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Umweltzonen

Auf der Urlaubsreise Umweltzonen und Citymaut einplanen

Foto: dpa

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss sich auf neue Hürden einstellen: Denn wie in Deutschland werden auch im europäischen Ausland immer mehr Umweltzonen eingerichtet und für bestimmte Stadtbereiche Wegezölle erhoben.

27.05.2008

Auto-Urlauber sollten sich vorher über mögliche Zufahrtsbeschränkungen und zusätzliche Kosten informieren.

Umweltzonen oder "low emission zones" sind Bereiche, die besonders durch Feinstaub gefährdet und entsprechend gekennzeichnet sind. Die Zufahrt ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich - zum Beispiel muss das Fahrzeug gewisse Abgasgrenzwerte erfüllen. "Eine City-Maut muss unabhängig von Abgaswerten und Fahrzeugalter gezahlt werden", sagt Johanna Appelhans vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau.

Deutsche Umweltzonen seit Anfang des Jahres

In Deutschland wurden die ersten Umweltzonen Anfang 2008 eingerichtet. Die Städte Berlin, Hannover, Köln und Stuttgart waren die Vorreiter, inzwischen sind einige weitere hinzugekommen. Autofahrer müssen ihre Fahrzeuge seitdem mit Umweltplaketten kennzeichnen, die Aufschluss über den Schadstoffausstoß geben. Verkehrsschilder regeln, welche Fahrzeuge mit welchen Plaketten die jeweilige Umweltzone befahren dürfen. "Wer ohne Plakette unterwegs ist, kann mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft werden", erklärt Daniel Kluge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin. Dies gelte auch, wenn das Fahrzeug die Umweltzone aufgrund seiner Emissionswerte eigentlich befahren dürfte.

In einigen europäischen Ländern müssen Pkw-Fahrer eine allgemeine Maut, also eine Straßennutzungsgebühr, zahlen. Neben der Entlastung der Umwelt dient sie als staatliche Einnahmequelle und zur Regulierung des Verkehrs. In Großbritannien, Schweden und Italien müssen Auto-Urlauber mit zusätzlichen Kosten rechnen: Hier wurden in einzelnen Regionen die low emission zones eingerichtet, in denen besonders strenge Abgasgrenzwerte gelten. Außerdem wird in manchen Städten eine spezielle City-Maut erhoben.

Wer fahren will, muss zahlen

"Wer in den entsprechenden Gebieten nicht auf das Autofahren verzichten will, muss zahlen", sagt VCD-Sprecher Daniel Kluge. Auch in den Niederlanden, Norwegen, Dänemark und Österreich gebe es vergleichbare Modelle, jedoch bezögen sich diese auf Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen.

"In London werden City-Maut und low emission zone miteinander kombiniert", sagt Johanna Appelhans. Wer dort zwischen 7.00 und 18.30 Uhr mit seinem Auto unterwegs ist, müsse die City-Maut von sieben Pfund (rund elf Euro) bezahlen. Das Mautmodell in Stockholm ist an die Londoner City-Maut angelehnt und wurde im August 2007 eingeführt. "Die Maut ist für den Zeitraum zwischen 6.30 Uhr und 18.30 Uhr zu entrichten und beläuft sich auf 6,50 Euro", so Daniel Kluge.

In Italien sind die Regelungen unterschiedlich. "In der Hauptstadt Rom und einigen Regionen Norditaliens gibt es verkehrsbeschränkte Zonen für Pkw", erklärt Christine Bauer vom ADAC in München. In der Innenstadt Roms gelte für private Kraftfahrzeuge ein komplettes Fahrverbot. Die Einfahrt sei nur Taxen, Bussen, Lieferanten und Anwohnern gestattet. In anderen Städten sind die Regeln lockerer: "Wer etwa in Bologna und Mailand wochentags zwischen 8.00 und 18.00 Uhr Auto fahren möchte, muss eine City-Maut entrichten."

In Bologna kostet die Fahrlizenz fünf Euro für einen Tag oder zwölf Euro für vier Tage. In Mailand werde die Maut nach Schadstoffausstoß der Fahrzeuge gestaffelt und koste zwischen zwei und zehn Euro, so Bauer. In den Regionen Piemont und Venezien verhalte es sich ähnlich. In den Südtiroler Talkesseln von Bozen, Meran, Brixen und Bruneck gelte für Fahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 0 und Euro 1 wochentags von 7.00 bis 10.00 Uhr sowie 16.00 bis 19.00 Uhr ein Fahrverbot. Ebenso betroffen seien Motorräder mit Zweitaktmotor.

Mit einem Auto mit schlechter Schadstoffklasse kann Urlaubern die Zufahrt zu den Zonen verwehrt werden. Spätestens vor Reisebeginn sollten sich Autofahrer daher mit dem Schadstoffaustoß und der entsprechenden Klassifizierung ihres Fahrzeugs auseinandersetzen. Dies gilt vor allem für Diesel ohne Rußpartikelfilter sowie für ältere Benziner ohne geregelten Katalysator. Auskunft über den Schadstoffaustoß gibt der Schadstoffschlüssel im Fahrzeugschein.

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