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Audi SQ7 4.0 TDI Weltpremiere

Der Bulle aus Bayern

Audi RS Q7 Foto: Audi 37 Bilder

Der Audi SQ5 hat es vorgemacht, nun folgt das Flaggschiff. Mit dem ersten S-Modell des Q7 präsentieren die Ingolstädter das stärkste Diesel-SUV der Marke.

03.03.2016 Torsten Seibt 1 Kommentar Powered by

Die Lücke ist wieder geschlossen. Sie klaffte im Q7-Modellprogramm, als Audi 2012 den wuchtigen V12-TDI aus dem Programm nahm, die 2015 eingeführte neue Baureihe muss sogar bislang ausschließlich mit Sechszylindern auskommen.

Um der Kundschaft wieder einen Monsterdiesel anbieten zu können, hat Audi einen neuen V8-TDI aufgelegt. Der Motor liefert aus 3.956 Kubikzentimeter Hubraum stramme 435 PS und hat mit 900 Newtonmeter Drehmoment Asphalt-Falter-Qualitäten. Dazu setzen die Ingolstädter auf eine dreifache Zwangsbeatmung mit einer Weltneuheit: zusätzlich zu den beiden konventionellen Abgasturboladern kommt ein elektrisch betriebener Kompressor zum Einsatz, der im unteren Drehzahlbereich für zusätzlichen Schub sorgt. Entsprechend gewaltig soll der Antritt aus dem Stand sein.

Audi SQ7 mit 435 PS

Dafür spricht auch der beachtliche Nullhundert-Wert, mit 4,8 Sekunden ist der neue Audi SQ7 auf Augenhöhe mit den stärksten Benzinern der Konkurrenz. Dafür deutlich unter deren Verbrauch, als vorläufiger Normwert für den SQ7 werden von Audi 7,4 Liter genannt.

Der neue elektrische Verdichter soll dafür sorgen, dass praktisch kein "Turboloch" vorhanden ist. Er ist hinter dem Ladeluftkühler in Motornähe platziert. Weil er im Gegensatz zu Abgasturboladern oder mechanischen Kompressoren unabhängig von der jeweiligen Motordrehzahl eingesetzt werden kann, ist praktisch aus Leerlaufdrehzahl entsprechender "Turbo"-Schub möglich. Der Verdichter ist binnen 250 Millisekunden auf Touren und arbeitet bei Bedarf mit 70.000 U/min.

Ebenfalls neu beim SQ7 ist das erstmals in einem Audi-Diesel eingesetzte Valvelift-System mit zwei Nockenwellenprofilen pro Zylinder. Die beiden Abgasturboader werden jeweils von einem Auslassventil "versorgt": Bei niedriger Last und Drehzahl bleibt ein Ventil geschlossen und nur der erste Turbo wird angeströmt. Der zweite Lader kommt erst bei höherer Leistungsabforderung zum Einsatz, indem auch das zweite Abgasventil aktiviert wird.

Audi SQ7 mit 48-Volt-Netz

Um den elektrischen Kompressor (EAV) mit bis zu 7 KW Leistung unter Strom setzen zu können, hat Audi als weitere Neuheit die Elektrik auf ein 48-Volt-Teilbordnetz umgestellt. Das wird von einer eigenen 48V-Lithium-Ionen-Batterie mit 470 Wh Energieinhalt versorgt, die über einen entsprechenden Spannungswandler mit dem regulären 12-Volt-Bordnetz verknüpft wird. Um das Hochvoltsystem mit ausreichend Saft zu versorgen, setzt Audi einen neuen MOSFET-Generator als "Lichtmaschine" ein, der bis zu 3 Kilowatt Leistung bereitstellen kann.

Die Kraftverwaltung des neuen 4.0 TDI übernimmt eine Achtgang-Tiptronic, die über eine Leerlauf-Funktion zum "segeln" im Schiebebetrieb verfügt. Im Verteilergetriebe arbeitet der Audi SQ7 mit einem selbstsperrenden Differential für die Allrad-Kraftverteilung.

Serienmäßig fährt der neue Audi SQ7 mit adaptiver Luftfederung mit der S-spezifischen Abstimmung und 20-Zoll-Rädern mit 285/45er Bereifung. Optional sind bis zu 22 Zoll möglich, außerdem soll eine Carbon-Bremsanlage als Aufpreisoption folgen.

Elektronische Wankstabilisierung im Audi SQ7

Als weitere Option für Fahrdynamiker gibt es eine elektromechanische Wankstabilisierung, Sportdifferential und Allradlenkung. Die genannte Wankstabilisierung ist ebenfalls eine Neuheit im Audi SQ7. Hier trennt ein Elektromotor die beiden Hälften des Stabilisators. So kann einerseits bei unebener Fahrbahn durch Entkoppelung der Stabi-Rohre der Federungskomfort erhöht werden, andererseits durch aktive Verdrehung der Hälften gegeneinander bei sportlicher Kurvenfahrt ein Wank- und Rollausgleich erzielt werden.

Zur Differenzierung von den regulären Q7 gibt es unter anderem ein neues Kühlergitter, andere Spiegelkappen und vier eckige Endrohre für die Abgasanlage. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer mit Doppelpfeil-Optik können gegen Aufpreis mit Matrix-Technik bestellt werden.

Preis Audi SQ7: 89.990 Euro

Der neue Audi SQ7 ist als Fünf- oder Siebensitzer lieferbar, die optionale dritte Sitzreihe lässt sich elektrisch aufstellen und versenken. Sportsitze sind Serie, die Sportsitz plus-Ausstattung Option. Neben den üblichen Infotainment-Optionen kommt der Audi SQ7 mit dem "Audi Connect Notruf & Service", das unter anderem die Fernverriegelung und Statusabfrage per Smartphone erlaubt.

Bestellt werden kann der neue Audi SQ7 4.0 TDI ab Mitte Mai, der Basispreis liegt bei 89.900 Euro. Audi spricht hierbei von einem Preisvorteil gegenüber den regulären Q7-Modellen von rund 10.000 Euro durch die enthaltene Serienausstattung des SQ7.

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Neuester Kommentar

Sehr schade, dass "ams" nicht bei disqus als Kommentarfunktion blieb, aber zum Thema:
"Der Bulle aus Bayern" sagen die einen, ich meine, dass hier ein Fahrzeug entwickelt wurde, dass zugleich das Ende des Verbrenners einläutet, drei Turbolader werden benötigt, um durch notwendiges Down-sizing (der Abgase wegen) die nötige Leistung auf die Straße zu bringen, mit einem Fahrzeuggewicht, welches alles andere als Leichtbau ist, mit einer mechanischen Komplexität, die nach Wartung schreit, Diesel als Treibstoff, welcher durch den Stickoxidausstoß zurecht als nicht mehr tragbar gilt und einem Verbrauch (7l/100km) der alles andere als sparsam ist, zumal man nochmals min. 40% (10l/100km) draufschlagen muss, um praxisnahe Ergebnisse zu erhalten.
Die derzeitigen Entwicklungen (u.a. auch ein V8 Dieselmotor) des VW Konzerns machen einem mehr Angst als Hoffnung und es scheint, dass die reuigen Bekenntnisse zur E-Mobilität mehr Schein, als Sein sind.

EVrules 12. Mai 2016, 19:17 Uhr
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