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Audi-Historie 24h-Rennen Le Mans

Der Doktor blickt zurück auf 1999 – 2012

Audi, Wolfgang Ullrich Foto: Hersteller 15 Bilder

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, promovierter Maschinenbau-Ingenieur und daher von allen als „der Herr Doktor“ tituliert, stand als Mastermind und Vaterfigur hinter den großen Triumphen in Le Mans. Seit dem Debüt 1999 holte Audi elf Siege beim wichtigsten Langstrecken-Rennen der Welt. Ullrich erinnert sich an die vielen großen Siege - und an ein paar schmerzhafte Momente.

20.06.2013 Marcus Schurig Powered by

1999 Audi R8R: 1999 hat für uns das Abenteuer Le Mans so richtig begonnen. Wir haben vier sehr konservative Sportprototypen gebaut. Und wir sind zweigleisig gefahren - mit je zwei offenen und zwei geschlossenen Autos. Mit dem Offenen sind wir als Dritter gleich mal aufs Podium gefahren. Ein guter Einstieg für einen Newcomer.

2000 Audi R8:
Dieses Auto war eine komplette Neuentwicklung - und wir holten prompt einen Dreifachsieg. Das Konzept war sehr zukunftsorientiert. Er hat eine neue Generation von Sport-Prototypen eingeleitet. Der Motor war ein V8-Ottomotor mit relativ geringer Turbolaufladung.

2001 Audi R8:
Wir fuhren erstmals mit einer zukunftsorientierten Motorentechnologie, der Benzin- Direkteinspritzung. Problemlos war die Entwicklung nicht, aber im Rennen holten wir einen Doppelsieg.

2002 Audi R8: Zum dritten Mal in Folge gewannen die gleichen Audi-Fahrer: Frank Biela, Emanuele Pirro und Tom Kristensen waren drei richtige Haudegen. Die drei haben ideal zusammengepasst. Technisch ist nicht viel passiert, es gab nur einige kleine Updates.

2003 Bentley EXP Speed 8: Audi-Sport hat in diesem Jahr die Bentley-Boys intensiver unterstützt als in den beiden Jahren zuvor. Auch ein Teil des Joest-Teams hat mitgeholfen. Genau genommen war ein Großteil der Mannschaft auf den Leuten des früheren Audi UK-Teams aufgebaut. Damals haben viele behauptet, es sei vorgegeben gewesen, dass die Bentley gegen die Audi-Kundenteams gewinnen müssen: Die hat definitiv nicht gestimmt.

2004 Audi R8: Das Werk war 2004 ebenfalls nicht am Start. Der siegreiche R8 wurde vom japanischen Goh-Team gesetzt. Wir haben den Jungs aber schon kräftig unter die Arme gegriffen. Während der Vorbereitung im Winter 2003/2004 waren jede Menge Japaner bei uns in Ingolstadt. Sie haben dort das Auto gebaut.

2005 Audi R8: In seinem sechsten Jahr war der R8 immer noch schnell genug für einen Sieg. Zum einen war das Auto von der Basis her sehr gut, und er war extrem reparaturfreundlich. Zum anderen arbeiteten die Privatteams wie das 2005 siegreiche Champion-Team hervorragend.

2006 Audi R 10 TDI: Die Einführung des Diesel war unser größtes Abenteuer. Unsere Zulieferer waren entsetzt: Das funktioniert nie, sagten sie. Tat es aber doch. Wir haben sofort gewonnen mit dem TDI. Es war aber ein steiniger Weg.

2007 Audi R10 TDI: Mit mehr als 1000 Nm Drehmoment war der Zwölfzylinder der stärkste Motor, den wir je hatten. Wir siegten mit zehn Runden Vorsprung auf Peugeot. Die 908 waren sehr schnell, aber sie hatten Technik-Probleme.

2008 Audi R 10 TDI:
Das dritte Jahr mit dem Zwölfzylinder-Diesel. Der Vorsprung auf Peugeot war sehr gering. Damit war uns endgültig klar, dass wir für die Zukunft ein völlig neues Konzept bringen mussten, dass wir also beim nächsten oder übernächsten Projekt ein Dach auf das Auto setzen.

2009 Audi R15 TDI: Die Niederlage gegen Peugeot hat weh getan. Dindo Capello, Tom Kristensen und Allen McNish wurden nur Dritte, mit sechs Runden Rückstand. Wir hatten viele Probleme. Unter anderem mit verstopften Kühlern. Der R15 V10-TDI war unser erster Sport-Prototyp mit Durchströmungskonzept. Fürs nächste Jahr wurde er aber stark modifiziert.

2010 Audi R 15 TDI plus: Die Aerodynamik und die Radaufhängungen wurden stark verändert. Peugeot lieferte uns eine harte Schlacht. Von der Performance waren wir den geschlossenen Peugeot unterlegen, aber wir holten einen Dreifachsieg, nachdem alle 908 Motorprobleme hatten.

2011 Audi R18 TDI: Ein Audi vor drei Peugeot - McNish hatte früh einen Unfall, das Auto von Rockenfeller verloren wir in der Nacht. Peugeot probierte alles, um den verbleibenden R18 unter Druck zu setzen. Wir hatten aber knapp die Nase vorn. Das war mein spannendstes Le Mans-Rennen.

2012 Audi R18 e-tron quattro:
Wir fuhren erstmals mit zwei Hybrid-Autos sowie zwei herkömmlichen R18. Toyoyta kam ebenfalls mit einem Hybrid - und war sehr schnell, verlor aber ein Auto früh nach Unfall. Wir gewannen - und waren somit die Ersten, die mit Hybrid-Power siegten.

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