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Audi R8

Ein Supersportler entsteht - Teil VI

19 Bilder

Die Entstehungsgeschichte eines Supersportlers. Eine Dokumentation in sechs Teilen von Gerd Kebschull. Teil VI und Schluss: Die Manufaktur in Neckarsulm

03.12.2006

Damit der Anlauf der Serienfertigung so reibungslos wie möglich klappt, arbeiten hier viele Mitarbeiter, die bereits im Prototypenbau eingesetzt waren. Helmut Stettner (46) ist Fertigungsleiter für den R8 in Neckarsulm. Er hat Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften studiert und ist seit 1995 bei Audi. Damals fing er mit gerade mal zwölf Mitarbeitern bei der quattro GmbH in der Fertigung an. 2004 war er bei Lamborghini, um Erfahrungen in der Kleinserie zu sammeln. "Die tickt anders als eine Großserie“, fasst Stettner zusammen.

Die R8-Fertigung ist Handarbeit. Der Automatisierungsgrad liegt bei gerade mal 25 Prozent. Handarbeit bedeutet aber, dass eine besondere handwerkliche Begabung vorhanden sein muss.  Da ist auch Erfahrung gefragt: Die Mitarbeiter in der R8-Fertigung haben einen Altersdurchschnitt von über 40 Jahren.

Bis zum Frühjahr 2007 will Stettner die Kammlinie erreichen. Das heißt: Dann wird die Produktion auf 100 Prozent hochgefahren und im Zweischichtbetrieb gearbeitet. Für den R8 bedeutet das, dass 20 Fahrzeuge täglich das Werk verlassen. 

Zehn Sportwagen pro Woche

In der Vorserie wurden weit über 100 Fahrzeuge für die verschiedenen Einsatzzwecke wie Erprobungen, Dauerläufe, zur Qualitätssicherung und für Messen und Veranstaltungen gebaut. Bis zur Markteinführung im zweiten Quartal 2007 werden etwas 700 Fahrzeuge fertig gestellt.

Derzeit werden zehn Sportwagen pro Woche gefertigt. „Viele unserer Mitarbeiter waren schon beim Prototypenbau dabei“, erklärt Stettner, "das ist optimal für die Qualifizierung unserer Mitarbeiter.“

44 Minuten dauert ein Arbeitstakt beim R8. Erst dann wandert das Fahrzeug zur nächsten Station. Über 100 Teile werden während dieser Zeit verbaut. Eine echte Herausforderung für den Werker. Da jeder Mitarbeiter rotierend arbeitet, er also an verschiedenen Takten eingesetzt werden kann, muss er etwa 400 bis 500 Teile präzise beherrschen. Damit alles reibungslos klappt, wurde ein spezielles Qualifizierungskonzept  ausgearbeitet: Als Erstes steht das Erlernen aller Arbeitsschritte in der Theorie anhand von Zeichnungen, Arbeits- und Verfahrensanweisungen. Danach geht der "Neue“ mit seinem Paten an seinen Arbeitsplatz und setzt gemeinsam mit diesem die Theorie in die Praxis um. Erst wenn alle Handgriffe perfekt sitzen, führt der neue Kollege seine Arbeiten selbständig aus. "Ein Neuanlauf ist immer spannend, vor allem wenn es sich um eine komplett neue Baureihe mit neuen Konzepten in einer neuen Halle handelt“, erklärt Stettner.

5.000 Teile von fast 500 Lieferanten aus 26 Ländern in vier Kontinenten werden angeliefert – eine logistische Herausforderung! Stettner ist stolz auf seine Mitarbeiter. Wann immer möglich, wird die Kollegin oder der Kollege mit Handschlag begrüßt. "Es ist eine Freude, so ein Auto bauen zu dürfen“, so der Leiter der Produktion. "Wenn der R8 auf dem Prüfstand fährt, bleibe ich immer eine Weile stehen“, sagt er und fügt fast verträumt an: "Um diesen Sound zu genießen. Auch wenn ich eigentlich in Zeitnot bin.“

Auch für die Mitarbeiter ist dies nicht irgendein Auto. Die Begeisterung ist deutlich zu spüren. Es ist Mittagspause und einige R8 fahren an der Kantine vorbei. Die Audi-Leute haben den neuen Sportwagen schon oft gesehen, dennoch schaut man hinterher, bleibt stehen - kaum einer kann sich der Faszination dieses Sportwagens entziehen.

Sitzprobe im Supersportler

Die Fertigungshalle der quattro GmbH ist ein „Hochsicherheitstrakt“. Obwohl jeder weiß, wie der R8 aussieht, gibt es „natürlich“ ein Fotografierverbot. Wenn der R8 das Werksgelände verlässt, ist er immer noch "leicht“ getarnt.

Der Wagen ist, wie zu erwarten, extrem flach, nur 1,25 Meter hoch. Dennoch muss man beim Einsteigen kein Sportler sein. Der erste Eindruck: gute Übersicht, "gemütlich“, auch bei 188 Zentimetern Körpergröße kein Problem. Der Sportwagen ist extrem magnetisch, man kann sich kaum trennen. Der stille Vorwurf steht in den Augen des Autors: Warum darf ich nicht wenigsten einmal mitfahren?

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