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Audi Le Mans Quattro

Lamborghini im Blut

Foto: Audi 10 Bilder

Auf dem technischen Gerüst des Lamborghini Gallardo schuf Audi einen Supersportler mit Allradantrieb, V10-Mittelmotor und 610 PS. Die IAA-Studie dürfte in abgewandelter Form Wirklichkeit werden.

09.09.2003

Lamborghini gehört zur sportlichen Sparte des VW-Konzerns, die von Audi geleitet wird. Und weil Audi-Chef Martin Winterkorn ein Verfechter der unter dem ehemaligen VW-Konzernlenker Ferdiand Piëch initiierten Plattform- und Gleichteilestrategie ist, lag es nahe, für die Studie eines Audi Supersportwagens auf die Gene von Lamborghini zurück zu greifen. Der neue allradgetriebene V10-Mittelmotorsportwagen namens Gallardo bot sich dafür geradezu an.

Der Audi Le Mans Quattro ist aber kein simpler Abklatsch des italienischen Vorbilds, sondern ein formal und teilweise auch technisch eigenständiges Auto. Er hat zum Beispiel einen deutlich gestreckteren Radstand (2.650 Millimeter) als der Gallardo, ist bei gleicher Breite (1,90 Meter) etwas länger (4,37 Meter) und höher (1,25 Meter). Wie beim italienischen Schwestermodell bildet ein Space-Frame aus Aluminium die tragende Struktur des Wagen. Außenhaut und Anbauteile sind in Leichtbauweise aus Aluminium und Kohlefaserwerkstoff gefertigt. Das soll das Leergewicht des zweisitzigen Le Mans Quattro auf 1.530 Kilogramm drücken.

So etwas hat man von Audi noch nicht gesehen

Stilistisch erinnert das Showcar schräg von vorn an die im Frühjahr auf dem Genfer Salon präsentierte Coupé-Studie Nuvolari Quattro, aber solch riesige Lufteinlassgitter wie beim Le Mans hat man an einem Audi noch nie gesehen. Auch das Heck wird von mächtigen, unterhalb der Rücklichter platzierten Luftausströmer dominiert.

Der sichtbar unter Glas hinter den Sitzen als Mittelmotor installierte Fünfliter-Zehnzylinder stammt im Prinzip aus dem Lamborghini Gallardo. Er wurde aber von Audi für den Einsatz in der fahrfähigen Studie per FSI-Direkteinspritzung und Biturbo-Aufladung von ursprünglich 500 auf 610 PS gepowert. Das maximale Drehmoment beträgt gewaltige 750 Nm, die in einem breiten Drehzahlbereich (1.750 bis 5.800/min) abrufbar sind.
Ein sequenziell schaltbares Sechsgang-Getriebe leitet die Kraft im Verhältnis 40:60 (Vorder- zu Hinterachse) an alle vier 20-Zoll-Räder. Die sind mit besonder fetten Reifen bestückt: vorne im Format 255/30, hinten 295/30. Derart gerüstet soll der geschlossene Sportwagen in 3,7 Sekunden von Null auf 100 Km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 330 km/h erreichen. Verzögert wird über riesige Bremsscheiben aus Keramik.

Le Mans-Studie nur ein Vorgeschmack

Dass Audi den Le Mans Quattro als Schaustück für technische Kompetenz sieht, zeigen noch weitere Details: Die Windschutzscheibe ist mit einem wasser- wie schmutzabweisenden Material beschichtet, ein Filter reduziert den Eintritt von UV- und Infrarot-Strahlung. Die Frontscheinwerfer sind mit Licht emittierenden Dioden (LED) bestückt und ermöglichen Kurvenausleuchtung ohne innere Mechanik. Sie benötigen wenig Bauraum, aber viel Kühlung - daher auch die Lufteinlässe darunter, die nicht nur für die Bremsen bestimmt sind.

Um Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten zu gewährleisten, fährt bei der Studie, die Audi in Anlehnung an den Dreifach-Erfolg mit dem R8 bei den 24 Stunden von Le Mans benannt hat, ab 120 km/h automatisch ein Heckspoiler aus. Auch beim Rückwärtsfahren ist das Tableau parat: Es trägt nämlich das Leuchtenband der Rückscheinwerfer.

Das Cockpit des Audi-Boliden ist im Stil eines Renntourenwagen gehalten - nur nicht ganz so karg ausgestattet. Der Pilot sitzt eingezwängt zwischen Armaturentafel und Mittelkonsole, alle wichtigen Bedienelemente sind nah an den Fahrer gerückt. Je nach Einsatzzweck (Rennstrecke, Straße, Langsamfahren) rücken unterschiedliche Informationen in den Vordergrund des Instrumentendisplays. Die Schalensitze sind mit rutschfestem Material bezogen, Vierpunktgurte sollen für sicheren Halt sorgen.

Die Le Mans-Studie ist ein Vorgeschmack auf die Audi-Pläne zu einem Supersportwagen. Mit ihr will Audi die Publikumsreaktionen auf der IAA testen. Fallen Sie positiv aus, dürfte der Le Mans in ähnlicher Form und Technik in etwa drei Jahren in Serie gehen.

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