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Audi Q3 Trans China Tour 2011, Tag 11

Nervöse Schweine und zähe Hühnerfüße

10/2011 Audi Q3 Trans China Tour 2011, Tag 11, Zhaoqing – Yangshuo Foto: Audi 23 Bilder

Am elften Tag der Audi-Q3-Trans-China-Tour begleitet auto motor und sport das Filmteam - eine spannende, aber auch ganz schön unappetitliche Erfahrung.

28.10.2011

Herr Li hat gut zu tun. Der schmächtige Kantonese betreibt an der Haupteinfallstraße nach Zhaoqing eine Reifenwerkstatt. Er will nicht jammern, immerhin gehört ihm der bescheidene Betrieb selbst. Auch das Geschäft geht nicht schlecht, schließlich nimmt die Zahl der Autos ständig zu.

Reifenhandel und Reparatur ist in China ein ähnlich krisensicheres Geschäft wie anderswo Bestattungsunternehmer. Die Taxifahrer der Stadt schauen im Schnitt bis zu vier Mal im Jahr vorbei und das nicht zum Schwätzchen halten. Eines der häufigsten Phänomene im chinesischen Verkehr sind Plattfüße. Bis zu acht Reifenschäden im Jahr sind keine Seltenheit. Auf dem Taxi in der Garage finden sich vorn zwei Hankook-Reifen, hinten links ein Bridgestone und hinten rechts ein Kumho. Mindestprofiltiefen und Überprüfungen schreibt die Straßenverkehrsordnung nicht vor. Gerade erst hat Herr Li einen Gummi von einem Taxi abmontiert, der bei gutem Willen noch ein Millimeter Profil hat, das aber nur noch über ein Viertel der Lauffläche verläuft. Babypopos haben in China mehr Runzeln als viele Autoreifen.

Audi Q3 Trans China Tour, Zhaoqing  Yangshuo 4:10 Min.

Zähe Antworten, lange Nasenhaare

auto motor und sport ist heute ausnahmsweise nicht in Wagen drei unterwegs, sondern mit dem Filmteam. Ein Tag beim Film reicht völlig aus, um dem Neuling zu vermitteln, wieviel Arbeit, Zeit und Geduld in so ein paar Minütchen Sendezeit stecken. Moderator Brendan läuft vor der Werkstatt ein wenig auf und ab und murmelt immer wieder seinen Text vor sich hin. Schon bevor die Kamera erstmals angeschaltet wird, muss der arme Herr Li drei Mal die Fragen beantworten, die der Redakteur für ihn vorgesehen hat. Dabei entpuppt sich der gute Mann als nicht allzu gesprächig, Brendan muss ihm brauchbare Sätze mühsam aus der Nase ziehen, was nicht so einfach ist, denn dessen Nasenhaare stehen im Weg und ihre Länge ist so beachtlich, dass das Kamerateam ernsthaft nachdenkt, ob man sie irgendwie kaschieren könnte.

Auch der auto-motor-und-sport-Korrespondent hat eine kleine Rolle und schmeißt natürlich prompt die erste Einstellung, weil er plötzlich China nicht mehr vernünftig aussprechen kann. Anderthalb Stunden dauert die erste Einstellung des Tages. Wir liegen schon vor der Mittagspause im Zeitplan hinten. Die Verspätung wächst, als sich die "schnelle Mittagsrast" als langwierige Geduldsprobe erweist. Nach 45 Minuten gibt es immer noch nichts auf dem Tisch eines Eckhauses in der Seitenstraße eines Dorfes. Das Gebäude hätte der Laie kaum als Restaurant identifiziert. Unten spielen drei Gestalten an einem wackligen Holztisch Karten, immerhin dampft es aus rechts hinten aus der Küche.

Das Essen kommt spät, aber gewaltig

Unser Team ist im ersten Stock in einem Extrazimmer mit großer, runder Tafel einquartiert, im Nebenraum lärmen acht Chinesen, die gut gegessen, sich ordentlich eins hinter die Binde gekippt und danach die Bude so zugeqwarzt haben, dass jenseits der offenen Tür dichter Nebel herrscht. Aber das lautstarke Gelächter beweist: Die haben Spaß, weil die hatten schon Essen.
 
Weils mal wieder länger dauert, schleicht sich Stier runter zum Audi Q3 und besorgt sich ein Snickers. Beim Aufstieg über die Treppe ist achtzugeben, denn alles ist gekachelt und so saumäßig glatt. Dies ist genau der Typ Restauration, vor dem Reiseführer und Tropenmediziner immer warnen.
 
Kaum wieder oben, gibt es Essen. Nie wurde frischerer Spinat in eine Suppe gegeben, der gebratene Fisch in Knoblauch ist vorzüglich, gleiches gilt für die Schweinestreifen mit Böhnchen in pikanter Soße. Zu empfehlen sind auch die kleinen Rippchen im Teigmantel und süßsaurer Soße. Wir haben nicht nur schon deutlich schlechter gegessen (vor allem bei deutschen Chinesen), wir haben auch alles bei uns behalten. Mannschaftsarzt Dr. Matthias Stierle sitzt weiter auf seinen Immodium-Vorräten wie Kodak auf seinen Negativfilmen.

Ferkel macht Sauerei im Q3 und Stier sieht aus wie Sau

Einen nervösen Darm hat dagegen das Schweinchen, dass für die nächste Einstellung als Requisite gebraucht wird. Brendan soll das hübsche Ferkelchen zusammen mit einem Hundewelpen zu einem nahe wohnenden Bauern liefern. Nur ist das arme Schwein das Reisen in Audi-Gepäckabteilen wohl nicht gewohnt und hat sich vor Angst im übertragenen Sinne in die Hosen gemacht, in Wirklichkeit hat es natürlich schlicht in den Kofferraum geschissen. Glücklicherweise war es nicht der unseres Audi Q3, es traf eines der Begleitfahrzeuge.
 
Der Dreh beim Bauern klappt prima, nur das Stier kein Mikrofon angesteckt bekommt, weil er keine Sprechrolle hat. Ich muss da mal ein Wörtchen mit dem Regisseur wechseln. Brendan schafft es derweil, das quiekende Ferkel ohne größere Dramen aus dem Kofferraum zu hieven, nur dem Bauern fällt beim Abtransport von Schwein und Hund letzterer zu Boden. Der süße beigefarbene Welpe irrt ziellos durch die Gegend, bis Stier ihn einfängt und auf dem Arm hinterm Bauern herträgt, bis der das Schweinchen wieder im Stall verstaut hat und signalisiert, man könne den Hund jetzt laufenlassen. Der dreht aber schnurstracks um und läuft seinem Träger hinterher. Der Bauer lacht sich krumm, Stier zuckt einen Moment. Das Tier ist aber auch zu niedlich und das Fell so weich. Nur allzu sauber war es nicht, denn obwohl eigentlich Brendan das Ferkel getragen hat, sieht jetzt Stier aus wie ein Schwein.

Die Rache der Hühner-Todeskralle

Wir müssen auf die Piste, verlassen das Tal des Gui-Flusses und gehen auf die Autobahn Richtung Yangshuo. Am späten Nachmittag drückt einige die Blase, und kaum kann der Redakteur nach dem Erleichtern wieder klar sehen, entdeckt er den Shop der Raststätte als perfekte Kulisse für die letzte Einstellung des Tages.
 
Brendan muss dem Gast von auto motor und sport die kulinarischen Kleinode in den unzähligen Plastikverpackungen vorführen. Neben getrockneten Kirschen, die eher wie gepresster Guano-Dünger aussehen, sind auch eingelegte Ingwerstreifen beliebt, auch wenn das europäische Auge die roten Fetzen eher als geschredderte Einmachglasgummis identifizieren würde.
 
Brendan kommt dann zügig und unbarmherzig zur Sache. Der Snack aller Snacks sei hier drüben zu finden und der Mann aus Seattle, der seit fünf Jahren in China lebt hält eine Tüte mit orangefarbenen Krallen in die Kamera. "Das hier muss du probieren. Das ist der Snack in China". "Ach komm hör auf. Das essen die Leute doch nicht wirklich". "Aber ja, du wirst sehen, die Menschen lieben das Zeug."
 
Zum Beweis wird die Kassiererin requiriert. Die ist gern bereit, die knorpeligen Geflügelfüße abzukassieren, wehrt sich aber erschrocken, sie auch abzunagen. Erst durch gutes Zureden unseres Charmebolzens aus Seattle lässt sie sich überreden. Also alles wieder auf Anfang, und Brendan schleppt die nächste Packung zur Kasse. Stier soll nun der Kamera erzählen, wie es denn so schmeckt. Dazu ist zu sagen, dass Hühnerfüße in ihrer Plastikverpackung irgendwie weichgekocht aussehen, sich aber in der Realität im Mund genauso anfühlen, wie man sich einen Federvieh-Fuß mit ungeschnittenen Zehennägeln so vorstellt. Der Delinquent kaut auf trockenem Holz, ummantelt mit einer Gummischicht, der man den Geschmack von altem Bratfett mit Curry verliehen hat.
 
Bis der Kameramann zufrieden ist, müssen Brendan und Stier noch eine dritte Kralle abkauen. Das Mädchen an der Kasse vergisst gar, sie abzukassieren. Sie ist viel zu glücklich, dass sie mit dem Versuch durchgekommen ist, den Fuß nur an die Lippen zu heben und danach zügig in den Mülleimer hinter der Kasse zu befördern.
 
Für andere ist das Leiden noch nicht vorbei. Noch ein viertes, fünftes und sechstes Mal heißt es herzhaft zubeißen, schließlich müssen ja für die Promotiontour von "Der Mann mit der Todeskralle II" noch Fotos gemacht werden. Danach macht sich der neue Hauptdarsteller auf die Suche nach einem Waschbecken, um den alten Fettgeruch von den Fingern zu kriegen. Auch im Mund hält sich in unangenehmer Intensität eine fiese Note von ranziger Schärfe. Aus den tiefsten Tiefen seines Raches hole ich alle reinigenden Säfte zusammen, derer ich habhaft werden kann, sauge sie unter Getöse nach oben, sammle sie kurz zum Spülen der Mundhöhle und spucke mit aller Macht in die Wiese neben der Herrentoilette. Nach zwei Wochen lernt man die chinesische Kultur immer besser zu verstehen.

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