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Audi Q3 Trans China Tour 2011, Tag 14

Riesenfische und Meerjungfrauen

10/2011 Audi Q3 Trans China Tour 2011, Tag 14, Zhaoqing-Guangzhou Foto: Markus Stier 20 Bilder

Die Audi-Q3-Trans-China-Tour nimmt schweren Herzens Abschied von den traumhaften Bergen in Guangxi. Doch auch der 14. Reisetag entlang der Ostküste des Reiches der Mitte spart nicht mit Attraktionen.

01.11.2011

Natürlich ist auch dieser Tag wieder hellgrau und dunstverhangen. Was hätten wir darum gegeben, in den vier Tagen in einer der schönsten Ecken der Welt wenigstens einmal einen klar blauen Himmel zu haben. Heute verlassen wir die autonome Region Guangxi und damit notgedrungen auch die filmreifen Kulissen der grünüberwucherten Felsenberge seiner Karstlandschaft.

Auch Kompagnon Hector, der sich gestern an seinem ersten China-Tag noch weitgehend am Fahrspaß auf Guangxis geteerten und geschotterten Straßen ergötzte, blickt auf der Autobahn nach Wuzhou mit weit geöffneten Augen in die Gegend. "Das ist einfach unglaublich." Ein Audi-Kollege hat prophezeit, dass es 150 Kilometer weiter mit Sicherheit sonnig ist, und er soll recht behalten. Kaum verschwinden die letzten steinernen Riesen aus dem Rückspiegel, wird es heller und heller.

Audi Q3 Trans China Tour, Yangsuo - Zhaoqing 2:01 Min.

Stolz tragen wir den Staub von acht Provinzen zu Markte

Zum Wetter ist zu sagen, dass es sich um den herannahenden November in diesen Breiten einen feuchten Kehricht kümmert - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Südosten Chinas ist subtropisches Gebiet, es ist bei Sonnenschein immer schwülwarm, die Abende sind demensprechend angenehm mild. Bei schlechtem Wetter allerdings kühlt sich die Waschküche auch schon bis auf 13 Grad ab und die Feuchtigkeit kriecht einem in die Knochen. Joanna, unsere Reiseführerin in Hongkong klagte, dass es sich in der Finanzmetropole im Winter "nur" auf tiefstens fünf Grad abkühlt, dass sie aber jederzeit minus zehn Grad in Europa vorziehen würde. "Die Nässe kriecht dir in alle Knochen. Glaub mir, das willst du nicht erleben."

Was schert es uns? Als wir den Mittagsrastplatz in Wuzhou erreichen, brennt der Lorenz bei 29 Grad vom Himmel. Jetzt rächt sich Stiers Vergesslichkeit, der seine Sonnenbrille im Hotelzimmer verbummelt hat. Die Mannschaft von Bernhard Wolfsberger hat die Q3-Flotte über Nacht wieder auf Hochglanz gebracht, was dem empfindlichen Auge noch mehr zu schaffen macht.

Wie wohltuend schonend ist da der Anblick von Wagen drei. Wir haben darauf bestanden, dass unser Auto nicht gewaschen wird. Stolz tragen wir den Staub von acht Provinzen zu Markte. Der viel Gereiste mit der stumpfen Patina wird zunehmend zur Attraktion. Die neu angekommenen chinesischen Kollegen zücken erst mal die Kameras und ergehen sich in Makroaufnahmen von zermatschten Mücken zwischen Lehmsprenkeln.

Audi Q3 spielt wieder schön im Dreck

Es gehört zu den lieb gewonnenen Abendritualen, dass der Audi-Wartungstrupp am Abend erst einmal laut in die Gegend posaunt: "Wagen drei bitte zum Waschen." Dabei warten die Techniker vergeblich auf eine panische Abwehrreaktion der Besatzung. Der Running Gag kostet uns nur ein müdes Lächeln, denn zum einen wissen alle, dass Stier seit der Floßfahrt in Yanghsuo immer noch die Wasser-Pumpgun mit dem Kaliber eines ernstzunehmenden Flugabwehrgeschützes mit sich führt, zudem muss jeder, der eine seifige Hand an den Lack legt mit einer Millionenklage rechnen. Denn längst ist aus unserem Audi Q3 ein Stück Konzeptkunst geworden. Man erinnere sich an den Fall Beuys und die farbverschmierte Badewanne, die nach der Nachtschicht der Putzkolonne eines Morgens blitzeblank im Museum stand.

Auch heute haben wir wieder schön im Dreck gespielt. Die weitläufigen Sandbänke des Xunjiang waren aber auch zu verlockend, ebenso die Kies- und Sandwerke am Wegesrand, deren feiner Staub durch die Straße pausenlos hochgewirbelt wird und alle Bäume der Umgebung pudrig weiß überzogen hat.

Der Fluss, an dessen Ufer wir langsam Richtung Sonnenuntergang rollen, fließt glitzernd träge in Richtung Südchinesische See. Es ist immer wieder überwältigend, wie viele gewaltige Ströme China sein eigen nennt. Was sind wir stolz auf unseren Vater Rhein, dabei haben wir auf dem Weg von Peking nach Süden mindestens zwei Dutzend Ströme überquert, die größer waren.

Geschichten von Geduld und Beharrlichkeit

Unter der neuen Brücke von Wuzhou machen sich zwei Fischer auf den Heimweg. Im Netz liegen etwa drei Dutzend Fische. Die Frage ist, ob man sie wirklich essen sollte. Am Sandstrand des Xunjiang lag in der Nähe der Brücke alle fünf Meter ein toter Fisch. China beeindruckt die Welt mit erstaunlichem Wirtschaftswachstum, die Kehrseite ist die gnadenlose Umweltzerstörung. Es gibt Wirtschaftswissenschaftler die betonen, Chinas erwirtschaftetes Geld sei nur geliehen, Schuld und Zins werden dramatisch sein, wenn Luft- Boden- und Wasserverschmutzung eines Tages so eklatant sind, dass ihre Folgen mühsam und teuer beseitigt werden müssen. Einer unserer chinesischen Begleiter winkt frustriert ab: "Bis dahin haben die reichen Leute längst das Land verlassen, und wir sitzen auf dem vergifteten Rest."

Es gibt in China die bekannte Legende von einem Mann, der nicht akzeptieren will, dass ihm ein Berg im Weg steht, und so räumt er ihn Stein für Stein zur Seite. Die Geschichte soll dem Zuhörer ein Beispiel von Geduld und Beharrlichkeit geben, aber der Große Vorsitzende muss sie irgendwie falsch verstanden haben. Während der Kulturrevolution kam Mao plötzlich auf den wahnwitzigen Gedanken, die Natur müsse sich seinen Parteitagsbeschlüssen beugen. Er ließ die Ratten vergiften und die Spatzen vom Himmel holen, bis eine Ungezieferplage das Land heimsuchte, der man selbstredend ebenfalls mit Gift zu Leibe zu rücken versuchte. Millionen und Abermillionen von Bäumen ließ Mao fällen. Man konnte damit bauen, Essstäbchen und Möbel fertigen oder sie verfeuern, wozu sollte man sie sonst brauchen?

Aber China lernt und das oft ebenso schnell, wie es sich auch sonst verändert. Als wir in der gelben Abendsonne in die freie Provinzstadt Zhaoqing einfahren - ein Dreimillionen-Dorf in der Provinz Guangdong - leuchten in warmem Licht nicht nur die Fassaden nagelneuer Trabantenstädte, es säumen auch Tausende neuer Bäume den Straßenrand. Die Landschaftsgärtner-Kolonne der Stadt ist immer noch fleißig und wuchtet gerade eine vier Meter hohe Palme in das ausgehobene Loch auf dem Mittelstreifen.

Jetzt geht der Spaß erst richtig los

Zhaoqing bedeutet übersetzt in etwa "Beginn von Freude und Fröhlichkeit", auf gut Deutsch: "Jetzt geht der Spaß erst richtig los." Getreu diesem Motto hauten die Erbauer des OYC Hotels am Westfluss auch richtig auf den Putz. Die Lobby ist eine Halle von den Ausmaßen einer italienischen Piazza. In Gold getaucht thront in ihrer Mitte ein überlebensgroßes Reiterstandbild von Dschingis Khan. Der Anführer der mongloischen Horden, der im 13. Jahrhundert ein Reich schuf, das doppelt so groß war wie China, verbreitete auch seine Erbgut in ungeschlagener Dimension. Zwischen Pazifik und kaspischem Meer ist angeblich bei acht von 100 Männern ein identisches Y-Chromosom nachweisbar.

Abgesehen von 750 Zimmern protzt der gigantische Bau mit Sitzungs- und Bankettsälen eines Ausmaßes, das gleichzeitig einen KP-Parteitag mit Beschlüssen zum Aufkauf Afrikas und einer Sitzung der Uno-Hauptversammlung zum Ziel der Formulierung einer Protestnote gegen denselben, beherbergen könnte.

Der Innenhof der Anlage mit einem Wasserfall, unter dem Gebäude gibt es eine riesige, künstliche Grotte mit Badelandschaft. "Wow, das ist ja wie Las Vegas", sagt Hector. Einer der Audianer wiederspricht: "Dann würden sich die Flamingos aber bewegen"

Meerjungfrauen sind noch nicht der größte Knaller

Abgesehen vom künstlichen See sollten elf Pools für Wasserratten genügen. Mit dem Wasser haben es die Erbauer ohnehin gehabt: Die Front eines der Restaurants ziert ein gigantisches Wasserbecken, in dem sich Meerjungfrauen tummeln. Es ist leider nicht erlaubt, sie zu fotografieren. Entweder liegt es daran, dass die Kader der KP nicht so gern veröffentlicht sähen, wie sie es bei Aufenthalten in der Provinz krachen lassen, oder die Mädchen mit den Fischschwanz-Kostümen würden gern vermeiden, dass Mama erfährt, womit sie ihr Taschengeld aufbessern.

Aber die Meerjungfrauen sind noch nicht der größte Knaller. Wer die Bedürfnisanstalt aufsucht, sieht sich plötzlich einem runden Aquarium mit vier Metern Durchmessern gegenüber, hat schlagartig die drückende Blase vergessen und nur noch ein Bedürfnis: das nach einer Kamera mit lichtstarkem Weitwinkelobjektiv.

Im Gewässer bummeln zwei Arapaimas im Kreis. Der Fisch aus der Familie der Knochenzüngler kann bis zu 200 Kilo schwer werden und gilt als größter Süßwasserfisch der Welt. Dass er bis zu 4,5 Meter lang wird, ist möglicherweise indianisches Anglerlatein, aber zweieinhalb Meter lange Exemplare sind keine Seltenheit. Selten geworden ist der Arapaima in seiner Gesamtheit, er gilt als vom Aussterben bedroht und kommt in der Natur ausschließlich im Amazonas-Becken Südamerikas vor - und natürlich auf dem Männerklo des OYC-Hotels, das sich in aller Bescheidenheit übrigens selbst sieben Sterne verliehen hat.

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