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Audi Q3 Trans China Tour 2011, Tag 1

Aufbruch unter Flammen

Audi Q3 Trans China Tour 2011 Tag 1 Foto: Audi 20 Bilder

Um dem jüngsten Mitglied der Modellpalette den richtigen Anfangsschubs zu geben, präsentiert Audi den Q3 auf einer Roadshow durch China. Von Anfang bis Ende exklusiv mit dabei: auto motor und sport. Die erste Etappe führt von Peking nach Jinan.

17.10.2011

Das Staatsfernsehen zeigt die Nachrichten. Auf einem 30 Meter breiten Bildschirm blickt ein Sprecher ernst in die Kamera, und spricht zum Volk. Allerdings ist seine Botschaft auch für Nicht-Chinesen nur schwer verständlich, das Bild läuft ohne Ton. Möglicherweise geht es wieder einmal um einen Aufruf des Ministeriums für öffentliche Hygiene, doch bitte endlich das allgegenwärtige Spucken auf die Straße zu unterlassen. Vielleicht hat man die Strafe dafür nun von 50 auf 100 Yuan hochgesetzt, was auch nichts ändert, denn zum einen muss man erst mal erwischt werden, zum anderen schaut von den einigen hundert Schaulustigen niemand zu.

Der 20 Meter über dem Boden aufragende TV-Schirm ist nämlich nur das vordere Ende eines 200 Meter langen Riesenmonitors, den die Architekten der Fußgängerzone mit 14,5 Millionen LEDs bestückt auf gigantischen Pfeilern  hoch in dein Himmel hingen, und der bei schlechtem Wetter gegen den Regen schützt, aber ansonsten die Flanierenden unter ihm mit bunten Bildern berieselt.

Eine Flamme wie aus einem Drachenmaul schießt über die gesamte Länge des Megafernsehers, dann erscheint ein Audi-Logo und das aus gutem Grund, denn zwischen den Säulen des Ortes, den seine Erbauer in aller Bescheidenheit "The Place" nennen, stehen 20 Audi Q3, bereit zum Aufbruch in eine täglich neue Welt, genannt China.

Audi Q3 Trans China Tour Peking  Jinan 4:19 Min.

Markus' Hut ist wieder dabei

"Wenn China aufwacht, wird die Welt wackeln", hat schon Napoleon gewarnt, und das wieder erwachte Reich der Mitte, das vom Papierdruck bis zum Feuerwerk schon in der Antike so ziemlich alles erfunden hat, auf das Europa ein paar hundert Jahre später stolz war, möchte heutzutage vor allem Auto fahren.

Die 17.000 Neuzulassungen pro Jahr in Peking werden in einer Lotterie verlost, erst das ersehnte Nummernschild berechtigt zum Autokauf, und selbst dann ist das Fahren nicht an allen Wochentagen erlaubt. Doch auch, wenn manche Chinesen an manchen Tagen die U-Bahn nehmen, sind die großen Verkehrsachsen selbst am Wochenende hoffnungslos überfüllt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Hauptstadt angeblich bei zwölf Kilometern pro Stunde, Tendenz fallend. Da wird auch der Rikschafahrer wieder konkurrenzfähig.

Die Audi Q3 tragen auch nicht zur Erhöhung des Schnitts bei, denn sie parken hübsch aufgereiht und lassen sich von der Menge bestaunen. Natürlich zücken alle Anwesenden sofort ihre Kameras und fotografieren sich gegenseitig vor den in  Orange-Metallic leuchtenden SUVs, auf deren Flanken ein Designer die Route der Trans-China-Tour mit kaligraphischem Pinselstrich aufgemalt hat.

Auch von den Besatzungen werden noch Fotos gemacht. Neben dem Hut von Markus Stier muss natürlich auch Kollege Nils aufs Bild, der für auto motor und sport in Schweden arbeitet. Kosten und Mühen wurden keine gescheut, Audi hat gar Chefredakteur Bernd Ostmann einfliegen lassen, um mit schwarz-weiß-kariertem Tuch das Redaktionsauto auf die dreiwöchige Abenteuerreise zu schicken.

Spannend war es schon vor dem Start. Anstatt sich wie jeder gemeine Tourist mit der Rikscha durch die Altstadt Hutong zu stauen, sich auf dem gigantischen Platz des Himmlischen Friedens zu verlieren oder in der Verbotenen Stadt zu verirren, ging es durch den District 798, wo Pekings Künstler ihre Enklave haben, und in dem sich der Fremde ebenfalls prima verlaufen kann.

Immerhin wimmelt es an jeder Ecke von gigantischen Skulpturen, und so lernt auch der Unbedarfte schnell, dass man an dem zwölf Meter langen und vier Meter hohen Hürdenläufer mit Kriegerpanzer und Drachenkopf rechts abbiegen muss, dann an dem dicken, roten Glatzkopf mit Bierbauch und Bodybilderpose nochmal rechts, um am Ende einer langen Gasse zu dem bösen Riesen im Käfig zu gelangen, der sich mit gesteckten Armen um die fünf Meter hoch vor den Kunstsinnigen aufbaut, die Männer mit zum Brüllen geöffneten Maul und gewaltigen Muskeln erschreckt und die Damen mit seinem unverhüllten und nur kümmerlichen Schniepel zum Kichern bringt.

Nils entdeckt China

Keine große Kunst ist dagegen das Herausfinden aus der Hauptstadt. Am Sonntag ist der Verkehr ein bisschen dünner, und es geht ohnehin nicht Richtung Zentrum der 17-Millionen-Metropole, sondern stadtauswärts Richtung Süden. Dem schönen, teuren Navigationssystem traut man offenbar nicht genug, um die Kohorte ohne Führungsfahrzeug auf die Autobahn zu lotsen. Über Funk gibt der Fahrer seine Anweisungen, erst nach der Mautstelle schert das Safetycar aus und gibt das Rennen frei.

Der Wettbewerb ist auf 120 km/h Topspeed limitiert, aber dennoch ist China-Neuling Nils auf dem Beifahrersitz schwer angetan, denn trotz des Tempolimits kommt niemals Langeweile auf. Hat einer der Gegner im Audi-Markenpokal seinen Tempomat verwegen auf 130 km/h eingestellt und enteilt langsam am Horizont, lässt sich der Rückstand mühelos wieder verkürzen, wenn ein überholender Lastwagen plötzlich die linke Spur blockiert und alle Eiligen einbremst, während der erfahrene China-Reisende gelassen das ganze Knäuel rechts überholt, was in China gang und gebe ist. Nils ist begeistert, leidet er doch in der Heimat an einer völlig auf Geschwindigkeitsübertretungen fixierten Ordnungsmacht, die dem Autofahrer jeden Spaß verderben kann. Die chinesische Polizei sieht dem eifrigen Spurenspringen gelassen zu oder macht selbst mit.

Fünf Sekunden bevor es Grün wird über eine Rote Ampel zu fahren? Wohl kaum. "Tun sie das bitte trotzdem nicht", hat der freundliche Audi-Mensch beim Briefing gesagt. Emanuele Pirro, fünffacher Le-Mans-Sieger, und als Audi-Rennurgestein als Gaststarter verpflichtet fragt: "Was ist die Strafe für einen Frühstart?" "Du müsstest doch wissen, dass man ein Langstreckenrennen nicht vor er ersten Kurve gewinnt", kontert der Instruktor.

Pirro fällt während der rund 460 Kilometer langen Autobahn-Etappe weniger durch undiszipliniertes Fahren auf als vielmehr durch unbändige Begeisterung. Der Tross besucht nämlich in Yangliuqing das Anwesen der Shi-Familie, die es in den Zeiten der Quing-Dynaste mit Handel zu erheblichen Wohlstand brachte, und deren verschachteltes Anwesen mit seinen 278 Räumen heute eine Art Museumsdorf ist.

Jobangebot für Stier

Die Reiseleiterin lässt ohne Pause einen Schwall von kehligen Lauten aus dem Mund gluckern, bei denen es sich nicht immer sagen lässt, ob es sich um Englisch, Mandarin, Kantonesisch, Kieferklemme oder Zungenkrampf handelt. Immerhin versteht der Besucher, dass der marmorne, dicke Weißkohl ein langes Leben verspricht, wenn man Münzen hineinklemmt. Überhaupt verheißen von Jade-Drachen bis runden Toren so ziemlich alle Symbole ein langes Leben, gute Gesundheit, schnellen Reichtum und einen großen Kindersegen.

Eine von drei Götterfiguren auf einem Altar könnte bei erfolgreichem Gebet auch ein gutes Wort einlegen, um am Kaiserhof ein hohes Amt zu ergattern. "Das symbolisiert der große Hut, genau wie bei Ihnen", meint die Reiseleiterin  mit Fingerzeig auf den auto-motor-und-sport-Korrespondenten. Ein guter Job bei Hofe wäre nicht schlecht, ist doch Autor Stier gerade mit Schmackes durch die Aufnahmeprüfung zum Leibwächterstamm der Shi-Familie gefallen. Deren Beschützer mussten einst einen 130 Kilo schweren Mühlstein über den Kopf heben, um sich für das Amt zu qualifizieren. Stier hat zwar in den vergangenen Tagen bei der Peking-Ente reichlich zugeschlagen, hätte sich aber besser an den kohlehydratreichen Reis gehalten. Der Stein rührt sich nicht vom Boden.

Die Grenzen des Erlaubten

Vom eigenen Versagen lenkt aber zügig der Höhepunkt der Führung ab, bei dem die Gäste ins hauseigene Theater geladen und bei Jasmintee einer verkürzten Peking-Oper lauschen. Vorn stehen zwei alternde Sirenen, die mit zunehmender Mühe die faltigen Gesichter mit pinkfarbener Spachtelmasse zugekleistert haben. Das hochoktavige Wimmern geht durch Mark und Bein, dazu kratzen drei Männer in der Ecke auf ihren Fiedeln. Die heftigste Trommelfellzerrung ruft ein Vierter hervor. Der Schlagzeuger der Seniorenband hämmert mit Schwung ständig zwei Hölzer aufeinander.

Die Geschichte handelt von zwei Damen, die sich gegenseitig aufschaukeln, wie sie mit ihren Vorzügen einen zünftigen Herrn für sich einnehmen könnten. Obwohl eine der Sängerinnen verdächtig wie ein Kerl aussieht, ist ihr Herr völlig hingerissen, und damit kehren wir zurück von Emanuele Pirro, der natürlich Pole Position in der ersten Reihe hat, begeistert im Rhythmus der hämmernden Hölzer mitklatscht und sich ab und zu umdreht, um den Rest der Gruppe mit seiner neugewonnenen Leidenschaft mitzureißen. "Ich dachte, der springt gleich auf die Bühne", sagt einer im Tross.

Wir sprangen danach noch emsig über die Spuren, drängelten uns an einer Ampel in Jinan an den Bussen vorbei bis auf den Zebrastreifen vor der Ampel, und wo das Navi-System höflich das Überqueren der Kreuzung, späteres Wenden und anschließendes Rechtsabbiegen empfahl, stachen wir zum Erreichen des Hotels in Jinan illegal nach links, während die Polizei gelassen rechts abbog. "Ich frage mich, was man tun muss, um die Grenze des Erlaubten zu übertreten", fragt Nils. Das kann ja noch spannend werden. Er fährt uns morgen wieder aus der Stadt heraus.

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