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Audi V8 Quattro DTM in Goodwood

Chauffeurs-Limo für die Rennstrecke

Audi V8 Quattro DTM Foto: Audi Tradition 25 Bilder

Wie macht man aus einer 1,8-Tonnen-Limousine einen flinken Rennwagen? Audi fand das Rezept und gewann mit dem 460 PS starken V8 Quattro zwei Mal in Folge die DTM. Beim Goodwood Festival of Speed feiert Audi das.

23.06.2016 Dirk Johae 1 Kommentar Powered by

Schon der Sound des V8 macht den Unterschied: Während die Mitbewerber von BMW, Mercedes und Opel 1990 auf Reihenmotoren mit vier oder sechs Zylindern setzen, arbeitet hinter dem Kühlergrill mit den vier Ringen ein V8 mit dafür vergleichsweise bescheidenen 3,6 Liter Hubraum. Anfangs schickt der Motor 420 PS in den Quattro-Antrieb, in der zweiten Saison wird die Leistung sogar auf 460 PS gesteigert. Mehr Power hatte nur der private Fünfliter-Mustang der Ruch-Brüder mit 520 Pferden.

Audi V8 Quattro das schwerste Modell im DTM-Feld

Zu Beginn wollten die Regelmacher bei der ONS (Oberster Nationaler Sportverband, Vorläufer des DMSB) Audi wichtige Zutaten kappen: Spoiler wie den Mitbewerbern sollten ebenso wenig erlaubt sein wie der Allradantrieb. Alle anderen Autos wie der BMW M3, der Mercedes 190 Evo 2 oder der auch der neue Opel Omega waren schließlich Hecktriebler. „Kein Audi ohne Quattro“, gab Audi-Sportchef Herwart Kreiner als rote Linie aus. Die vier angetriebenen Räder durften bleiben: Dafür waren die Audi V8 mit 1.220 Kilogramm die schwersten Autos im DTM-Feld.

Audi V8 Quattro DTMFoto: Audi
In Silber und Rot ging der Audi V8 Quattro Evolution an den Start - das war 1992.

Audi V8 Quattro gewinnt DTM

Das Ergebnis ist bekannt: Hans-Joachim Stuck wird auf Anhieb Deutscher Tourenwagen-Meister und die DTM erlebt eine Hochphase. Stucks stärkster Gegner bis zum Finale ist BMW-Pilot Johnny Cecotto. 1991 verpflichtet Audi das damals 26 Jahre alte Talent Frank Biela. Der Neusser wechselt von Mercedes nach nur einem Jahr zu Audi und katapultiert sich mit seinem neuen Dienstwagen gleich in der Premierensaison auf den Meisterthron. Er lässt die Routiniers Klaus Ludwig, Hans-Joachim Stuck, Johnny Cecotto und Steve Soper hinter sich.

Die Audi-Techniker um den rennerfahrenen Dieter Basche haben den V8 Quattro für Bielas Meistersaison nochmals verfeinert. Über den Winter wuchsen dem eleganten Viertürer vorn und hinten Spoiler, was prompt mit einer Erhöhung des Gewichts auf 1250 Kilogramm quittiert wurde. Zwischenzeitlich musste der starke Audi sogar glatt 1,3 Tonnen schwer sein. Das Einstufungsgewicht des Allradlers sollte bis zum DTM-Ausstieg Mitte der Saison 1992 ein ständiger Streitfall bleiben. Das Ingolstädter V8-Kraftwerk leistet offiziell 442 PS bei 9300 Umdrehungen pro Minute. Die Konkurrenz zeterte: „Die haben über 500 PS!“

Audi V8 Quattro DTMFoto: Audi
Schon damals war Stuck überrascht v der Handlichkeit des Audi V8 Quattro.

Audi V8 Quattro DTM: Luxuslimousine ohne ABS

Immerhin hat Audi kein ABS wie die Hauptkonkurrenten BMW und Mercedes. Stuck: „Jetzt bremsen die uns aus wie Schulbuben.“ Doch Youngster Biela zeigte, dass es auch so geht. Die Räder wachsen auf 11x19 Zoll. Damit sind die Audi-Teams die ersten, die auf Felgen mit 19 Zoll Durchmesser setzen. Doch nach den zwei Meisterjahren von Stuck und Biela ist die Audi-Zeit vorbei: Die brandneue Stufe 4 mit einer neuen Kurbelwelle erweist sich Rüttel-Maschine von kurzer Haltbarkeit.

Zwar leistet der neue Motor jetzt sogar 470 PS bei 9500 Umdrehungen pro Minute und besitzt ein Drehmoment von 380 Newtonmeter. Der V8 Quattro beschleunigt aus dem Stand 4,6 Sekunden auf 100 km/h, erreicht dazu eine Topspeed von rund 300 km/h mit längster Übersetzung. Doch mangels Zuverlässigkeit glückt nur ein Rennsieg bei Regen auf dem Nürburgring. Diesen letzten Erfolg eines Audi V8 Quattro in der DTM fährt der Vorjahresmeister Frank Biela heraus.

Audi V8 Quattro DTMFoto: Hans- Dieter Seufert
In Goodwood zeigt sich der Audi V8 Quattro DTM einmal wieder der Öffentlichkeit.

Das von Audi in der DTM durchgesetzte Allradkonzept wird von Alfa Romeo übernommen, die 1993 in das Championat einsteigen und mit Fahrer Nicola Larini gleich im ersten Jahr Meister werden.

Eines der legendären DTM-Autos von Audi, das Meister-V8-Quattro von Hans-Joachim Stuck mit der Startnummer 44, gehört als fahrbereiter Rennwagen zur Sammlung von Audi Tradition. Es wird von Stuck und von Frank Biela gefahren.

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Audi stieg aber nicht wegen der Haltbarkeit aus, sondern, weil die ONS die Kurbelwelle nach langem Streit als nicht zulässig erklärte.

cap0815 26. Juni 2016, 17:17 Uhr
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