Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Audi

Offen für Sportsgeist und neue Lambos

Foto: Schulte-Nextline 11 Bilder

Mit einer Welle emotionaler neuer Modelle, darunter ein A3 Cabrio und Power-Versionen in nahezu allen Baureihen nimmt Audi den Erzrivalen BMW ins Visier. Dabei bedienen sich die Ingolstädter im Lamborghini-Regal. Im Gegenzug soll die italienische Tochtermarke einen SUV und einen Espada-Nachfolger erhalten.

23.05.2005

An der Seite von Audi-Chef Martin Winterkorns ("Wiko") arbeitet ein Triumvirat, das in Ingolstadt nur unter "HDH" geführt wird: Die Cheftechniker Ulrich Hackenberg, Michael Dick und Wolfgang Hatz. Dieses Trio soll Audi weiter in eine Richtung trimmen, die der Audi-Boss mit aller Konsequenz und BMW im Blick vorgibt: Sportlichkeit.

Renner Nummer eins soll ein aus der IAA-Studie Le Mans (2003) hervorgehender Supersportwagen mit dem Kürzel R9 werden. Er basiert auf dem Lamborghini Gallardo, wird Ende nächsten Jahres präsentiert und soll Anfang 2007 in den Handel kommen.

Der V10-Motor aus dem Lamborghini ist um 50 auf 450 PS gedrosselt – so wahrt Audi den Respektabstand zur konzerneigenen Luxusmarke. Der R9 V10 wird ebenso mit einem klassischen Sechsgang-Handschaltgetriebe ausgerüstet wie die zeitgleich präsentierte Einsteiger-Variante mit V8-Motor. Deren bereits im neuen RS4 vorgestelltes Triebwerk dreht ungewöhnlich hoch (bis 8250/min), soll im R9-Sportwagen 390 PS leisten und später auch mit F1-Schaltung kombinierbar sein.

Der R9 soll so alltagstauglich wie ein Porsche 911 sein und viel komfortabler federn sowie leiser zu Werke gehen als der Gallardo von Lamborghini.

A3 Cabrio mit Stoffverdeck

Noch nicht wie der R9 schon abgenickt, aber vom Audi-Management heiß befürwortet ist ein Auto am anderen Ende der Skala. Eine Cabrio-Version des A 3 würde perfekt ins Portfolio des Wolfsburger VW-Konzerns passen. Nachdem der zur IAA im September präsentierte neue offene VW eine ganze Klasse höher positioniert sein wird, tut sich hier eine Lücke auf.

Im Mainstream-Segment des vor drei Jahren eingestellten Golf Cabrios, an dessen Erfolg der offene Beetle nicht anknüpfen konnte, hätte ein offener A3 große Chancen. Und während der neue offene VW ein Klapp-Blechdach trägt, soll der luftige kleine Audi als weiteres Unterscheidungs-Merkmal die klassische Stoffmütze bekommen.

Fest beschlossen zudem ist eine heiße Variante des A3, die Ende 2006 vorgestellt wird. Der S3 wird nicht, wie ursprünglich geplant, mit dem 3,2 Liter-V6, sondern mit einem 2.0-TFSI-Triebwerk ausgerüstet. Dank kräftigerem Turbo-Boost sowie Feinarbeit an den Kolben wird der kompakte Sportler 272 PS leisten. Sein Allradantrieb wird wie beim RS 4 rund 60 Prozent der Antriebsmoments an die Hinterräder schicken, was die Herzen aller Sportfahrer erfreuen soll. Diese hecklastige Kraftverteilung ist um so stärker spürbar, je mehr Leistung vorhanden ist. Deshalb wird die neue 40:60-Auslegung auch dem Q7, in absehbarer Zeit allen Sechszylindern (Benziner und Diesel) und selbstverständlich auch neuen sportlichen Modellen bei Audi zugute kommen.

Dazu zählt der neue TT (Präsentation im dritten Quartal 2006, die Roadster-Version kommt 2007), einschließlich der für 2008 vorgesehenen Top-Variante TTS mit 3,6 Liter-Sechszylinder-TFSI-Motor. Mit diesem Fahrspaß-Treibsatz rückt der TTS vom Boxster- zum 911-Konkurrenten auf.

Auf Porsche-Niveau liegen auch die Fahrleistungen der neuen Sport-Limousinen. Auch sie erhalten wie der R9 den fünf Liter großen Lamborghini-Zehnzylinder. Mit einem neuen Zylinderkopf versehen und tiefgreifend in Richtung Laufkultur und Drehmoment optimiert, wird die Maschine 420 PS im S6 und 450 PS im S8 leisten.

Deutlich stärker als der 507 PS leistende BMW M 5 soll schließlich die Topversion des stärksten Audi-Serienmotors aller Zeiten auf die vier angetriebenen Räder sein. Frühestens 2007, vielleicht aber auch erst 2008 steht als RS6 auch eine Biturbo-Variante des V10 in den Startlöchern. Derzeit suchen die Techniker noch jene Zentimeter, um das komplexe Antriebspaket im A6 unterzubringen. Fest steht, dass der Vorderwagen – ähnlich wie beim Mercedes C 55 AMG – kräftig modifiziert werden muss, um den doppelt aufgeladenen Lambo-Motor zu schlucken.

Lamborghini-Zukunft mit SUV auf Q7-Basis und Espada-Revival

Sant' Agata ist aber nicht nur Organ-spender für Ingolstadt – Lamborghini bekommt auch etwas von der Mutter zurück. Mit unverblümter Bewunderung für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking blickt Audi-Boss Winterkorn nach Stuttgart-Zuffenhausen: Dort brachte die dritte Baureihe – der Cayenne – Umsatz und Ertrag steil nach oben. Warum nicht den Porsche-Hattrick auf italienische Art kopieren?

Ein Sport Utility könnte Lamborghini vor allem auf dem US-Markt zusätzliche Kunden bescheren. Mit einem solchen Allrad-Onroader, der mit dem Biturbo-V10 eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h erreichen könnte, würden alle Lamborghini-Markenwerte ("extrem, kompromisslos, italienisch") konsequent erfüllt.

Drei virtuelle Design-Entwürfe liegen Winterkorn derzeit zur Prüfung vor – einer, ganz verwegen, sogar auf verlängerter Gallardo-Plattform mit Heck-/Mittelmotor. Realistischer scheint allerdings ein Konzept auf Basis des zur IAA 2005 debütierenden Audi Q7 zu sein.

Um dem Lambo-typischen Stil der nach oben schwenkenden Türen treu zu bleiben, ist dabei ein Mechanismus in der Art der 1967 präsentierten Marzal-Studie in Überlegung: Unter Verzicht auf eine B-Säule könnte eine lange Flügeltür gleichzeitig den Einstieg auf die vorderen und hinteren Sessel frei geben.

Um den zum Öffnen des weit aufschwingenden Portals nötigen Seitenabstand zu verringern, faltet sich die Tür an der Naht von der Blech- zur Glasfläche elektrisch zusammen. "Ein solches Auto liegt in der DNA von Lamborghini", sagt der neue Markenchef Stephan Winkelmann.

Ebenfalls historische Wurzeln hat ein weiteres Lamborghini-Projekt, das Winterkorn parallel voran treibt: eine Neuauflage des ab 1968 zehn Jahre lang gebauten viersitzigen Espada-Coupés. Auch für dieses Modell gibt es Computer-Entwürfe auf Gallardo- bzw. Audi S8-Plattform. Einer davon existiert sogar schon als Design-Modell in Originalgröße.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige