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Audi Neuheiten

Im Kampf um die Premium-Krone

Audi Q4 Foto: Christian Schulte 29 Bilder

Die Erfolgskurve von Audi weist steil nach oben: In Sachen Absatzzahlen hat die Marke aus Ingolstadt nur noch BMW vor sich. Die Aufholjagd geht weiter – mit einer großen Modelloffensive.

11.02.2012 Birgit Priemer

Die Geschichte eines einsamen Aufsteigers ist zu Ende. Es ist alles erzählt worden, eine Fortsetzung à la Dallas oder Denver wird es nicht geben. Warum nicht? Weil es eine neue Geschichte zu erzählen gibt. Die einer Marke, die sich fest etabliert hat und deren Erfolg von vielen mit Neid verfolgt wird - Audi.

Die Geschichte ist genau genommen am 31. Dezember 2011 um Mitternacht zu Ende gegangen. Zu dem Zeitpunkt stand fest, dass Audi die Marke Mercedes-Benz in Sachen Absatz hinter sich gelassen hat und in China erfolgreicher war als auf dem Heimatmarkt Deutschland. Jetzt muss Mercedes zu Audi aufschließen, und jetzt müssen BMW und Mercedes beweisen, dass sie es Audi in China nachmachen können. Dafür haben sie in einem Fall drei Marken (BMW, Mini, Rolls-Royce) und im anderen Fall zweieinhalb Marken (Mercedes, Smart und bis 2013 noch Maybach) zur Verfügung.

Q4 und Q6 als coupártige SUV

Im Gegensatz zu Audi – die Marke hat in dieser Hinsicht nur sich selbst. Zumindest, wenn es um den Absatz geht. Technisch ist sie jedoch als Bestandteil des VW-Konzerns um Klassen besser vernetzt als die Konkurrenten, die viele komplizierte Kooperationen mit Herstellern wie PSA, Toyota und Renault-Nissan eingehen müssen, um auch in puncto Einkaufsvorteile durch Gleichteilestrategien nicht das Nachsehen zu haben.

Und die Modelloffensive geht mit Riesenschritten weiter voran: "In der Q-Familie gibt es noch Potenzial für weitere Modelle", hat Entwicklungschef Michael Dick auto motor und sport verkündet. Und damit keinesfalls einen Audi Q1 gemeint, wie viele vermuten. Die Kasse stimmt ja bekanntlich immer besonders im oberen Segment, und so modifiziert Audi die Q5-Plattform gleich zwei Mal: einmal nach unten in Richtung eines rund 4,50 Meter langen Q4 sowie nach oben zu einem 4,80 Meter langen Q6. Der darf dann als Rivale zu Mercedes M-Klasse und BMW X5 auftreten. Der Audi Q7 ist für diese Rolle mit 5,09 Meter Länge im Prinzip nämlich schon viel zu wuchtig.

Der Audi Q4 (ab 2014), im Prinzip baugleich mit dem ebenfalls in Planung befindlichen Porsche Macan, wird entgegen vielen Vermutungen nicht als Zweitürer ins Rennen geschickt, sondern als vollwertiger Viertürer mit coupéartigem Zuschnitt auf Basis des längsmodularen Baukastens. Dadurch unterscheidet er sich vom Q3, der auf der Querplattform basiert. Sein Gepäckabteil soll etwa 500 Liter Volumen bieten, womit es rund 50 Liter unter dem eines Audi Q5 liegen würde. Beide neue Q-Varianten wird es mit Vier- und im Gegensatz zum Q3 auch mit Sechszylinder-Motoren geben. Ob sie auch als Vollhybrid-Fahrzeuge wie der Q5 offeriert werden, ist noch offen.

Audi A9 auf der IAA 2013

Das hängt sicher davon ab, wie sich der Absatz dieses Umweltkonzeptes, das im Frühjahr auch im A8 startet, entwickelt. 2013/14 rollt Audi zugleich seine Plug-in-Strategie aus: Den Anfang macht der A3 Sportback, gefolgt vom A4 und Q7 (beide ab 2015). Der E-Antrieb bleibt zunächst dem R8 E-Tron (ab Jahresende) und dem A2 (ab 2014) vorbehalten, als Erdgasvariante wird ab Ende 2013 ebenfalls der A3 angeboten.

Im gleichen Jahr geht mit dem Audi A9 ein neuer Luxusliner an den Start, der auf der IAA 2013 bereits seine Premiere feiert. Noch gibt es interne Diskussionen, ob es ein Zwei- oder Viertürer werden soll, aber zurzeit spricht alles für die viertürige Version zum Modellanlauf. Der Mercedes CL-Konkurrent spannt sich über 5,15 Meter und soll in der Topversion auch von einem Zwölfzylinder befeuert werden, der bis dahin voraussichtlich über Zylinderabschaltung verfügt, um beim Verbrauch maßvoll aufzutreten.

Zu diesem Zeitpunkt ist zudem die Vision vom autonomen Fahren spruchreif, die in unangenehmen Situationen wie Stau oder Stop-and-go-Verkehr dem Fahrer das Steuer abnimmt. Der Parkassistent, der das Auto auch ohne Zutun des Fahrers in die Garage lenken kann, wird sogar schon vorher reif für den Serieneinsatz sein und hier auf jeden Fall als Option angeboten werden. Optisch soll sich der Luxusliner nach Maßgabe von Technikvorstand Michael Dick "als sehr sportliche Variante sicher deutlich von einem Audi A8 unterscheiden".

Audi R5 mit Frontmotor oder Mittelmotor?

Bei welchem Familienmitglied der neue Sportwagen mit dem Arbeitstitel Audi R5 Anleihen nimmt, ist zurzeit noch nicht ganz entschieden. Aus Kostengründen spricht viel dafür, dass der Zweisitzer zwischen TT und R8 einen Frontmotor erhalten wird, wobei dann ein Fünfzylinder als Fortschreibung der Ur-Quattro-Geschichte zum Einsatz käme – natürlich als moderne Interpretation des jetzigen, schon etwas betagteren Triebwerks aus dem Audi TT RS. Wenn sich die Umsatzrendite allerdings weiterhin so phänomenal entwickelt, könnte aus dem ganzen Projekt auch ein kleines Mittelmotormodell als gekürzter R8 werden – teurer als die Frontantriebsvariante, aber natürlich auch viel exklusiver und somit für Sportwagenliebhaber mit Sicherheit ein reizvollerer Leckerbissen.

Dazu könnte sich selbst der Audi A1 im Kleinwagensegment entwickeln. Nach mühsamem Start wurden davon 2011 immerhin mehr als 100.000 Einheiten abgesetzt – der Absatz kommt also in Schwung. Ein Cabrio in der aktuellen Modellgeneration hat Audi-Chef Stadler bislang ausgeschlossen. Und warum? Weil er weiß, dass es eine Alternative dazu geben wird: kein komplett offenes Auto, sondern eine Rolldachvariante, die preiswerter zu produzieren und somit preisgünstiger zu verkaufen sein wird. Da entsteht ab 2013 ein neuer Wettbewerber zum Fiat 500 C, allerdings mit einer feststehenden Heckscheibe. Beim italienischen Konkurrenten kann sie versenkt werden.

Die Erfolgsgeschichte soll also fortgeschrieben werden, ganz besonders in Asien. Dafür braucht die Marke Audi keinen Maybach und keinen Rolls-Royce, wohl aber einen A8, der künftig nicht nur als L, sondern zusätzlich als XL angeboten wird. Da bleibt dann hoffentlich auch genügend Raum, um das weiter gestiegene Selbstvertrauen des einstigen Verfolgers standesgemäß unterbringen zu können.

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