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Audi R8

Ein Supersportler entsteht - Teil I

Foto: Kebschull 19 Bilder

420 PS, V8-FSI-Mittelmotor, von Null auf 100 in 4,6 Sekunden, Aluminiumkarosse in Space Frame Technologie – das ist der Stoff, aus dem Auto-Träume sind. Der Autor Gerd Kebschull hat für auto-motor-und-sport.de das Entstehen des Sportlers vom ersten Federstrich bis zur Serienfertigung verfolgt. Eine Auto-Werdung in sechs Teilen.

03.12.2006

In der an Arten und Sparten reichen Autoindustrie, ist es schwierig zu sagen, was erstmalig oder gar einmalig ist. Der Audi R8 versucht viele Komponenten, die zur Einmaligkeit taugen, unter sein flach gezogenes Sportler-Dach zu bringen: Ein Hochleistungs-Sportwagen mit Gänsehaut-Faktor will er sein, gleichzeitig von Alltagstauglichkeit, eine Fahrmaschine, aber doch voller Luxus. Entwickelt unter strengster Geheimhaltung. Ein Fahrzeugkonzept, das die gesamte Motorsport- und Technikkompetenz der Marke mit den vier Ringen in sich vereint, der Anspruch ist enorm: "Der R8 ist das Konzept eines reinrassigen Mittelmotorsportwagens, der erstmals die technischen Eigenschaften des erfolgreichen Rennwagens Audi R8 auf der Straße verfügbar macht“, sagt Dirk Isgen (42), Technischer Projektleiter für den R8. Er war bei den ersten Überlegungen dabei, hat an den Prototypen mitgearbeitet und ist mit dafür verantwortlich, dass ein „echter“ Audi zur Serienreife geführt wurde.

Isgen ist Diplomingenieur und seit 1990 bei Audi. Nach Stationen in der Fahrwerksentwicklung und Konzeptentwicklung bei Audi, einem knapp dreijährigen Auslandseinsatz bei Lamborghini, ist er seit drei Jahren für den R8 verantwortlich.

Das Concept Car Audi Le Mans quattro entsteht

Ausgangspunkt des nun serienreifen Sportwagens war das Concept Car Audi Le Mans quattro. Er war nach dem Pikes Peak quattro und dem Nuvolari quattro das dritte Konzeptfahrzeug von Audi im Jahr 2003, das einen Einblick in die zukünftige Formensprache und die Modellausrichtung der Marke gab.Und wie bei allen Studien aus Ingolstadt, war der Le Mans vollgepackt bis unters letzte Ventil mit High-Tech-Features: etwa die innovative LED-Lichttechnik, eine Rahmenstruktur aus Aluminium, das Digital-Display im Cockpit, das V10-Biturbo-FSI Aggregat mit 5,0 Litern Hubraum und Benzin-Direkteinspritzung oder das neuartige Federungskonzept Audi magnetic ride – visionäre Technologien, die aber viel mehr waren, als nur reine Zukunftsmusik. Denn im Le Mans konnten sie bereits „erfahren“ werden. Und vieles davon findet sich in der Serienversion R8 wieder.

Am Anfang war ein weißes Blatt Papier...

…heißt es immer. So fangen die Designer an, ein neues Produkt zu schaffen, so bringen sie Autoträume aufs Papier. "Nein, so ist es natürlich nicht“, sagt Frank Lamberty (36), verantwortlich für das Exterieur-Design des Audi R8. "Wir bekommen schon klare Vorgaben. Am Anfang steht immer das Grundkonzept.“ Lamberty hat Industrial- und Transportation-Design (Industrie- und Automobil-Design) an der Fachhochschule Pforzheim studiert und ist seit sieben Jahren bei Audi. Seinen Design-Einstieg hatte er beim C6, die interne Bezeichnung für den neuen, aktuellen Audi A6 sowie mit der Studie Avantissimo.

Lamberty war aber auch in den Motorsport-Aktivitäten involviert, hat am Le Mans-Rennwagen Audi R8 und dem neuen Audi R10 TDI mitgearbeitet oder den Audi TT für die DTM mit gestaltet. "Mein Herz schlägt für Sportwagen“, bringt Lamberty es auf den Punkt.

Extremer Zeitdruck

Die Begeisterung war auch notwendig, denn es dauerte lediglich elf Monate, das Show Car von der Designfindung bis zum „Roll Out“ auf die Räder zu stellen. Ein Zeitfenster, das für das kleine Konzeptteam – bestehend aus Designern, Modelleuren, Technikern – Traum und Albtraum zugleich war. "Die Verantwortung für ein komplettes Fahrzeug zu übernehmen, ist ungemein reizvoll. Aber bei diesem Zeitrahmen ist der Druck, der Stress extrem. Das muss man mögen. Man erlebt den Entstehungsprozess eines Fahrzeugs im Zeitraffer“, erläutert Lamberty. Ingenieur Isgen erinnert daran, dass nur mit einer kleinen und effizient arbeitenden Mannschaft die zeitliche Vorgabe gehalten werden konnte: "Wir hatten schnelle Entscheidungswege, da wir alle in einem Raum zusammen arbeiteten, jedes Teammitglied permanent verfügbar war und die Hierarchien flach waren.“

Dieser Zeitdruck begann mit der Entscheidung des Audi Vorstands im Oktober 2002, das Show Car Le Mans Wirklichkeit werden zu lassen. Ein Team stellte gerade den Pikes Peak für die Motorshow Detroit auf die Beine, ein zweites arbeitete am GT Nuvolari für den Genfer Salon. „Entwerft einen Supersportwagen mit Mittelmotor“, lautete der Auftrag des Vorstands an Konzept-Entwicklung und Design – interner Projektname: F03. Dieser Entwicklungscode steht für Frankfurt 2003 – das Konzeptauto für die IAA also.

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