Showcar mit Hybridantrieb und emotional gezeichnetem Design die Blicke von Zuschauern und Journalisten auf sich ziehen. Der Tag X war also klar definiert: 29. September 2010. 20 Uhr. An diesem Mittwoch Abend sollte das neue Audi Showcar im Rahmen des traditionellen VW-Konzernabends erstmals das Licht der Öffentlichkeit erblicken und selbige möglichst binnen Sekundenbruchteilen für sich einnehmen.

Wettbewerb im Hause Audi

Doch am Anfang war das Nichts. Audi schrieb unter den hauseigenen Designern einen internen Wettbewerb aus, dem sich letztlich 17 kreative Köpfe stellten. Die Spiele waren eröffnet, nun galt es, aus den unterschiedlichen Entwürfen jenen zu bestimmen, der dem Audi Showcar für Paris den finalen Stempel auf das möglichst schnittige Kleid drücken durfte.

Sielaff wirft Designentwürfe an die Wand

Denn der Traum eines jeden Designers ist es, ein Showcar kreieren zu dürfen. "Das Schöne beim Showcar ist, dass die ersten Ideen oft nahezu unverändert umgesetzt werden. Wir sind weitgehend frei von technischen Zwängen", erläutert Wolfram Luchner, Designer bei Audi. Luchner sollte am Ende zu jenem Team gehören, das das Exterieur des Audi E-Tron Spyder formen durfte.

Doch zurück zu den Anfängen. Aus den teils radikalen Ideen der 17 Designer wählte Stefan Sielaff, Leiter Audi Design, vier Teams aus. Diese durften anschließend ihre Entwürfe, im Fachjargon "Directions" genannt, zwei Wochen lang weiter entwickeln. Was folgte war der Schritt in die virtuelle Realität: Die Vorschläge der vier Designteams wurden an die Wand geworfen - mit einem Projektor als 3D-Datenmodelle, versteht sich. Übrig blieben die beiden besten Designentwürfe für das kommende Audi-Showcar. Anschließend wurde aus den Bits und Bytes erstmals plastische Realität: Die Designer zogen die Silhouetten ihrer Kreationen in Originalgröße auf Holz auf. Die beiden Modelle wurden auf einer Rennstrecke postiert und Detail für Detail begutachtet und bewertet.

Audi-Showcar wird ein sportlicher Hybrid-Roadster

Am Ende stand fest: Das Audi-Showcar für den Pariser Autosalon 2010 wird ein offener Sportwagen, der mit seiner stark gewölbten Windschutzscheibe an ein Powerboot erinnert, aber auch Designelemente eines Naked Bikes und der Roadster der 60er und 70er Jahre in sich trägt. Verantwortlich: Audi-Designer Frank Lamberty und sein Team.

Riesige Fräse wartet auf Futter

Juni. Drei Monate noch bis zum Tag X in der Stadt der Liebe. In einer abgeschotteten Halle wartet eine riesige Fräse auf Futter. Unmengen von Daten fließen in das Monstrum, das sich alsdann schreiend an die Arbeit macht und einen riesigen Block braunes Industrieplastilin in das so genannte Claymodell des Audi E-Tron Spyder verwandelt. Kurios: Die Fräse arbeitet 18 Stunden lang die rechte Fahrzeughälfte aus. Dann folgt neues Futter, neue Daten. Denn die linke Fahrzeughälfte soll sich von der rechten unterscheiden. So können die Designer die beiden Alternativen direkt vergleichen.  18 weitere Stunden vergehen. Dann steht er da, der E-Tron Spyder.

In der Folge arbeiten Designer und Techniker eng miteinander, um den technischen Unterbau mit dem mühsam entworfenen Kleid zu vereinen. Dabei müssen beide Teams aufeinander Rücksicht nehmen, was bisweilen zur Folge hat, dass die Techniker die Kreativität der Designer ein ums andere Mal zügeln müssen. Schließlich soll es sich beim Audi E-Tron Spyder am Ende um ein fahrbereites Showcar handeln, das alle technischen Anforderungen erfüllt. Dennoch: "Ich haben den ursprünglichen Entwurf immer im Kopf. Mein Ziel ist es, diesen mit möglichst wenig Änderungen umzusetzen", so Wolfram Luchner.

Audi-Vorstand gibt grünes Licht für den E-Tron Spyder

Sechs Wochen bis zum großen Messeauftritt. Das lackierte Claymodell des Audi E-Tron Spyder muss sich als Design-Freeze den letzten, strengen Blicken des Audi-Vorstands stellen. Erst dann kann der Aufbau des endgültigen Showcars beginnen. Der in Paris präsentierte Audi E-Tron Spyder trägt eine Hülle aus Kohlefaser. Das Unikat ist aus zahlreichen Einzelteilen zusammengesetzt. Kurz vor dem finalen Auftritt arbeiten bis zu zehn Mitarbeiter gleichzeitig an dem Audi-Showcar.

Dann ist er da. Der Tag X. Spot an, der Schleier fällt. Gleißendes Licht, geballte Aufmerksamkeit für den Audi Hybrid-Roadster. Viel Schweiß und viel Herzblut sind für diesen Moment geflossen, in dem aus einem Designentwurf Wirklichkeit wird: Der Audi E-Tron Spyder. 

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