Aus Daimler-Chrysler wird Daimler

Wenn alles wie geplant läuft, wird am Abend des 4. Oktober aus dem Autobauer Daimler-Chrysler die Daimler AG. Und den Aktionären auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin soll nach erfolgreicher Abstimmung über die Namensänderung gleich der neue Schriftzug präsentiert werden, sagt Ulrike Becker, Leiterin der Task-Force, die seit Juli den Umbenennungsprozess begleitet.

Als die 1998 geschlossene "Ehe im Himmel" zwischen Daimler-Benz und Chrysler im Mai geschieden wurde, hatte Vorstandschef Dieter Zetsche unmissverständlich den neuen Firmennamen verkündet - und zog sich damit prompt den Zorn vieler Badener zu, die den Namen von Autopionier Carl Benz vermissten. In Stuttgarter Hand sind mittlerweile nur noch knapp 20 Prozent an Chrysler. Den Löwenanteil von 80,1 Prozent hat der Finanzinvestor Cerberus für 5,4 Milliarden Euro übernommen.

Kosten im zweistelligen Millionenbereich

Von den Protesten unbeirrt legte die 15-köpfige Truppe um Frau Becker los. Das Projekt mit dem eher schlichten Titel "Name Change" (Namenswechsel) ist ein gewaltiges logistisches Unterfangen. Und kostet deshalb auch "einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag", berichtet die Cheforganisatorin. "Wenn die Hauptversammlung die Namensumwandlung beschließt, werden am nächsten Tag in Deutschland die Schilder ausgetauscht."

Die Aufgaben hinter den Kulissen sind überaus ambitioniert und erklären, warum für "Name Change" bis zu 200 Mitarbeiter beschäftigt wurden. So müssen in den Werken tausende Overalls und T-Shirts ausgetauscht werden, die die Arbeiter tragen. Tonnen von Briefpapier und Visitenkarten werden neu bedruckt, außerdem müssen Werksausweise sowie Verkehrshinweisschilder ausgetauscht werden.

Ganz zu schweigen von Internet und Software. "Wir müssen allein 170.000 E-Mail-Adressen umstellen. Dazu kommt der gesamte Internetauftritt", berichtet die Leiterin der Projektgruppe. Das alles wird nach ihrer Einschätzung recht schnell gehen. Die im Handelsregister und ähnlichen Verzeichnissen notwendige Umbenennung von rund 200 Daimler-Firmen in aller Welt dauert dagegen natürlich weitaus länger.

Deutliche Unterschiede zum alten Logo

Viel Kreativität haben die Macher der neuen Daimler AG in das künftige Erscheinungsbild des Autokonzerns investiert: Der neue Schriftzug Daimler wird sich vom alten Namen in vielerlei Hinsicht unterscheiden. "Wir werden ein neues Logo, eine neue Schrift und einen neue Farbe haben", erzählt Ulrike Becker. Fünf Vorschläge standen zur Auswahl. "Dieter Zetsche und der gesamte Vorstand waren an dem Entscheidungsprozess beteiligt, aber auch Werkleiter, Vertriebsleute und Ingenieure", berichtet die Task-Force-Chefin.

Dass sich der Stuttgarter Autobauer nach der Trennung von seiner ungeliebten US-Tochter einen gänzlich neuen Namen gibt, kam für das Management aber zu keiner Sekunde in Frage, erzählt Becker. "Es soll ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen werden, das gleichzeitig die Historie mit einbezieht." Genauso klar sei aber auch gewesen, dass es keine Rückkehr zum alten Firmennamen Daimler-Benz gibt. "Wir wollen zeigen: Das ist jetzt ein anderes Unternehmen."

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dpa

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