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Audi R8 GT3 & Porsche 911 GT3 R

Die Technik-Geheimnisse der GT3-Erlkönige

Audi R8 GT3 - Erlkönig - Testfahrten Nürburgring Nordschleife 11/2014 Foto: Stefan Baldauf 32 Bilder

Der neue Audi R8 GT3 und der modifizierte Porsche 911 GT3 haben im Erlkönig-Tarnkleid erste Proberunden auf der Nordschleife gedreht. Wir haben die Bilder und die ersten Technik-Infos zu den neuen GT3-Waffen aus Neckarsulm und Zuffenhausen.

14.11.2014 Marcus Schurig Powered by

Man muss ja positiv vermerken, dass sich die VW-Konzernbrüder diesmal wenigstens einig sind. Anstatt sich wie in der Vergangenheit gegenseitig mit Exklusivterminen auszustechen, herrschte an diesem trüben 4. November 2014 völlige VW-Eintracht: Da traten Bentley, Porsche und Audi zu einem gemeinsamen Test-Tänzchen auf der Nürburgring-Nordschleife an, sozusagen voll synergetisch.

Das Bemerkenswerte daran war aber nicht, dass der Test stattfand, sondern womit getestet wurde: Denn sowohl Audi als auch Porsche brachten ihre neuen GT3-Waffen an den Start, von denen es bisher bestenfalls verpixelte Smartphone-Schüsse oder verwackelte YouTube-Videos gab. Dem Vernehmen nach waren beide Marken aber herzlich bemüht, dem jeweils anderen so wenig Einsichten wie möglich zu erlauben - die üblichen Versteckspielchen eben, inklusive Zebra-Voodoo-Design, um akkurate Bildanalysen zu unterbinden.

Straßenmodell und GT3-Version vom Audi R8 kommen parallel

Die Bilder vom neuen Audi R8 GT3 sind vor allem deshalb aufschlussreich, weil ja auch vom Straßenauto noch keine belastbaren Bilder existieren. Die Audi-Kundensportabteilung verfolgt eine neue Strategie: Die Präsentation von Straßen- und Rennauto werden komplett verzahnt. Beide Autos sollen die öffentliche Bühne nahezu gleichzeitig betreten, während bisher ein meist ein- oder zweijähriger Zeitversatz üblich war. Diese Taktik ist der Idee geschuldet, dass nur derjenige viele GT3-Autos verkaufen kann, der den Neuigkeitswert des Straßenautos voll nutzt - und zudem auch sofort liefern kann.

Audi will die neuen R8 GT3 so vorproduzieren, dass jeder zahlende Käufer praktisch sofort ein Auto erhält. Das ist auch der krassen Wettbewerbssituation geschuldet, denn in den nächsten 24 Monaten laufen fünf oder sechs neue GT3-Autos vom Stapel - und Audi will dabei natürlich ganz vorne stehen. So hat die Testarbeit bereits vor Monaten begonnen, 2015 ist offiziell als Entwicklungsjahr deklariert, mit Werkseinsätzen des neuen R8 in Spa sowie am Nürburgring. Ab 2016 rennen die Audi R8 GT3 dann in Kundenhand.

Audi R8 GT3 mit neuem Getriebe unterm Erlkönig-Kleid

Was hat sich im Vergleich zum Vorgänger geändert? Der Großkompromiss im alten R8, die Serienelektronik zu verwenden, wurde beendet, nun arbeitet eine reine Rennelektronik im Audi. Das Bosch-ABS ist daher ebenso neu wie die Traktionskontrolle. Der V10-Motor stammt im Prinzip vom Vorgänger, aber das Getriebe soll angeblich alles besser können als die drei Varianten im alten Audi R8 GT3: schneller schalten, länger halten, weniger wiegen. Die Wippenschaltung blieb dabei aber an Bord.

Fahrwerksseitig wurden ebenfalls einige Kompromisse des Ur-R8 ausgefegt: Der neue Audi R8 GT3 hat nun richtige Rennsportquerlenker, die Lager von Fahrwerk, Motor und Getriebe sind ebenfalls speziell auf die Rennsportapplikation ausgelegt. Eine gute Kostenbilanz stand weit oben im Lastenheft: Die Kunden werden gerne hören, dass Audi die Kosten des Rennautos pro Kilometer im Bereich von 10 Euro einsortieren will - eine Verbesserung von angeblich knapp zehn Prozent.

Die Bilder vom Audi R8 GT3-Erlkönig sowie vom Porsche GT3 R-Erlkönig finden Sie mit weiteren Technik-Infos in der Galerie. Mehr zum aktuellen Geschehen im GT- und Langstreckensport lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von sport auto, Heft 12/2014, ab dem 16. November im Handel.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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