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Audi-Werk Changun

Neuer Erfolgsgarant

Foto: Audi 19 Bilder

Audi feiert in seinem neuen China-Werk in Changun Richtfest. Der neue Standort soll die Expansionspläne der Ingolstädter im Reich der Mitte weiter vorantreiben.

20.10.2008 Birgit Priemer

Changun, rund 700 Kilometer nördlich von Peking und nicht weit entfernt von der russischen Grenze. Die Sieben-Millionen-Industriemetropole wird von einer dicken Nebelschicht bedeckt. Endlose Autoschlangen ziehen sich vorbei an Hochhäusern im Plattenbaustil des letzten Jahrhunderts, Menschen mit mongolischem Einschlag hasten mit hochgeschlagenen Mantelkragen über die Bürgersteige.

Ausgerechnet hier trifft sich am frühen Morgen der gesamte Audi-Vorstand, angeführt von Vorsitzendem Rupert Stadler, der sich mit einem Bau-Schutzhelm in Maikäferform auf eine riesige Baustelle begibt - schließlich entsteht hier eine neue Montagehalle, in der ab 2009 zunächst der A4 und dann auch der Q5 für den chinesischen Markt gebaut werden soll.

Audi-Boom in China

Changchun ist schließlich keine Stadt irgendwo am Ende der Welt. Changchun steht vielmehr für eine mittlerweile 20-jährige Erfolgsgeschichte von Audi. Denn während Mercedes und BMW nach wie vor in China nur in homöopathischen Stückzahlen produzieren, hat die Marke mit den Ringen 2007 allein 100.888 Autos gefertigt, bis 2015 sollen es 200.000 sein. Kein Wunder, dass Stadler China immer wieder zum "zweitwichtigsten Heimatmarkt nach Deutschland" erklärt und es sich für das Richtfest der neuen Montagehalle nicht nehmen lässt, selbst nach Changchun zu reisen. Dort werden seit 20 Jahren Audi-Modelle in der Kooperation mit dem chinesischen Partner FAW gefertigt. 60 Prozent der Anteile liegen nach Staatsvorschrift in der Hand des chinesischen Partners, 40 Prozent bei Audi. "Man muss viel Geduld in das Geschäft mit einbringen", erläutert der Audi-Chef. "Aber wir haben hier einen großen Erfolg, den wir weiter ausbauen wollen."

Die Zahlen geben ihm recht: Allein 19 Prozent betrug der Zuwachs für Audi von Januar bis Dezember, wobei sich der Anteil im Premiumsegment auf 41 Prozent beläuft. Und das alles bei durchaus schwierigen Rahmenbedingungen. Im Januar hatten heftige Schneestürme weite Teile des Landes und damit auch den Verkehr lahm gelegt. Im Mai wurde China von einem heftigen Erdbeben gesucht, und die Preissteigerungen des Landes sind auch am Benzinpreis nicht spurlos vorüber gegangen: Er kletterte um 25 Prozent. Eine noch schlimmere Bedrohung stellt allerdings die neu eingeführte Luxuswagensteuer dar, die Autos über 2,5 Liter Hubraum um 25 Prozent, Modelle mit mehr als vier Liter Hubraum sogar um 40 Prozent verteuert. Trotzdem: Vom teuer exportierten Q7 wurden in diesem Jahr 4.357 Modelle verkauft - mit null Prozent Rabatt. Teilweise zahlen die Kunden sogar mehr als den geforderten Grundpreis.

Expansionspläne nicht in Gefahr

Audi sieht also keinen Grund, seine Expansionspläne einzudämmen und legt die Kapazität der neuen Montagehalle auf dem insgesamt 1,82 Millionen Quadratmeter großen FAW-VW-Gelände auf 100.000 Einheiten pro Jahr aus. Investitionssumme für diesen Bau: 120 Millionen Euro.

"Wir wollen auch die Zahl der Händler in den nächsten Jahren von 125 auf 200 Betriebe steigern", so Johannes Thammer, seit fünf Monaten in Changchun für Vertrieb und Marketing zuständig. Die Bilanz der chinesischen Autoverkäufer kann sich sehen lassen. Sie bringen durchschnittlich 850 Autos pro Jahr an den Mann bzw an die Frau. Zum Vergleich: In Deutschland kommen die Händler nur auf eine Quote von 350 bis 400 Autos. Dafür muss zunächst kräftig in einen neuen Showroom investiert werden: Rund 5,5 Millionen Euro kosten die neuen Terminals in einem einheitlichen Look. Doch bei einer Marge von rund zwei Prozent pro Fahrzeug winken dem Audi-Exklusiv-Händlern auch in Zukunft fette Gewinne.


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Audi | Audi A4 | Audi Q5

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