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Ausstattungs-Ärgernisse

Zwangskopplungen von Ausstattungen

Mercedes A-Klasse, Frontansicht Foto: Hersteller 16 Bilder

Mit Zwangskopplungen von Sonderausstattungen bläst sich der Preis vom Wunsch-Fahrzeug schnell zu einer absurden Summe auf. auto motor und sport hat die Preislisten aktueller Modelle durchgearbeitet – und nicht nur Negatives entdeckt.

08.08.2012 Jens Dralle

Allmählich wird klar, weshalb sich inzwischen bei jedem Fahrzeughersteller das Wunsch-Fahrzeug bequem per Internet-Konfigurator zusammenstellen lässt: Angesichts der unzähligen Fußnoten verlören vermutlich auch Promotionsarbeiten korrigierende Professoren den Überblick. Nahezu jedes Extra scheint mit einem anderen zwangsverknüpft oder zumindest mit einer höheren Ausstattungslinie.

Assistenzsysteme nur mit Lederlenkrad

Dass speziell asiatische Hersteller Meister im konfusen Zusammenstellen von Ausstattungspaketen sind, hat sich bereits herumgesprochen – bis hin zu einigen selbst ernannten Premium-Anbietern wie Mercedes. Wer per Medien-Schnittstelle mobile Endgeräte mit dem Fahrzeug koppeln möchte, muss unter anderem bei A-, C- und E-Klasse das Audiosystem mit Sechsfach-DVD-Wechsler dazubestellen.

Für die A-Klasse mit Basis-Ausstattung schnüren die Schwaben sieben Pakete, darunter eines, das Spurhalte- und Totwinkelassistent zusammenfasst – beides durchaus sinnvolle Technologien, die lobenswerterweise immer größere Verbreitung in der Kompaktklasse finden. Weniger schön: Im Fall des kleinen Benz müssen noch mindestens das einfache Navigationssystem, ein lederbezogenes Multifunktionslenkrad sowie das teurere Audio 20 CD-Radio mitbestellt werden. Die Freisprecheinrichtung ist ebenfalls nur mit dem teuren Radio erhältlich, was den Aufpreis verdoppelt.

Zur Erholung ein positives Beispiel: Opel liefert den hervorragenden AGR-Sitz (Aktion Gesunder Rücken) je nach Kundenwunsch nur für den Fahrer aus. Macht 390 Euro inklusive spezifischen Bezugsstoffs. Für weitere 295 Euro darf auch der Beifahrer seinen Rücken schonen. Die Sitzheizung kostet nochmals extra, und zwar branchenübliche 330 Euro. Toyota verlangt beim Yaris dafür beachtliche 950 Euro.

Sonderausstattungen erhöhen die Marge

Die Japaner sind der Meinung, dass Kunden, die sich den Luxus eines warmen Rückens gönnen, sowieso verdunkelte Scheiben und acht Lautsprecher mitbestellen würden, und fassen alles im Lounge-Paket zusammen. Das zählt übrigens zu den bevorzugten Begründungen der Hersteller für derartige Kombinationen: "Die Marktforschung zeigt, dass Käufer dieser Features auch jenes dazunehmen, weshalb wir daraus ein günstiges Paket zusammengestellt haben" – Unsinn. Der wahre Grund, natürlich inoffiziell, lautet: Dieses Vorgehen vereinfacht zum einen die Produktionslogistik und reduziert so die Kosten, zum anderen erhöht sich durch den Verkauf der Sonderausstattungen die Marge des Herstellers. Die koreanischen Marken Hyundai und Kia beherrschen diese Praxis ebenfalls perfekt.

Abgesehen davon werden neue Modelle ausstattungstechnisch gefleddert, um einen möglichst attraktiven Basispreis darauf pappen zu können. Dieses Spiel treiben nahezu alle Hersteller bis zur Perfektion, natürlich auch Audi. Immerhin 22.500 Euro kostet der aktuell günstigste A3. Darin enthalten: eine manuelle Klimaanlage und ein Radio, doch bei Leichtmetallrädern hört die Großzügigkeit bereits auf.

Die Aufpreisliste ist lang, und wer sich durch die diversen Sicherheits- und Infotainment-Angebote arbeitet, wundert sich: Jedesmal muss das teure MMI-Radio mitbestellt werden – macht 425 Euro zusätzlich. Das gilt selbst dann, wenn sich der A3-Käufer den so genannten Komfortzugang gönnt, bei dem der Schlüssel beim Entriegeln in der Tasche bleiben darf. Nur – was hat das Radio damit zu tun? BMW füllt sich mit dieser Technologie ebenfalls die Taschen: Hier wird das Komfort-Extra sinnfrei mit der Ambiente-Beleuchtung für das Interieur verheiratet.

Zum Abschluss noch ein positives Beispiel: Peugeot widerstand bei der Kalkulation des 208 weitgehend solchem Unfug, wenngleich zahlreiche Extras in den jeweiligen Ausstattungslinien versteckt sind. Und dass beim Basismodell Access die Klimaanlage 1.250 Euro extra kostet, dürfte nur diejenigen stören, die den Kleinwagen partout ohne Radio wünschen – denn das ist nicht serienmäßig, sondern in diesem Paketpreis enthalten. Trotz einiger lobenswerter Tendenzen gilt es also weiterhin, Preislisten mit Bedacht zu wälzen. Oder eben den Online-Konfigurator zu nutzen, der beim Anklicken vor Zwangskopplungen warnt.

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