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Audi

Keine Werbung am Everest

Foto: ams

Der deutsche Autobauer Audi verzichtet wegen des politischen Streits um den olympischen Fackellauf in Tibet auf eine geplante Werbeaktion mit seinem neuen Geländewagen am Mount Everest.

16.04.2008

An seinem Sponsoring hält der Konzern nach eigenen Angaben aber unverändert fest. Zu dem Verzicht auf die Werbeveranstaltung am Rande der Besteigung des höchsten Berges der Erde mit dem olympischen Feuer hieß es vonseiten informierter Kreise: "Wir wollen nicht noch Öl ins Feuer gießen." Details wurden nicht genannt. Andere Quellen sprachen am Mittwoch in Peking nur von "ein paar Änderungen". Zudem hieß es: "Wir haben entschieden, keine ausländischen Medien einzuladen."

Seit Ausbruch der Unruhen der Tibeter vor mehr als einem Monat ist es ausländischen Journalisten ohnehin untersagt, nach Tibet oder in andere tibetisch bewohnte Regionen der Nachbarprovinzen zu reisen. Chinesische Medien werden von Audi weiter eingeladen. Auf Anfrage wollte sich eine Mitarbeiterin der Werbeabteilung von Audi in Peking nicht zu dem Verzicht äußern, sondern verwies auf die Konzernzentrale in Deutschland. Ob jetzt nur eine Werbeveranstaltung für anreisende ausländische Journalisten abgesagt oder welche Pläne geändert wurden, blieb zunächst offen. Audi ist der einzige Sponsor des Fackellaufes auf den Mount Everest, der Anfang Mai geplant ist.

Kritik an Fackellauf

Exiltibetische Aktionsgruppen haben den Fackellauf durch Tibet und auf den für Tibeter heiligen Berg scharf kritisiert. Aus ihrer Sicht untermauert Chinas kommunistische Führung damit ihren Machtanspruch auf das größte Hochland der Erde. An Sponsoren war appelliert worden, auf die chinesischen Olympia-Organisatoren einzuwirken, von dem Fackellauf durch Tibet abzusehen. Der Ingolstädter Autobauer hatte bisher am 15. April eine Feier zur Begrüßung des olympischen Feuers am Basislager des 8.848 Meter hohen Berges geplant. Ferner soll dort am 10. Mai die Rückkehr der Flamme vom Gipfel gefeiert werden.

Am 20. Juni hat Audi in der tibetischen Hauptstadt Lhasa am Platz vor dem Potala-Palast, dem früheren Sitz des im Exil lebenden Dalai Lama eine weitere Veranstaltung geplant. Dort soll die Flamme vom Mount Everest mit der Fackel vereint werden, die bis dahin um die Welt und durch Teile Chinas getragen worden ist.

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