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Audi Q7 auf der Detroit Motor Show

Wir durften schon bedienen, hören und ausprobieren

Audi Q7 Sitzprobe NAIAS Foto: Thom Cannell 53 Bilder

Der neue Audi Q7 hat kräftig abgespeckt, bekommt einen Hybridantrieb und das Display-Cockpit des TT. Auf der Detroit Motorshow feiert er Weltpremiere. Wir haben schon jetzt alle Details und durften exklusiv die vielen spektakulären Funktionen ausprobieren. Die Preise starten bei 60.900 Euro.

08.01.2015 Torsten Seibt Powered by

Da war aber einer im Fitness-Studio! 325 Kilo hat sich der neue Audi Q7 abtrainiert, und das sieht man ihm auch an. Jetzt unterbietet der 3,0 TDI die Zwei-Tonnen-Grenze. Auch optisch hat die zweite Generation des Luxus-SUV viel von der früheren Wuchtigkeit verloren und im Gegenzug an Dynamik gewonnen. Bei nahezu gleicher Höhe baut der neue Audi Q7 um fast vier Zentimeter kürzer und 1,5 Zentimeter schmaler als der Vorgänger. Statt der pummeligen Rundungen des Vorgängers setzt Audi beim neuen Q7 nun auf klare Kante.

Der neue Q7 kommt als e-tron

Zum Marktstart wird es zwei Sechszylinder für den neuen Audi Q7 geben. Der 3.0 TDI leistet 272 PS und bringt es auf 600 Newtonmeter Drehmoment. 440 Newtonmeter sind es beim 3.0 TFSI-Benziner, der allerdings 333 PS leistet. Der Kraft entsprechend fallen auch die Fahrwerte aus: in 6,7 Sekunden stürmt der Diesel von null auf hundert, beim Benziner lässt sich dieses Thema in 6,1 Sekunden abhaken. Drei weitere Motorisierungen sind noch in der Pipeline: für außereuropäische Märkte ist ein 252 PS leistender 2.0 TFSI geplant, bei uns wird es zu einem späteren Zeitpunkt ein "Effizienzmodell" geben, bei dem der 3.0 TDI auf 218 PS und 500 Nm gedrosselt wird, mit entsprechend nochmals geringerem Verbrauch. Als Getriebe dient jeweils die neue Achtgang-tiptronic. Ein klassisches Wandler-Automatikgetriebe, das allerdings über eine "Segel"-Funktion verfügt und besonders niedrige Minimaldrehzahlen im Leerlauf erlaubt.

Die fünfte Q7-Variante wird buchstäblich spannend: der Audi Q7 kommt noch im folgenden Jahr auch als e-tron mit Plug-in-Hybridtechnik. Hier darf abermals der Dreiliter-TDI antreten, der im e-tron 258 PS leistet. Unterstützt wird er von einem Elektromotor mit 94 kW/128 PS. Die maximal erzielbare Systemleistung aus beiden Antrieben gibt Audi mit 373 PS an, maximal 700 Newtonmeter Drehmoment dürfen für strammen Durchzug sorgen. Damit wird der kommende Audi Q7 e-tron auch das spurtstärkste Modell der Reihe – null auf Hundert in 6,0 Sekunden. Rein elektrisch soll es dank einer Lithium-Ionen-Batterie bis zu 56 Kilometer weit gehen, woraus Audi einen – wenig praxisrelevanten – Durchschnittsverbrauch von 1,7 Liter Diesel für den Audi Q7 e-tron herleitet.

In Sachen Fahrdynamik, bislang nicht die Kernkompetenz des großen Ingolstädters, will Audi den neuen Q7 ganz vorn im Wettbewerb platziert sehen. Neben dem komplett neu konstruierten Fahrwerk mit Fünflenker-Achsen bekommen sportliche Fahrer auf Wunsch eine Allradlenkung, die als Bonus den Wendekreis um rund einen Meter verkleinern soll. Außerdem ist der Schwerpunkt gegenüber dem Vorgänger um 50 Millimeter gesenkt worden. Dazu gesellt sich die sogenannte "radselektive Momenten-Steuerung": das Bremssystem arbeitet mit leichten Impulsen, um die entlasteten kurveninneren Räder zu verzögern, was das Handling weiter verbessern soll.

Bei Infotainment und Bedienung lässt der Q7 keine Wünsche offen. Wir haben uns die Features im Detail vorgenommen:

  • Smartphone-Integration

Über die Audi-Phonebox in der Mittelkonsole verbindet der Q7 Handys kabellos mit der Außenantenne, wovon die Empfangsqualität während der Fahrt deutlich profitiert. Smartphones, die den Qi-Standard für induktives Laden erfüllen, werden sogar mit Strom versorgt, während sie in der Ablageschale liegen. Welch hohen Stellenwert die Smartphone-Integration genießt, zeigt die Tatsache, dass der Q7 als eines der ersten Autos weltweit sowohl Apple Carplay als auch Android Auto unterstützt.

Über die beiden Schnittstellen lassen sich Apps auf dem Bordmonitor darstellen und die Bedienelemente im Auto steuern. Hierfür ist jedoch in beiden Fällen eine USB-Verbindung erforderlich. Nach dem Anstöpseln erscheint das Carplay- bzw. Android-Logo im Audi-Menü, und die Apps können angeklickt werden. Aus Sicherheitsgründen sind nur Apps zugelassen, die nicht zu sehr ablenken und über entsprechend große Schriften verfügen. Die Auswahl von Listeneinträgen oder Apps erfolgt über den Dreh-Drück-Regler oder Spracheingabe. Da auch die Routenführer der Handys unterstützt werden, haben Q7-Fahrer die Wahl zwischen verschiedenen Navigationssystemen.

  • Bedienung:

Mithilfe des großen Touchpads lassen sich Buchstaben und Zahlen eingeben oder der Maßstab der Navi-Karte verändern. Am vorderen Rand des Touchpads befinden sich acht frei programmierbare Schnellwahltasten für Radiosender, Navigationsziele oder Telefonkontakte, deren Belegung auf dem Bordmonitor angezeigt wird. Ansonsten wurde die Anzahl der Tasten in der Mittelkonsole deutlich reduziert. Wesentlich verbessert zeigt sich auch die Sprachbedienung , die nicht mehr an feste Kommandos gebunden ist, sondern auch auf Befehle wie "Fahr mich nach Nürnberg" oder "Rufe Michael an" reagiert – was beim ersten Test beeindruckend gut funktionierte. Bei der Vierzonen-Klimaautomatik befinden sich die Temperatur-Displays innerhalb der Drehregler. Rechts vom neu entworfenen Automatikwählhebel mit integrierter Parktaste sitzt der Lautstärke-Knopf.

  • Audi-Tablet für Mitfahrer

Mitfahrer in Reihe zwei unterhält der Audi Q7 mit Tablet-PCs, die per WLAN ins Infotainment-System integriert werden. Die von Audi entwickelten 10,1-Zoll-Flachbildschirme lassen sich in Halterungen an der Rückseite der Vordersitze einhängen, über die sie auch geladen werden. Abgerundete Kanten, splitterfreie Glasoberflächen und hitzebeständige Akkus machen das Audi-Tablet fit für den Auto-Einsatz. Von der Einbindung in den WLAN-Hotspot profitiert die Empfangsqualität, da über die Außenantenne des Q7 gesurft wird. Dank Android-Betriebssystem können sämtliche Apps, aber auch Filme, Spiele oder E-Books aus dem Google Play Store runtergeladen und abgespielt werden. Darüber hinaus lassen sich Fahrzeugfunktionen wie Reifendruck oder Ölstand abrufen. Wer seine Reise lieber vorab plant, sendet Zieladressen an die MMI Navigation Plus. Sollten Fondpassagiere mit der Musikauswahl unzufrieden sein, können sie über das Tablet selbst bestimmen, welche Songs oder Radiosender gespielt werden.

  • MMI Navigation Plus

Die MMI Navigation Plus im Q7 stellt sich wesentlich besser auf die Nutzer ein als bisher. Wer beispielsweise jeden Morgen um die gleiche Zeit zur Arbeit fährt, bekommt auch dann Verkehrsstörungen gemeldet, wenn er gar keine Routenführung aktiviert hat, weil er den Weg ohnehin kennt. Zudem können Zieladressen intuitiv und auf unterschiedliche Art eingegeben werden, ohne sich an die typische Menüstruktur "Stadt, Straße, Hausnummer" beziehungsweise "Sonderziel" halten zu müssen. Karten mit Bildern von Google Earth helfen bei der Orientierung und lassen sich per LTE-Funk online aktualisieren, während die Live-Staudienste von TomTom jetzt auch Nebenstrecken wie Kreisstraßen berücksichtigen. Die App Audi MMI Connect überträgt Navigationsziele mit einer Wischbewegung vom Handy ins Auto.

  • B & O Advanced Sound mit 3-D-Klang

Konventionelle Soundsysteme kämpfen mit einem generellen Problem: Durch die Unterbringung der Lautsprecher in Türen, Bodenblech oder Armaturenbrett sitzen sie für eine ausgewogene Bühnenabbildung zu tief - so als ob man vom Balkon aus einem Konzert lauscht, das unten auf der Straße stattfindet. Beim Bang & Olufsen-Soundsystem für den neuen Q7 setzten die Entwickler daher auf zusätzliche Höhenlautsprecher, die im oberen Bereich der A-Säulen untergebracht sind und das Klangbild zusammen mit den Dachlautsprechern im hinteren Bereich ein gutes Stück anheben. Doch mit ein paar zusätzlichen Lautsprechern allein war es nicht getan, schließlich sollen die Höhenspezialisten nur solche Klanginformationen wiedergeben, die für den Raumeindruck verantwortlich sind.

Das Musiksignal wird daher von einer zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entwickelten Software analysiert, in 23 Einzelkanäle zerlegt, separat verstärkt und dann auf die jeweils spezialisierten Schallwandler aufgeteilt. Neben der klassischen räumlichen Aufteilung in links/rechts sowie vorne/hinten soll das Klangbild mit oben/unten eine weitere Dimension erhalten – und zwar ohne dass dafür besondere Musikquellen nötig wären. Die Rauminformationen rechnet das System aus dem normalen Stereosignal heraus, weswegen sich selbst Radio- oder einfache MP3-Songs in 3-D-Klang genießen lassen. Trotz Zusatzlautsprechern in den A-Säulen kommt mit den Acoustic-Lens-Hochtönern eine der Spezialitäten von B & O zum Einsatz. Dank ihrer halb offenen Form strahlen sie gezielt Richtung Innenraum und gehören auch deshalb zum Besten, was der Lautsprechermarkt zu bieten hat. Doch nicht nur im oberen Frequenzbereich klotzt das 6450 Euro teure Soundsystem: Um den Bassbereich kümmert sich ein 25-Zentimeter-Subwoofer, der in einem stattlichen 20-Liter-Gehäuse sitzt. Zum Vergleich: Im Audi A7 muss der B & O-Tiefsttöner mit 8,7 Litern Volumen auskommen. Unterstützung erhält der Subwoofer von 180-Millimeter-Bässen, die in geschlossenen Türgehäusen untergebracht sind.

Das Lautsprecherensemble wird von einer 23-Kanal-Endstufe angetrieben, die es auf 1.920 Watt Maximalleistung bringt und selbst bei sehr hohem Pegel unverzerrt spielen soll. Beim ersten Hörcheck begeisterte das System mit seiner hohen Bühne sowie einer präzisen und räumlichen Abbildung ohne aufdringliche Halleffekte, die nach kurzer Zeit lästig werden können. Trotz der vielen Lautsprecher spielte die Musik wie aus einem Guss – mit unverfärbter Stimmwiedergabe und klaren Höhen. Je nach Musikstück und persönlichem Geschmack lässt sich der Raumeindruck zwischen trockener Studioaufnahme und luftiger Konzertatmosphäre variieren. Unabhängig davon faszinierte der tiefe, ansatzlose Bass, der selbst bei sehr hoher Lautstärke nicht aufweichte oder hohl klang.

  • Unterhaltung

Auch das Medienangebot wurde für den Audi Q7 in vielen Details verfeinert: So zeigt die Senderliste alle empfangbaren Radiostationen an, unabhängig davon, ob sie über UKW oder DAB reinkommen. Dabei wird die Listenansicht mit Coverfotos der gerade gehörten Songs bereichert. Die Auswahl der Quelle erfolgt über den Dreh-Drück-Regler in der Mitttelkonsole oder Lenkradtasten. Neben UKW und DAB steht im Handschuhfach ein CD-/DVD-Player mit Steckplätzen für zwei SD-Cards zur Verfügung. Darüber hinaus können 10 GB der eingebauten Festplatte mit eigenen Musikstücken bespielt werden. Bei gekoppelten Mobiltelefonen erlaubt das neueste Bluetooth-Protokoll A2DP 1.4 den Zugriff auf Musiklisten. Webradio-Empfänger Aupeo oder Streaming-Dienst Napster sind in die Handy-App Audi MMI Connect integriert und lassen sich während der Fahrt sicher über die Menüs im Auto bedienen. Auf dem 8,4 Zoll großen Hauptmonitor wird das Bild des TV-Tuners hingegen nur im Stand angezeigt. Der DVB-T-Empfänger sendet Bild und Ton jedoch auf Wunsch per WLAN auf den Audi-Tablet-PC. So können Mitfahrer auch während der Fahrt fernsehen.

  • Smartwatch

Eine spezielle Audi-App, die wir auf der Smartwatch Samsung Gear Live testen konnten, steuert den neuen Audi Q7: Um in ein warmes Auto zu steigen, lässt sich die Standheizung von unterwegs aus aktivieren, zudem können Fahrzeugdaten wie Kilometerstand oder Tankinhalt abgerufen werden. Und wer vergessen hat, wo er seinen Q7 geparkt hat, lässt sich den Standort anzeigen. Das Modell von LG mit eingebautem NFC-Chip (Near Field Communication) ersetzt beim künftigen A8 sogar den Zündschlüssel.

  • Virtuelles Cockpit

Anstelle der analogen Instrumente lässt sich der Audi Q7 mit einem 12,3 Zoll großen TFT-Display ausstatten, das Audi erstmals im TT gezeigt hat. Der Fahrer hat dabei die Wahl zwischen einer infotainmentorientierten Ansicht mit großer Navigationskarte und einer klassischen Darstellung von Rundinstrumenten. Selbst die Bereiche innerhalb der Rundinstrumente können individuell belegt werden – mit Werten aus dem Bordcomputer oder Pfeilen für die Navigation. Anders als im Kompaktsportler TT, der ohne Monitor in der Mittelkonsole auskommt, dient das virtuelle Cockpit im Q7 als Ergänzung zum Hauptbildschirm. Somit hat der Beifahrer die Möglichkeit, im Musikarchiv oder Telefonbuch zu stöbern, ohne dass der Fahrer auf die Routenansicht verzichten muss. Als weiteren Unterschied zum TT gibt es den Q7 auch mit analogen Instrumenten und einem Sieben-Zoll-Bordcomputer-Display. Das virtuelle Cockpit kostet nämlich 500 Euro Aufpreis.

Apropos Preis: Da wird sich beim neuen Audi Q7 ebenfalls etwas tun – und zwar deutlich nach oben. Der Basispreis (Dreiliter-TDI) liegt bei 60.900 Euro. Der Sechszylinder-Benziner im 3.0 TFSI Quattro ist ab 62.900 Euro zu haben. Bestellstart ist im Frühjahr 2015, die Auslieferung beginnt im kommenden Sommer.

ModellAudi Q7 3.0 TDIAudi Q7 3.0 TFSIAudi Q7 e-tron
Länge/Breite/Höhe5.005/1.970/1.740 mm5.005/1.970/1.740 mm5.005/1.970/1.740 mm
Radstand2.990 mm2.990 mm2.990 mm
MotorV6-TurbodieselV6-Kompressor-BenzinerDiesel-Hybrid
Hubraum2.967 ccm2.995 ccm2.967 ccm
Leistung272 PS333 PS373 PS
Drehmoment600 Nm440 Nm700 Nm
Getriebe8-Gang-Automatik8-Gang-Automatik8-Gang-Automatik
Normverbrauch5,7l D7,7l S1,7l D
Anhängelast750/3.500 kg750/3.500 kg750/3.500 kg
Kofferraumvolumen890-2.075l890-2.075l890-2.075l
Download Preisliste Audi Q7 (PDF, 1,13 MByte) Kostenlos
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