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Auto-Analysten

Langjährige Absatzkrise in Westeuropa erwartet

Neuzulassungen, Gebrauchtwagen, Kennzeichen Foto: dpa

Die Absatzkrise in Westeuropa wird die Autoindustrie nach einer Prognose noch mehrere Jahre belasten.

09.10.2012 dpa

"Unsere Aussicht ist, dass die Erholungsphase ungefähr zehn Jahre dauern wird", sagte Analyst Volker Krueger vom Prognoseinstitut LMC Automotive am Dienstag (9.10.) auf einer Veranstaltung der Ratingagentur Standard & Poor's in Frankfurt. Demnach werden in Westeuropa erst 2018 wieder so viele Autos verkauft wie im Vorkrisenjahr 2007.

Überkapazitäten in Europa bei 20 Prozent

In Ländern wie Spanien werde der Markt in diesem Jahrzehnt allerdings nicht mehr die alte Größe von 1,6 Millionen Fahrzeugen erreichen, dem durchschnittlichen Absatz in der Zeit zwischen 2000 und 2007. 2012 dürften nur 700.000 Autos verkauft werden, schätzt LMC. "Es sieht so aus, als müsste man dort eher an der 1-Million-Marke arbeiten", sagte Krueger.
 
In Deutschland werden nach der Prognose in diesem Jahr etwa 2 Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahr, für 2013 hält Standard & Poor's ein leichtes Plus für möglich.
 
Noch härter traf die Entwicklung etablierte Massenhersteller wie Fiat, Peugeot oder Opel: Die Marken verloren auf ihrem ohnehin schrumpfenden Heimatmarkt Europa zudem Anteile an Oberklasse-Hersteller sowie an wachsende Wettbewerber wie Hyundai/Kia, wie Krieger betonte: "Fiat, Peugeot-Citroën, Renault, Ford und General Motors stehen alle unter Druck."
 
Längst habe die Absatzkrise auch zu einer Rezession in der Autoproduktion geführt. S&P schätzt die Überkapazitäten in Europa auf mindestens 20 Prozent. "In Italien und Frankreich sind es noch mehr", sagte S&P-Analyst Eric Tanguy. Aus seiner Sicht greifen die Hersteller das Problem nicht beherzt genug an. In Bezug auf Fabriken von Fiat und PSA (Peugeot-Citroën) sowie das Bochumer Opel-Werk kritisierte Tanguy: "Die Werke, über deren Schließung diskutiert wird, stehen nur für weniger als 5 Prozent der europäischen Autoproduktion."

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