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Audi kauft Ducati

VW-Konzern jetzt auch mit Motorrädern

Audi R8 GT Ducati Panigale 1198 Foto: Audi

Der Volkswagen-Konzern hat jetzt auch Motorräder im Angebot. Für Europas größten Autobauer kauft die Ingolstädter Konzerntochter Audi die legendäre italienische Motorradschmiede Ducati zu einem nicht genannten Preis.

19.04.2012 dpa

In früheren Medienberichten war von einem Kaufpreis von etwa 860 Millionen Euro die Rede. Am Vorabend der VW-Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg segneten die Aufsichtsräte das Geschäft ab. Damit erfüllten sie einen Wunsch von VW-Patriarch Ferdinand Piëch, der am Dienstag 75 wurde und italienisches Design liebt. Audi ist im VW-Konzern bereits für den italienischen Sportwagenbauer Lamborghini zuständig, um die noch exklusivere Marke Bugatti kümmern sich die Wolfsburger selbst.

Motorradgeschäft gilt als schwierig

Ducati wurde 1926 in Bologna gegründet und gehört zu den bekanntesten Motorradherstellern der Welt. Der Finanzinvestor Investindustrial hatte das Traditionsunternehmen 2005 in der Krise übernommen und zieht sich jetzt wieder zurück. Ducati verkaufte 2011 rund 42.000 Motorräder, machte 480 Millionen Euro Umsatz und schreibt inzwischen schwarze Zahlen. Allerdings gilt das Motorradgeschäft als schwierig, der Markt in Europa hat sich in den letzten Jahren halbiert.

Angesichts prall gefüllter Kassen wagt VW das Experiment aber. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr 8,3 Millionen Autos verkauft und 15,8 Milliarden Euro Gewinn eingefahren - mehr als ein Viertel hatte Audi dazu beigetragen. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sagte, die Premiummarke Ducati habe eine lange Tradition im Bereich der sportlichen Motorräder. "Das Unternehmen verfügt über großes Know-how bei Hochleistungsmotoren und im Leichtbau und gehört zu den ertragsstärksten Zweiradherstellern weltweit. Damit passt Ducati hervorragend zu Audi."

In Deutschland produziert BMW als einziger Autobauer Motorräder. Bis in die Nachkriegszeit hatten auch die Audi-Vorgänger NSU und DKW noch Zweiräder gebaut.

Der Kauf des italienischen Motorradbauers Ducati kann VW nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) völlig neue Märke erschließen. Der Erwerb biete dem Volkswagen-Konzern die Möglichkeit, über eine langfristige Strategie das Zweirad-Geschäft aufzubauen, sagte McAllister der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der CDU-Politiker ist Mitglied im Aufsichtsrat von VW, das Land hält einen Anteil von gut 20 Prozent an Europas größtem Autobauer.

Piech will selber testen

Nach dem Kauf der italienischen Motorradschmiede Ducati durch die VW-Tochter Audi will Konzernchef Ferdinand Piëch so schnell wie möglich eine Runde mit den PS-starken Maschinen drehen - das will er aber in aller Ruhe erledigen. "Probe fahre ich nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit", sagte der Volkswagen-Patriarch am Donnerstag am Rande der Hauptversammlung des größten europäischen Autobauers in Hamburg. Er habe seit seinem zwölften Lebensjahr einen Motorradführerschein. Nun reize es ihn, die "Edelmotorräder" von Ducati selbst einmal zu lenken. Audi-Chef Rupert Stadler räumte dagegen ein, noch keinen Motorradführerschein zu haben - will das jedoch alsbald nachholen.

Vor allem die Motortechnik der Italiener fasziniere ihn, sagte Piëch. Eine Übernahme von Ducati habe er lange angestrebt: "Seit 33 Jahren bin ich an der Sache dran." Zur Zeit früherer Überlegungen sei der VW-Konzern noch nicht bereit für den Einbau einer Motorradmarke gewesen. "Jetzt sind wir offen für Nutzfahrzeuge und Motorräder."

Weitere Expansionspläne habe er zunächst nicht, erklärte der VW-Aufsichtsratschef. "Vorläufig ist das genug." Einen möglichen Einstieg beim Fiat-Ableger Alfa Romeo, über den häufiger spekuliert wurde, schloss Piëch derzeit aus: "Denen geht's noch zu gut."

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