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Audi S5, Corvette C6, Mercedes SLK 55 AMG

Gebrauchte V8-Sportwagen für alle

Corvette C6, Showroom Foto: Rossen Gargolov 32 Bilder

Sport und Luxus: Ein Achtzylinder verspricht motorischen Genuss - vor allem wenn er in einem Audi S5, einer Corvette C6 oder einem Mercedes SLK 55 AMG für satten Vortrieb sorgt. Gebraucht starten die V8-Modelle bei rund 20.000 Euro. Auf was muss man beim Kauf achten?

23.02.2014 Frank Mühling Powered by

Der Achtzylinder-Saugmotor: eine Institution, ein Statement, eine Größe für sich. Berühmt geworden durch US-amerikanische Hubraumprotze mit bollerndem V8-Sound. In Europa gab es stets mehr Drehfreude und eine ähnliche Geräuschkulisse, trotz meist weniger Hubraum. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Einen V8-Sportwagen fahren für wenig Geld? Geht das?

Wer sich einen gebrauchten V8-Sportwagen für wenig Scheine vors Haus stellen will, muss aktuell keine 20.000 Euro ausgeben. Dafür bekommt er einen Audi S5 Quattro mit 4,2-Liter-FSI. Ein Mercedes SLK 55 AMG mit 5,5-Liter-Motor und 360 PS liegt preislich meist ebenso über der 20.000-Euro-Schwelle wie eine Corvette C6. Diese bietet dafür dann sogar einen 6,0-Liter-V8 mit 404 PS.

Das Angebot könnte kaum vielfältiger sein. Hier der Ingolstädter Schönling: Allein auf mobile.de sind über 400 Audi S5 gelistet. Man hat die freie Wahl zwischen Coupé, Cabriolet und dem Sportback, aber den V8 gab es nur im Coupé. Die Automatik ist viel öfter anzutreffen als das Schaltgetriebe. Die günstigsten Audi haben nicht selten deutlich über 150.000 Kilometer auf der Uhr. Kein Wunder, dank großem Kofferraum und Allradantrieb ist der S5 ein typisches Erst- und Alltagsauto.

Ganz anders die beiden Zweisitzer von AMG und Corvette. Der US-Bolide beispielsweise steht häufig mit Tachoständen um die 60.000 Kilometer zur Wahl. Cabriolets findet man seltener als Coupés mit demontierbarem Dach. Automatik-Modelle sind gefragter als Selbstschalter. Beim SLK 55 AMG hingegen gibt es keine Auswahl. Traditionell wird nur eine Automatik angeboten, immerhin aber mit sieben Gängen. Der Affalterbacher Klappdach-Roadster macht sich auf dem Secondhand-Markt äußerst rar: Nur rund 60 Fahrzeuge listet Marktführer mobile.de. Autos mit mehr als 100.000 Kilometer sind eher selten.

Mercedes SLK 55 AMG als neuwertiger Gebrauchtwagen

Bleiben wir kurz beim Schwaben-Sportler: erste Hand, unfallfrei, 32.900 Euro, knapp 9.000 Kilometer. Nein, dies ist kein Druckfehler. Der Silberling von Häberlein Automobile aus Schwieberdingen stammt aus einer privaten Sammlung und musste für einen SL 55 AMG Platz machen. "Der Besitzer hat seine Jahresfahrleistung auf rund 20 Autos verteilt, daher der überschaubare Tachostand", so Tobias Häberlein. Augen, Hände und Nase des sport auto-Gebrauchtwagencheckers sind irritiert.

Trotz achteinhalb Jahren Alter präsentiert sich der SLK 55 AMG wie ein Neuwagen. Zündschlüssel rumgedreht, und sofort bahnt sich der wohlig warme V8-Bass seinen Weg direkt in die Gehörgänge. Gänsehaut pur - na ja, etwas kontraproduktiv bei der Testfahrt mit offenem Blechdach bei minus ein Grad Celsius und Nebel. Dagegen helfen jedoch Sitzheizung, Nackenföhn und ein paar Gasstöße. Spontan drückt der Hubraumriese schon bei niedrigen Drehzahlen ins Kreuz. Die Automatik verfügt bereits über das manuelle Schaltprogramm und hält die Gänge auch bei Volllast. Sehr lobenswert.

Die einzigen Flecken auf der weißen Weste: ein nur mäßig lackierter vorderer rechter Kotflügel nach einem Streifschaden und die originale Bereifung aus dem Jahr 2005. "Beides lässt sich leicht beheben. Daran sieht der Käufer, dass nichts gefälscht wurde", schmunzelt Händler Häberlein.

Generelle Probleme beim Mercedes SLK 55 AMG: Wenn die Fahrzeugelektronik oder die Dachhydraulik Macken zeigen, kann es teuer werden. Ansonsten gilt der AMG-SLK als zuverlässiges Auto.

Ein ganz ähnliches Bild beim US-Sportler. Stephan von Harten vom Corvette Center in Mörfelden: "Die C6 ist bei guter Wartung quasi unverwüstlich. Wichtig ist, ob es sich um ein US- oder Europa-Modell handelt." US-Fahrzeuge sind oft günstiger, "aber nur mit dem Z51-Package zu empfehlen. Es umfasst eine Zusatz-Ölkühlung für die Automatik, eine größere Bremse und ein verstärktes Fahrwerk."

Vom E10-Sprit rät der Corvette-Experte grundsätzlich ab: "Der Motor neigt bei Topspeed zum Klingeln." Unser Testexemplar parkt bei Auto Stieber in Stuttgart. Der Flachmann versteckt sich im Showroom zwischen hochbeinigen Opel-Modellen und wirkt sehr gepflegt. 44.000 Kilometer, Baujahr 2006, erste Hand, 28.500 Euro. Die C6-Targa-Version lockt mit Vollausstattung inklusive Head-up-Display und Keyless-Go, besitzt leider aber auch die unsportliche Viergang-Automatik.

Das Innenraum-Ambiente kann mit der deutschen Premium-Konkurrenz nicht ganz mithalten, dafür gibt es am meisten PS pro Euro. Wer sich nach einer 2008 oder später gebauten C6 umsieht, bekommt sogar den LS3-Motor mit 437 PS, eine präzisere Lenkung und ein hübscheres Interieur.

Ein weiteres Plus: Das überarbeitete, endlich leichter zu schaltende Sechsgang-Getriebe. Der LS3-V8 geht noch bulliger zu Werke und dreht auch freier hoch als die LS2-Maschine. Die Preise starten hier bei 30 000 Euro.

 Motor beim Audi S5 ist ein kritisches Thema

Mangelnde Drehfreude kann man einem Audi S5-Motor sicher nicht vorwerfen. Der vergleichsweise niedrige Hubraum von "nur" 4,2 Liter und die hohe Leistungsausbeute (354 PS) bedingen hohe Drehzahlen - die Nenndrehzahl liegt bei 7.000/min. Doch aufgepasst: Frühe S5 fielen durch Motorschäden negativ auf. Materialprobleme bei den Zylinderlauf bahnen zogen einen auffällig hohen Ölverbrauch nach sich. Danach waren Kolbenkipper möglich.

Mittlerweile hat Audi die Probleme gelöst und auch in den meisten Fällen kulant reagiert. Weitere Auffälligkeiten beim Audi S5: Manchmal nerven unsauber eingepasste Scheibendichtungen und defekte Fensterheber. Unser Test-S5 von Automobile Weilimdorf in Stuttgart stammt von Ende 2008 und zeigt keinerlei Defekte dieser Art. 34.900 Euro will Inhaber Tomica Olujic für das schwarze Coupé mit 89.000 Kilometer haben.

Der Zweitürer zeigt sich trotz fortgeschrittener Laufleistung in guter Verfassung. Der Achtzylinder wummert freundlich vor sich hin, schiebt kräftig an und sorgt für trauriges Stirnrunzeln: Wieso nur hat Audi dieses wunderbare V8-Kraftpaket zugunsten des weitaus reizarmeren V6-Kompressor-Motors geopfert?

Na klar, es liegt am Verbrauch. Natürlich langt ein klassischer V8-Sauger meist mehr zu als ein aufgeladener Sechszylinder. Und so ist das Diktat geringer CO2-Werte auch daran Schuld, dass der eine oder andere Autohersteller den Achtzylinder auf dem Emissionsaltar geopfert hat. Corvette und Mercedes-AMG haben dieser Versuchung bislang widerstanden, beide halten an der Kombination viel Hubraum plus acht Zylinder fest. Applaus, Applaus!

Die Vertrauensfrage

Kann man sich einen V8 überhaupt leisten? So verlockend die Kaufpreise der drei gebrauchten Achtzylinder-Sportwagen auch sein mögen – wer die laufenden Kosten ausblendet, handelt fahrlässig gegenüber seinem eigenen Kontostand. Verbrauchswerte von rund 14 bis 17 Liter Super Plus sind normal. Hinzu kommen satte Versicherungstarife, vor allem bei der Corvette.

Der US-Sportler schockt auch mit astronomischen Ersatzteilpreisen. Diese werden nur bei einzelnen Posten vom Audi (Automatikgetriebe) und vom SLK (Bremsen) getoppt. Wer seine Freizeit gerne auf der Rennstrecke verbringt, wird mit der Corvette am glücklichsten. Ihr geringes Gewicht – 230 Kilo leichter als der S5 und 74 Kilo leichter als der SLK 55 – merkt man nicht nur bei den schnellsten Rundenzeiten. Auch subjektiv wirkt sie am agilsten. Ein weiterer Pluspunkt der Corvette C6: die vergleichsweise günstigen Preise bei turnusmäßigen Inspektionen.


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