Audi A6 Avant, Frontansicht 29 Bilder Video Zoom

Audi-Neuheiten: Das neue große Heer der Ringe

"Vorsprung durch Technik", so lautet der Werbeslogan von Audi. Doch in letzter Zeit konnten beim Thema Technologie BMW und Mercedes punkten. Wir zeigen, wie Audi wieder Boden gutmachen will.

Business-Klasse – A6 Limousine und Avant sowie A7 werden gründlich überarbeitet

Rund 85 Prozent aller Audi A6 werden in Deutschland an Geschäftskunden verkauft – da ist es kaum verwunderlich, wenn die Ingolstädter Strategen auch bei der Produktaufwertung des A6 diese Klientel besonders im Visier haben. Unter anderem mit der Ultra-Version des 2.0 TDI, die mit 190 PS nur 114 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen wird. Damit passt sie gerade noch in die entstehende Klasse der besonders sparsamen Business-Limousinen unter 120 CO2 g/km.

Neu im Motorenprogramm auch die beiden V6-Diesel mit 218 und 272 PS: Die Triebwerke weisen 90 Grad Bankwinkel auf und sparen mit reibungsoptimierten Kolbenringen, getrennten Kühlkreisläufen für Zylinderköpfe und Kurbelgehäuse sowie variabler Ölpumpe bis zu 15 Prozent CO2. Neben dem bereits bekannten Hybridantrieb setzt Audi auch beim A6 künftig auf Plug-in-Hybride, deren Serieneinsatz allerdings noch ein paar Jahre auf sich warten lässt.

Der Trend zum Downsizing wird sich fortsetzen: Während beispielsweise BMW den Einsatz von Dreizylindermotoren im 5er ausschließt, sind solche Pläne beim A6 nicht vom Tisch, auch wenn das nicht offiziell bestätigt wird. Die Kombination mit einem E-Motor wird diskutiert. Äußerlich fällt das Facelift eher sparsam aus, neu gestaltete Scheinwerfer (optional mit Matrix-Licht) und LED-Rückleuchten sowie leicht geänderte Prallflächen an Front und Heck, das war’s schon. Mehr Neues wird es innen zu entdecken geben, ein weiterentwickeltes MMI beispielsweise und eine deutlich fixere Datenübertragung mittels LTE-Technik.

Audi A7 und S7 mit Matrixlicht

An den letzten Feinheiten von Design und Abstimmung wird gerade gearbeitet. Klar ist, dass die gleichen Änderungen auch dem Coupé-Ableger A7 zugutekommen. Auch dieser bleibt im Interieur unverändert – oberflächlich betrachtet. Wie beim Audi A6 sorgt auch beim A7 schnellere Elektronik für zügigeren Datentransfer. Äußerlich fallen beim viertürigen Coupé ebenfalls in erster Linie die geänderten Tagfahrlichter sowie die neue Grafik der LED-Heckleuchten auf. Optional gibt es auch hier die vom A8 bekannten Matrix-LED-Scheinwerfer. 

 Q-Familie – Volles Programm von kompakt bis ganz groß

Audi-Chef Rupert Stadler ließ auf der Peking Auto Show wenig Zweifel offen: Bis 2020 werden 45 Prozent aller verkauften Audi-Modelle SUV sein. Damit das auch klappt, bekommt die ohnehin schon sehr erfolgreiche Q-Familie fleißig Nachwuchs. Etablierte Bestseller wie Q5 (2016) und Q7 (bereits 2014) erhalten Nachfolger, Lücken im Q-Programm werden mit neuen Modellen aufgefüllt. Grundsätzlich gilt die Namensregelung, wonach SUV ungerade Ziffern (Q1, Q3, Q5 etc.) erhalten, die geraden Zahlen dagegen den sportlicheren, eleganteren Crossover-Modellen vorbehalten bleiben. Das gilt auch für den Q6, der ab 2016 als Konkurrenz zum BMW X4 kommen wird. Dabei basiert der Q6 auf dem neuen Q5 und damit auf der längsmodularen Plattform. Optisch wird sich der neue Crossover am Allroad Concept orientieren, der in diesem Frühjahr in Peking präsentiert wurde. Beide Modelle werden gemeinsam im neuen Audi-Werk in San José Chiapa (Mexiko) vom Band rollen.

Audi Q1 wird womöglich 2015 vorgestellt

Den Einstieg in das Audi-Q-niversum bildet allerdings der kleine Q1, der womöglich schon 2015 vorgestellt wird. Er basiert auf der Kleinwagen-Plattform des Konzerns, wird aber nicht in Tschechien, sondern in Ingolstadt gefertigt.

Parallel dazu entsteht der Audi Q2, der sich optisch an der vor zwei Jahren gezeigten Studie Crosslane orientiert, Basis ist ebenfalls die quermodulare Plattform von Konzernmutter Volkswagen. Am oberen Ende der Preisskala zeigt sich dann ab 2018, dass es auch Q-Modelle oberhalb des noch in diesem Jahr erneuerten Q7 geben wird. Q8 und Q9 nutzen gemeinsam dessen Plattform (MLB Evo), setzen aber ganz unterschiedliche Akzente: Während der Q8 mit X6 oder Cayenne Turbo konkurriert, ist der Q9 ein Raumgleiter mit sieben Sitzen in der Klasse eines Cadillac Escalade oder Lexus LX. Antriebe bei beiden: kräftige Benziner und Plug-in-Hybride.

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TT-Familie - Mehr als nur Coupé und Roadster

Dass Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg bekennender TT-Fan ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Schließlich war der engagierte Ingenieur an der Entwicklung der beiden bisherigen TT-Generationen entscheidend beteiligt. Und spätestens seit der Präsentation der beiden TT-Studien Allroad Shooting Brake und Offroad Concept ist klar, wohin die Reise geht: Neben TT Coupé und Roadster wird es weitere Ableger unter dem TT-Label mit dem ikonischen Design geben.

Auch technisch erlauben die beiden Studien einen Blick in die Zukunft: Als Antrieb dient eine Plug-in-Hybrid-Einheit, bestehend aus einem Zweiliter-TFSI-Benziner und zwei Elektromotoren mit 408 PS Systemleistung und einem Gesamt-Drehmoment von 650 Nm. Anders als die beiden aktuellen TT-Sportler sind die zwei Konzeptfahrzeuge als Viersitzer ausgelegt. Basis ist der Audi Q3 aus dem quermodularen Baukasten, weitere Varianten sind denkbar. Ab 2018 könnten die TT-Ableger mit Plug-in-Antrieb serienreif sein.

Audi: Der Roadster kommt 2015

Viel weiter ist da schon der Audi TT Roadster, das Gegenstück zum unlängst vorgestellten Coupé. Er kommt rechtzeitig zur Cabrio-Saison im März 2015 mit den gleichen Triebwerken: vorerst als 2.0 TFSI mit 230 und 310 PS sowie als Ultra-Diesel mit 184 PS. Wobei potentere Motorversionen in Zukunft keineswegs ausgeschlossen sind. Natürlich bleibt es zudem beim klassischen Stoffverdeck mit Glasheckscheibe, im Interieur bei Virtual Cockpit und LTE-Technik.

Audi-Supersportwagen: R8 kommt im Sommer mit Laser-Licht

Eine Designikone wie sein kleiner Bruder TT ist der seit 2007 gebaute Audi R8 noch nicht, er könnte sich jedoch in diese Richtung entwickeln. Der Nachfolger folgt sehr betont der Linie des ersten R8. Er kommt 2015 und teilt sich den technischen Unterbau mit dem gerade vorgestellten Lamborghini Huracán, voraussichtlich nach wie vor mit V8- und V10-Motoren.

Sondermodell im Sommer

Damit den Audi-R8-Fans beim Warten auf den Neuen nicht langweilig wird, gibt es im Sommer, passend zum Langstrecken-Klassimer in Le Mans, das Sondermodell LMX – als erstes Serienauto der Welt mit Laser-Scheinwerfer fürs Fernlicht an Bord. Die Laser-Module erreichen dabei die doppelte Reichweite von heute üblichen LED-Scheinwerfern. Für Vortrieb sorgt der bekannte 5,2-Liter- V10 mit 570 PS. So befeuert soll der LMX in 3,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 320 km/h. Nur 99 Exemplare werden gebaut, zum Stückpreis von rund 210.000 Euro.

Audi-Hightech-Offensive

Früher glänzte Audi mit Technologien wie Quattro, Proconten oder TDI-Direkteinspritzung. Wir zeigen wo sich Audi einen neuen Vorsprung erarbeiten will. Es sind nicht mehr wie früher die großen Themen, die den technologischen Vorsprung einer Premiummarke illustrieren. Das weiß auch Audi-Cheftechniker Hackenberg. Er sieht den Fortschritt eher in den vielen Details, die an einem so komplexen Auto funktionieren müssen und die womöglich dem Fahrer verborgen bleiben. Wichtig sind dennoch kommunizierbare Schlüsseltechnologien, die dem Kunden einen direkten, spürbaren Nutzen bringen.

Einige davon baut Audi jetzt bereits in Serie, wenn auch nur in den teureren Preisklassen: das Matrix-LED-Licht etwa, das es schon beim A8 gegen Aufpreis gibt. Seine Tauglichkeit hat das System im auto motor und sport-Lichttest in Heft 6/2014 bewiesen, wo es den besten Eindruck von allen untersuchten Lichtanlagen hinterließ. Ebenfalls im A8 ist die Zylinderabschalt-Technik (COD, Cylinder On Demand) im Einsatz. Auch hier wird die Technologie vom oberen Ende der Produktpalette eingeführt – aus naheliegenden Gründen: Bei einem Acht- oder Zwölfzylinder ist das Einsparpotenzial natürlich größer.

Praktisch ebenfalls auf Serienstand ist die nächste Evolutionsstufe der Lichttechnik, das Laserlicht. Es debütiert im Audi R8, weitere Modelle werden sicher folgen. Auch das virtuelle Cockpit hat bereits seine Premiere erlebt. Dass es nach dem TT in alle weiteren Modellreihen der nächsten Jahre einziehen wird, gilt als sicher. Noch nicht ganz so weit ist das pilotierte Fahren, auch weil es rechtliche Fragen bei der Umsetzung gibt: Wer haftet, wenn etwas passiert? Dabei sieht Hackenberg das autonome Fahren vornehmlich als Hilfsangebot, um den Fahrer vor folgenreichen Fehlern zu schützen. Denn auch die Vermeidung von Unfällen kann Vorsprung durch Technik sein.

So hat sich Audi in nur 13 Jahren verändert

Nicht nur Audi, die gesamte Autowelt hat sich seit Beginn des Jahrtausends verändert. Der Gesamtabsatz hat sich fast verdreifacht, und aus rund 650.000 verkauften Audi wurden 1,6 Millionen. Erreicht wurde das unter anderem durch eine Aufsplittung der Modellpalette und das Besetzen von Nischen. So entfällt mehr als ein Drittel des Zuwachses auf die Q-Modelle. Zusammengenommen brachten es Q3, Q5 und Q7 im Jahr 2013 auf über 400.000 Exemplare, kein Wunder also, dass Audi weiter auf die SUV-Familie setzt.

Auffällig auch, dass sich die Zahl der Modellreihen verdoppelt hat, aus sechs wurden zwölf. Erfolg kann auch darin bestehen, eine Modellreihe durch eine erfolgreichere zu ersetzen: So wich der Audi A2 dem A1, der sich viermal so gut verkaufte. Das Cabriolet führte 2000 ein Schattendasein, es wurde durch den eleganten A5 ersetzt, von dem 2013 fast 100.000 Stück abgesetzt wurden (Coupé und Cabrio).

Fazit – Audi ist auf einem guten Weg

Scheint so, als drehte Ulrich Hackenberg in Ingolstadt an den richtigen Stellschrauben: Er betont traditionelle Stärken der Marke wie technische Innovationskraft und hohe Produktqualität. Was freilich nicht heißt, dass es vorher bei Audi schlecht gelaufen wäre, das zeigen die Zahlen oben auf dieser Seite. Doch um die ehrgeizigen Ziele für das nächste Jahrzehnt zu erreichen, muss noch einiges geschehen.

Beim Design und einigen Zukunftstechnologien drohte Audi gegenüber den Premium-Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraten. BMW zog bei alternativen Antrieben und Connectivity davon, Mercedes beim Thema Fahrerassistenzsysteme und Fahrwerkstechnik (Magic Carpet in der S-Klasse). Da scheint Audi nun aufzuholen und mit einer Flut neuer Modelle, innovativer Technik bei Antrieb, Karosseriebau und Vernetzung die richtigen Akzente zu setzen – mit vielen kleinen, aber wirkungsvollen Maßnahmen.

Heinrich Lingner

Foto

Christian Schulte

Datum

9. Juni 2014
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