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Zwei heiße Anwärter auf den Chefposten

Foto: ams

Nach der Berufung von Martin Winterkorn an die VW-Konzernspitze, brodelt in Ingolstadt die Gerüchteküche: Wer wird neuer Chef? Heiß gehandelt werden zwei Namen: Rupert Stadler und Jochem Heizmann.

09.11.2006

Es sind spannende Tage in Ingolstadt. Kaum haben die Audi-Mitarbeiter dort halbwegs verdaut, dass Martin Winterkorn an die VW-Konzernspitze aufsteigt, stellt sich die Frage: Wer wird neuer Herr der Ringe in Ingolstadt? Gehandelt werden in den gewöhnlich gut informierten Kreisen zwei Namen: Rupert Stadler, jung-dynamischer Cheffinanzer des florierenden Autoherstellers und Produktionsvorstand Jochem Heizmann. Vorteil?: Die einen sagen so, die anderen so.

"Wir sind von der Entwicklung schon sehr überrascht worden", sagt ein hochrangiger Audi-Mitarbeiter. Nachdem monatelang das Thema einer möglichen Ablösung Pischetsrieders heiß gewesen sei und in dem Zug auch immer Martin Winterkorn als logischer Thronfolger gehandelt wurde, war es in den vergangenen Wochen eher ruhig um das Thema geworden. Ein anderer Audi-Mann formuliert es so: "Es hatte drei, vier Zeitpunkte gegeben, an denen ein Rücktritt Pischetsrieders keinen überrascht hätte. Dass es jetzt passierte, war doch ein Ding."

Vom "Ding" erfuhren die Audi-Beschäftigten offiziell am Mittwoch Vormittag. Was danach herrschte war "eine Mischung aus Stolz und Traurer", wie es ein Mitarbeiter umschreibt. Traurer, weil man mit Winterkorn einen Chef verliere, der Audi "unheimlich vorwärts gebracht hat", stolz, weil "es schon ein Ritterschlag für die Arbeit ist, die bei Audi geleistet wird."

Wer aber wird Winterkorns Werk weiter führen? Die Stimmungslage schwankt zwischen Entspannung und Neugierde. Entspannung, weil es erstens sehr gewiss ist, dass es einer aus dem amtierenden Vorstand machen wird und zweitens alle gehandelten Anwärter, "Leute sind, mit denen man sehr gut arbeiten kann." Diskutiert werden drei Namen: Chefentwickler Ulrich Hackenberg, Produktionsvorstand Jochem Heizmann und Finanzvorstand Rupert Stadler. "Entscheiden wird es sich zwischen Heizmann und Stadler", ist ein Audi-Insider felsenfest überzeugt.

Die Favoriten

Wer es nun werden wird, hängt vom politischen und wirtschaftlichen Kalkül ab. Die Historie spricht für Heizmann. Die Führung von Audi war in den vergangenen 20 Jahren ein Fall für Ingenieure, der Aufstieg der Marke auch. An der unumstritten starken Modellpalette, mit der Audi zu immer neuen Absatzrekorden strebt, hat Heizmann nicht unerheblichen Anteil. Der 54-Jährige ist ein Audi-Urgestein. 1982 kam er zur Marke mit den Ringen, war dort zunächst im Bereich Technologieentwicklung tätig. Der Wirtschaftsingenieur wechselte 1991 zu VW und leitete dort die Produktionsplanung. Seit Februar 2001 ist er Produktionsvorstand bei Audi.

Es gibt aber durchaus Expertenstimmen, die nach der Zeit der Ingenieure für einen Finanzexperten auf dem Chefsessel plädieren. Erste Wahl hier: Rupert Stadler. Der eloquente Bayer ist seit 2003 Cheffinanzer bei Audi, besticht durch souveränes Auftreten und gilt als gut vernetzt. Vor allem sein Draht zu Ferdinand Piëch soll gut sein. So war Stadler von 1997 bis 2002 Büroleiter beim damaligen VW-Konzernchef Piëch.

Genau das könnte aber gegen ihn sprechen, meint ein Marktbeobachter. Nachdem über die Schiene Porsche und die Personalie Winterkorn ohnehin der hartnäckige Verdacht erweckt wird, er wolle bei Europas größtem Autokonzern die Fäden im Stile eines Patriarchats ziehen, werde er sich nicht die Blöße geben, auch bei Audi einen Mann auf den Chefposten setzen, dem der Ruf anhängt ein Piëch-Mann zu sein.

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